Leichtathletik: Deutsche Meisterschaften
Bahn zwei ist für Sparenberg in Braunschweig ein Hemmschuh

Münster -

Kai Sparenberg wäre gern bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig über die 200 Meter ins Finale gelaufen. Doch Platz sechs im Halbfinale war ebenso zu wenig wie die 21,45 Sekunden. Beides hatte Gründe.

Sonntag, 09.08.2020, 19:08 Uhr
DM ohne Finale: Kai Sparenberg (r.), hier neben Jonas Breitkopf, schied im Halbfinale aus.
DM ohne Finale: Kai Sparenberg (r.), hier neben Jonas Breitkopf, schied im Halbfinale aus. Foto: imago-images

Er ist der Mann der langen Schritte. Und mitunter werden die einem zum Verhängnis. Kai Sparenberg von der LG Brillux Münster haderte mit der zugelosten Bahn zwei bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig über die 200 Meter. Da wird es in den Kurven schon mal eng in Sachen Radius. „Suboptimal“, blickte der 25-Jährige am Sonntagabend auf das zweite Halbfinale am Morgen zurück. 21,45 Sekunden – das langte nur zu Platz sechs. „Klar bin ich enttäuscht. Ich kann das besser.“ In Bremen vor einer Woche lief er 21,34 Sekunden – Saisonbestleistung. Geht doch – nur diesmal nicht. Was auch den Temperaturen geschuldet war. Im Eintracht-Stadion stand die Luft bei nahezu 40 Grad. „Eigentlich ist Wärme ja gut für uns Sprinter, weil die Muskulatur schön geschmeidig ist. Aber ich habe doch eine gewisse Müdigkeit verspürt, bin nicht so rausgekommen, wie ich das wollte.“ Das Finale war damit futsch.

Noch am Nachmittag setzte er sich mit Trainer Lars Goldbeck ins Auto und düste aus Niedersachsen binnen drei Stunden in die Heimat. Um am Abend vor dem Fernseher den Endlauf zu verfolgen. „Pflicht“ für ihn.

Koppe 15.

Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften war für Klara Koppe schon ein großer Erfolg. Die Dülmenerin, die gerade erst zur LG Brillux Münster gewechselt ist, musste sich in Braunschweig schließlich auch mit einer Nebenrolle über die 5000 Meter begnügen. Vorläufe gab es nicht. Letztlich landete die 20-Jährige an 15. und letzter Stelle. Mit 17:36,07 Minuten kam sie auch nicht an ihre Bestleistungen heran. Was sie sich vermutlich gern erspart hätte, war die Überrundung in der allerletzten Runde. Kurz vor der Ziellinie zog Gewinnerin Alina Reh vom SSV Ulm, die in 16:08,33 Minuten ein einsames Rennen an der Spitze lief, an der Außenseiterin vorbei und ließ sich kurz darauf für den Titel feiern. Bei der DM in Berlin im vergangenen Jahr war Koppe noch fast eine Minute schneller unterwegs. Diesmal ging ihr am Ende die Kraft etwas aus.

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Gute acht Wochen hatten die Athleten des Stützpunktes in Münster wegen der Corona-Pandemie keinerlei Sportstätte zum Trainieren. Keine optimale Vorbereitung auf das nationale Kräftemessen, zumal in anderen Bundesländern die Voraussetzungen mitunter andere waren. Kein Wunder, dass die Stimmung unter den Athleten nicht berauschend war ob der Ansetzung. Zu unterschiedlich die Leistungsvoraussetzungen.

Für Sparenberg, dessen Eltern Elisabeth und Falk mit nach Braunschweig reisten, aber erstmals in der Karriere ihres Sohnes nicht mit ins Stadion durften, steht am Freitag in Iserlohn ein Wettkampf über die 100 Meter an. Danach wird es etwas ruhiger. Priorität hat dann die Masterarbeit.

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