Triathlon
Rang vier in Leipzig – Luca Heerdt mit aufregendem Neustart

Münster -

Einen Moment lang war Luca Heerdt unaufmerksam, und schon lag der Triathlet von Tri Finish Münster auf dem Boden – Sturz auf der Radstrecke, wichtige Zeit ging verloren. Doch der 24-Jährige rappelte sich beim Leipziger Triathlon wieder auf und machte Meter um Meter gut, besonders auf der Laufstrecke glänzte er mit einer Bestzeit. Ein versöhnlicher Abschluss des aufregenden Neustarts.

Montag, 27.07.2020, 17:58 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 12:46 Uhr
Auf dem Rad erlebte Luca Heerdt eine unliebsame Überraschung. Doch den Sturz schüttelte der Triathlet von Tri Finish Münster aus den Knochen und wurde in Leipzig Vierter – mit bester Laufzeit, für die der 24-Jährige ausgezeichnet wurde.
Auf dem Rad erlebte Luca Heerdt eine unliebsame Überraschung. Doch den Sturz schüttelte der Triathlet von Tri Finish Münster aus den Knochen und wurde in Leipzig Vierter – mit bester Laufzeit, für die der 24-Jährige ausgezeichnet wurde. Foto: imago-images

Die Pause war lang. Nein, sie war ewig lang. Im Februar war Luca Heerdt letztmals als Triathlet im Einsatz, in Dubai hatte der 24-Jährige den Ironman 70.3 den 22. Platz belegt. Dann kam Corona und sorgte für die Wettkampf-Pause, die am Sonntag für Heerdt endlich ein Ende fand – beim Leipziger Triathlon, den der für Weicon Tri Finish Münster startende Sportler über die Olympische Distanz (1500 Meter Schwimmen, 42 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen) auf dem vierten Platz beendete.

„Holzmedaille“ kommentierte Heerdt sein Ergebnis salopp bei Facebook. Unzufrieden? „Naja, ich hatte mir schon etwas mehr erhofft. Unter diesen Umständen aber war es ein gutes Ergebnis“, meinte der Borghorster, der „nach Plan“ unter den ersten fünf aus dem Wasser kletterte. Ab aufs Rad, in einer größeren Gruppe ging es auf die Verfolgung vom „saustarken Schwimmer“ Rico Bogen (Berlin). Die aber wurde jäh unterbrochen, Heerdt erwischte es in Runde eins – Sturz. „Auf dem gesamten Kurs gab es eine schärfere Kurve. Und in der habe ich mich direkt langgemacht.“ Glück im Unglück: Seine Rennmaschine hatte nur Kratzer abbekommen, auch er selbst blieb bis auf einige Schürfwunden und dem „zerrissenen Einteiler“ unversehrt. Einzig wichtige Zeit war verronnen, der spätere Sieger Marcus Herbst – er war beim Schwimmen 30 Sekunden langsamer als Heerdt gewesen – raste an dem Tri-Finish-Athleten vorbei. „Es ist schwierig zu sagen, wie viel Zeit mich der Sturz gekostet hat. Aber um die Plätze zwei und drei wäre es sicher spannender geworden“, sagte Heerdt, der auf der Laufstrecke mächtig einen raushaute. Eine Minute nahm er Herbst ab, gar zwei dem drittplatzierten Per van Vlerken, der gerade noch einen kleinen Vorsprung ins Ziel rettete und nach 1:52:53 Stunden nur zehn Sekunden vor Heerdt lag. So blieb der undankbare vierte Platz, die schnellste Laufzeit (31:55 Minuten) aller Starter war ein Trostpflaster am Ende des ersten Rennens nach der Corona-Pause.

Lange ohne Schwimmtraining

In dieser hat der Lehramtsanwärter – sein Praxissemester an einer Schule in Bochum verlagerte sich nach einigen Unterrichtsstunden vor Schülern in die Theorie – eine gute Form aufgebaut, auch wenn knapp zwei Monate lang das Schwimmtraining ausgefallen war und Heerdt erst Ende Mai den Sprung in die kalten See-Fluten wagte. „Auf dem Rad und beim Laufen war ja alles möglich. Ich habe zunächst im Grundlagenbereich viel gearbeitet, im Mai und Juni wurde es dann intensiver. Aber es war nicht leicht zu trainieren, ohne ein Ziel zu haben“, erklärte Heerdt. „Daher hatte ich wie alle anderen richtig Bock drauf, dass wieder ein richtiger Wettkampf stattfindet. Dementsprechend motiviert waren alle in Leipzig.“

Schwierige Planung

Wie seine Saison in den kommenden Wochen weitergeht, ist offen. Noch immer ist nicht klar, welche Wettkämpfe stattfinden, eine Planung ist daher nicht leicht. Ein Ironman 70.3 in Frankreich sowie ein 70.3 der Challenge Family im slowenischen Bled stehen für September auf der vorläufigen Liste. „Man muss abwarten, es ist alles offen“, erklärte Heerdt.

Geduld ist gefragt. Auch nach dem Ende der langen Auszeit. Die Form zumindest stimmt. So viel ist gewiss.

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