Leichtathletik: Jugend-DM in Heilbronn
Marco Sietmann läuft zu Bronze, Greta Piepel ins Finale

Münster -

Mit elf Startern hatte die LG Brillux Münster so viele wie noch nie zu deutschen Jugend-Meisterschaften geschickt. Und das Aufgebot von Trainer Jörg Riethues schlug sich in Heilbronn mehr als achtbar und stimmte den Coach zufrieden. Für das Glanzlicht sorgte Marco Sietmann, der in einem dramatischen Rennen für Edelmetall sorgte.

Sonntag, 06.09.2020, 20:02 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 15:23 Uhr
Durch den Sturz von Florian Zittel (h.) kam auch Marco Sietmann aus dem Tritt. Dennoch rannte der Brillux-Athlet in der U 20 über 2000 Meter Hindernis noch zur Bronzemedaille.
Durch den Sturz von Florian Zittel (h.) kam auch Marco Sietmann aus dem Tritt. Dennoch rannte der Brillux-Athlet in der U 20 über 2000 Meter Hindernis noch zur Bronzemedaille. Foto: Wolfgang Birkenstock

Die Saison war schwierig, kompakt kurz und mit einer Menge Unwägbarkeiten verknüpft. Doch das kurze Leichtathletik-Jahr fand für die LG Brillux Münster bei den Deutschen U-18- und U-20-Meisterschaften in Heilbronn ein „versöhnliches Ende“, wie Trainer Jörg Riethues die drei Tage zusammenfasste. An deren Ende standen ein Podiumsplatz für Marco Sietmann, eine Finalteilnahme von Greta Piepel sowie einige Bestzeiten. „Wir sind sehr zufrieden“, so Riethues.

Das Glanzlicht, das in Bronze schimmert, setzte über 2000 Meter Hindernis Sietmann in der U 20. Erstmals knackte er in 5:57,02 Minuten die Sechs-Minuten-Marke und bewahrte nach einem taktisch klugen Lauf in der Endphase kühlen Kopf. Am letzten Wasserhindernis kam in der führenden Dreiergruppe der Favorit Florian Zittel (Karlsruhe) zu Fall und nahm ein unfreiwilliges Bad. Sietmann musste ausweichen, um nicht zu stürzen und so den späteren Sieger Luk Jäger (Penzberg) ziehen lassen. Zwar spurteten Sietmann und Zittel noch einmal heran, es reichte aber nur noch für die Plätze zwei und drei. „Marco hat es sehr gut gelöst und sich mit Bronze belohnt“, sagte Riethues.

Zufrieden waren auch Silas Zahlten und Finn Ponick (beide U 18) nach ihren Rennen über die 2000 Meter Hindernis, die jeweils mit Bestzeiten endeten. Zahlten lief noch vom zwölften auf den sechsten Rang vor und überquerte in 6:14,75 Minuten die Ziellinie, die Ponick als Neunter in 6:25,74 Minuten passierte.

Greta Piepel rast ins Finale

Einen starken Wettkampf lieferte auch Greta Piepel über 200 Meter (U 20) ab. Nachdem sie die halbe Distanz als „Aufgalopp“ in 12,30 Sekunden absolviert hatte, raste sie in 25,03 Sekunden ins Finale. Dort steigerte sie sich noch einmal um 34 Hundertstel und belegte mit einer „super Bestzeit“ (Riethues) den sechsten Platz.

Jeweils den entscheidenden Lauf verpassten Jakob Bruns (U 20) über 100 Meter (11,24 Sekunden) und 200 Meter (22,39 Sekunden), Ida Schwering (U 18) über 200 Meter (25,73 Sekunden) und Bastian Sundermann (U 18) über 400 Meter (51,88 Sekunden), die allesamt solide Auftritte zeigten.

Schon am Freitag durften Felix Becker und Oskar Enseling über die 5000 Meter (U 20) auf die Bahn – und erlebten dabei unterschiedliche Rennen. Becker lief in 15:36,71 Minuten ein gutes Rennen und wurde Zehnter. Enseling dagegen musste nach 3,5 Kilometern aufgeben. „Das habe ich als Trainer vermasselt, ihm fehlte die Frische “ sagte Riethues, der zuvor Bastian Sundermanns vergebliche Mühen gesehen hatte, über 400 Meter (U 18) ins Finale einzuziehen. Mit einer Zeit von 51,88 Sekunden wurde er in seinem Lauf Sechster – trotz persönlicher Bestzeit.

Wichtige Erfahrungen bei DM-Premiere

Neben den Läufern war die LG Brillux noch mit zwei U-18-Springern vertreten. Maja Huesmann, die über die „Zugabe“ 100 Meter in 12,49 Sekunden Siebte in ihrem Halbfinal-Lauf wurde, verpasste es im U-18-Dreisprung mit 11,47 Metern, sich drei weitere Versuche zu holen. Das gleiche Schicksal ereilte auch ihren Disziplinkollegen Leonard Horstmann. Er sprang zwar mit 13,51 Metern so weit wie nie, das Finale aber fand ohne ihn statt. „Beide waren das erste Mal bei einer großen Meisterschaft dabei und daher noch etwas nervös. Das ist normal. Aber die Wettbewerbe haben ihnen super geholfen, nächstes Jahr können sie mit dieser Erfahrung angreifen“, meinte Riethues, der einen Großteil seiner Athleten nun in die Pause verabschiedet hat.

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