Fußball: Regionalliga West
Neuaufbau bei Preußen Münster nimmt Tempo auf

Münster -

Die Re-Organisation des SC Preußen Münster nimmt Fahrt auf. Peter Niemeyer, der neue Sportchef, präsentierte sich am Montag erstmals gemeinsam mit Cheftrainer Sascha Hildmann. Der 48 Jahre alte Fußballlehrer verlängerte seinen Vertrag beim Neu-Regionalligisten bis 2022, Niemeyer unterschrieb bis 2023. [mit Video]

Montag, 20.07.2020, 19:18 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 11:21 Uhr
Das neue Führungsgespann im sportlichen Bereich: Peter Niemeyer (links) und Sascha Hildmann
Das neue Führungsgespann im sportlichen Bereich: Peter Niemeyer (links) und Sascha Hildmann Foto: Sebastian Sanders

Die Arbeit beginnt jetzt. Denn der SC Preußen Münster hat seine sportliche Leitung für die nächsten beiden Jahre bestimmt. Sascha Hildmann wird, so der Plan, gemeinsam mit Assistent Louis Cordes bis 2022 die Trainingsarbeit leiten. Ex-Profi Peter Niemeyer hat sich sogar bis 2023 an den Verein gebunden und folgt auf Malte Metzelder. Sie stehen für den deklarierten Neuanfang, den Neuaufbau der Erstvertretung nach dem Abstieg aus der 3. Liga in die Regionalliga. „Erstes Hauptaugenmerk genießt die Kaderzusammenstellung, die Jugend kommt danach“, stellte Niemeyer bei seiner offiziellen Vorstellung den ersten Zeitplan klar.

Prioritätenliste

„Wir haben eine Prioritätenliste, die werden wir abarbeiten“, erklärte Niemeyer mit als Erstes, angesprochen auf das zukünftige Spielertableau. Momentan hat der SCP gerade einmal sieben Akteure unter Vertrag, aber der 36 Jahre alte frühere Bundesliga-Profi (Werder Bremen, Hertha BSC und Darmstadt 98) will auch mit allen Akteuren aus dem alten Bestand sprechen. „Da geht es um Respekt“, obwohl er längst weiß, dass Spieler wie Heinz Mörschel, Seref Özcan, Maurice Litka oder Lucas Cueto den Verein verlassen werden. Aber um das neue Gerüst aufbauen zu können, dürften routinierte Akteure wie Ole Kittner, Max Schulze Niehues oder Jan Löhmannsröben durchaus umworben werden vom SCP. Niemeyer kann sich gleich mal an dem Spagat üben, kurzfristig Spieler zu verpflichten, langfristig zu denken und dabei wirtschaftliche Zwänge abwägen zu müssen.

Der erste Austausch der neuen sportlichen Führung hat längst stattgefunden, Niemeyer & Hildmann können auf die Expertise von Chefscout Kieran Schulze-Marmeling zurückgreifen, haben zudem eigene Ideen und wollen das nun zusammenwerfen. Eine Flut von Gesprächen und Verhandlungen steht an.

„Gemeinsam“ ist dabei ein Wort, das bei Niemeyer häufig fällt. Und: „Ich war nie der beste Fußballer in meinen Mannschaften, aber ich bin immer emotional vorangegangen.“ Damit dürfte er ganz auf der Wellenlänge von Trainer Hildmann liegen, Spielidee und Teamgeist sind für ihn von herausragender Bedeutung. Auf Dauer soll auch ein Leitbild her, etwas, was den SC Preußen auszeichnet. Ambitioniert sind die Beteiligten.

Vorstellung des neuen Sportchefs von Preußen Münster

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  • Preußen Münsters neuer Sportdirektor Peter Niemeyer bei seinem ersten offiziellen Auftritt

    Foto: Sebastian Sanders
  • Grübelt über die Zukunft des SCP: Trainer Sascha Hildmann

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  • Peter Niemeyer (l.) und Sascha Hildmann stecken die Köpfe zusammen

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  • Peter Niemeyer

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  • Preußen-Präsident Christoph Strässer

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  • Haben gut lachen: Peter Niemeyer (l.) und Trainer Sascha Hildmann

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  • Bühne frei für Preußen-Präsident Christoph Strässer (v.l.), Sportdirektor Peter Niemeyer, Trainer Sascha Hildmann, Medienbeauftragter Marcel Weskamp und Geschäftsführer Bernhard Niewöhner.

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  • Sportdirektor Peter Niemeyer

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  • Trainer Sascha Hildmann

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  • Präsident Christoph Strässer und Sportdirektor Peter Niemeyer

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  • Preußen-Geschäftsführer Bernhard Niewöhner

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  • Hielt sich ein wenig im Hintergrund: Aufsichtsratsvorsitzender Frank Westermann

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  • Trainer Sascha Hildmann (vorn) und Peter Niemeyer

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  • Peter Niemeyer vor der Preußen-Tribüne

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Keine Träumereien

Aber auch das sagte Niemeyer, und kehrt in das Hier und Jetzt zurück: „Es wäre Utopie zu glauben, dass beim Trainingsstart der Kader komplett ist.“ Er glaubt aber, dass der Transfermarkt ganz anders als üblich verlaufen wird, die Wechselspiele der Akteure stehen ganz im Zeichen der Corona-Krise, die Kurse fallen. Hildmann stimmt in diesen Kanon ein: „Zu 100 Prozent werden im September Topspieler auf dem Markt sein, die heute nicht daran denken, in der Regionalliga zu spielen.“

Interview mit Cheftrainer Sascha Hildmann

Was nichts anderes bedeuten soll, als dass die Schnäppchenjagd bei den Vertragsspielern auch Geduld erfordern wird. Hildmann bleibt dabei, dass eine knapp fünfwöchige Vorbereitungsphase, beginnend am 1. August mit der sportmedizinischen Untersuchung und dem am 3. August folgenden Trainingsauftakt, ausreichend sein wird – auch mit einem nicht komplett ausgereiften Kader. Um den 5. September erfolgt der Saisonstart.

Strässer zuversichtlich

Club-Chef Christoph Strässer ist trotz der traumatischen Abstiegserfahrung zuversichtlich. „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand. Wir wissen, wenn man absteigt, dann ist nicht alles richtig gelaufen.“ Er ist froh, in der „knappen Zeit“ ein neues Team gefunden zu haben. Hildmann und Niemeyer sind die Anleihe auf eine bessere Zukunft, mit ihnen verbindet man beim SCP eine Perspektive. Strässer hat, knapp drei Wochen nach dem Abstiegsdrama im Heimspiel gegen Meppen, wieder Mut gefasst. Warum sonst sollten sie im Präsidium, Aufsichtsrat oder Beirat der KGaA auch sonst weitermachen: „Wir werden angreifen, vielleicht klappt nicht alles im ersten Jahr. Aber wir treten auch nicht an, um nicht aufzusteigen.“

SC Preußen Münster: Interview mit Sportchef Peter Niemeyer

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