Leichtathletik: Erster Saisonwettkampf im Signal-Iduna-Park
Kaltstart für LG Brillux in Dortmund

Münster -

Beschleunigung ist eine der Grundtugenden in der Leichtathletik: An diesem Wochenende sogar von null auf hundert. Die Leichtathleten und -athletinnen der LG Brillux Münster starten beim Back-on-Track-Meeting im Signal-Iduna-Park in Dortmund mit Volldampf aus der Corona-Pause.

Donnerstag, 09.07.2020, 19:08 Uhr
Auf die Plätze, fertig – es geht wieder los: Unter anderem für Kai Sparenberg.
Auf die Plätze, fertig – es geht wieder los: Unter anderem für Kai Sparenberg. Foto: Ralf Görlitz

Lange haben die Leichtathleten stillhalten müssen, konnten und durften keine Wettkämpfe bestreiten, machten in der Hoffnung auf eine vom Verband in Aussicht gestellte „Late Season“ (späte Saison) vorzugsweise Home-Training und fanden sich in Zeiten der Corona-Krise höchstens in Kleingruppen zusammen, um überhaupt so etwas wie einen Sport-Alltag hinzubekommen. Maskenpflicht für Weitspringer oder Abstandsregeln für Sprinter ließen viel mehr nicht zu.

„Endlich geht es wieder los“

Nun, da sogar wieder Deutsche Meisterschaften (8. und 9. August) angekündigt und auch die Nachwuchs-Titelkämpfe terminiert sind, lockert sich auch die Anspannung: „Endlich geht es auch für uns wieder los“, freute sich LG-Sportwart Jörg Riethues mit Blick auf das „Back-on-Track-Meeting“ im Dortmunder Stadion Rote Erde an diesem Samstag und Sonntag.

1000 Starter im Fußballstadion

Gemeldet seien im Schatten des Signal-Iduna-Parks des Fußball-Bundesligisten annähernd 1000 Athleten, sagte Riethues. „Das Niveau wird schon sehr hoch sein“, betonte der Lauf-Trainer. Das Meeting wird von allen Altersklassen – Schüler, Jugend und Erwachsene – besetzt und angesichts des immensen Auflaufes machen sich die münsterischen Athleten auf ein zeitlich sehr ausgedehntes Programm gefasst. Social Distancing ist ja nach wie vor das Gebot der Stunde: „Wir werden die letzten Mittelstreckenläufe wohl am Sonntag um kurz vor Mitternacht absolvieren“, sagte Riethues. Die Sprinter (bis 110 Meter Hürden) werden beispielsweise zu fünft auf den acht Bahnen antreten, bei Läufen über 200 und 400 Metern bleibt jede zweite Bahn frei. Läufe über 400 Meter werden in Gruppen von maximal acht Personen durchgeführt. Bei den technischen Disziplinen sollen sich die Startgruppen auf höchstens zehn Sportler verteilen. Kompliziert und langwierig, aber eben auch pandemiebedingt. Bis zu 300 Zuschauer sind, so sie die Abstandsregeln einhalten, laut Ausschreibung zugelassen.

29 Starter der LG Brillux

In den von Riethues erwarteten „Top-Teilnehmerfeldern“ werden sich 29 Athleten der LG Brillux Münster tummeln und nach der Pause die Fährte aufnehmen für das, was noch kommt: Läufer und Sprinter werden im Juli noch in Minden, Wetzlar und Regensburg an den Start gehen, schilderte Riethues. Ob allerdings daraus noch der eine oder andere Platz für die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig herausspringt – unter „normalen Umständen“ wären beispielsweise Luka Herden (Weitsprung) und Kai Sparenberg (Sprint) DM-Kandidaten – sei dahingestellt. Die üblichen Qualifikationswettkämpfe sind ja abgesagt beziehungsweise finden ja nur eingeschränkt statt.

Schwierige DM-Quali

Und so hat der DLV entschieden: Die Teilnehmerzulassung erfolgt auf der Basis einer Rankingliste, die auf den Bestenlisten des Vorjahres und den Ranglisten 2020 basiert. Wenn die (zuvor festgelegte) maximale Teilnehmerzahl anhand der Meldungen nicht erreicht wird, haben die Bundestrainer das letzte Wort und benennen nachrückende Athleten. Ob Brillux-Athleten dazugehören? „Wir sind erst mal froh, dass es losgeht“, sagt Riethues. „Zudem müssten wir die Bundestrainer in der Kürze noch mit ,Bombenleistungen’ überzeugen. Es ist fast unmöglich, da noch reinzurutschen, weil wir ja keine Wettkämpfe bestreiten konnten.“

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