Schwimmen
Neuer Chef für die SGS: Markus Erth folgt auf Jens Okunneck

Münster -

Jens Okunneck, der bisherige Cheftrainer der Startgemeinschaft Schwimmen, gibt seiner beruflichen Zukunft den Vorzug. Für ihn übernimmt ab sofort Markus Erth, der zuletzt in Australien als Coach tätig war. Und auch Okunneck bleibt der SGS weiter erhalten.

Freitag, 18.09.2020, 10:50 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 14:12 Uhr
Der neue Mann auf dem Trainerstuhl bei der SGS und sein Vorgänger: Markus Erth (l.) übernimmt das Amt von Jens Okunneck und trainiert nun Münsters Schwimmer
Der neue Mann auf dem Trainerstuhl bei der SGS und sein Vorgänger: Markus Erth (l.) übernimmt das Amt von Jens Okunneck und trainiert nun Münsters Schwimmer Foto: be

Es sind die speziellen Akzente, die in diesen besonderen Zeiten gesetzt werden und für Aufmerksamkeit sorgen. So wie dieser: Die Startgemeinschaft Schwimmen ( SGS ) bereitet sich auf die 21. Sprintertage an diesem Samstag und Sonntag in der münsterischen Coburg vor. Die 20 Vorgänger-Veranstaltungen wurden schon mal weniger aufmerksamkeitsheischend angekündigt, doch diesmal ist die Signalwirkung eine gänzlich andere. Die Zeit der Trockenübungen ist – unter bekannten Hygiene- und Abstandsregelungen – für die Schwimmer erst einmal vorbei. Der erste große Wettkampf seit Monaten steht auf dem Programm. Mit Blick auf die Deutschen (im Oktober in Berlin) und Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (im Dezember) dürfte der erstmals auf zwei Tage ausgedehnte Sprintertag zumindest eine Standortbestimmung sein.

Und die SGS, dieser Zusammenschluss aus SV 91, TuS Hiltrup und TSV Handorf, hat noch weitaus mehr im Sinn, subsumiert den „Neuanfang“ unter anderem unter den Stichworten der neu gegründeten „Fachschaft Schwimmen“ (mit DLRG und W+F), der „Initiative Leistungszentren Münsterland“ und nicht zuletzt einer Kooperation mit Uni, Sportschule (Pascal-Gymnasium) und Sportinternat. „Wir wollen alles professioneller aufstellen, wir müssen vorweggehen“, sagte Jens Okunneck , der nun als Ehrenamtler tätige ehemalige Cheftrainer der SGS.

Zwei-Jahres-Vertrag

Okunnecks Nachfolger wurde am Montag vergangener Woche vorgestellt, hat sich bereits ein erstes Bild von den Strukturen und vom Kollegenteam machen können: Markus Erth könnte, mit einem Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet, in das Profil einer Neuausrichtung der SGS passen.

Die Vita des 46-Jährigen birgt eine ganze Reihe von Expertisen. In Osnabrück war er Landestrainer und Coach der dortigen SG, verfügt über die A-Lizenz und hat als „Schwimmdirektor“ am Scots College sowie als Headcoach der City of Sydney Aquatic Erfahrung mit professionellen Strukturen gesammelt. Elf Jahre lang war er in Australien, über die Vakanz einer Cheftrainerstelle bei der SGS wurde er von Bundestrainer Bernd Berkhahn aufmerksam gemacht, ist also im allgemeinen Sprachgebrauch „gut vernetzt“. Nun also Münster. „Ich habe in Australien immer Wilsberg und den Münster-Tatort geschaut“, sagt Erth mit einem breiten Grinsen. Seine Vergangenheit in Down under kann er nicht verbergen, spricht von „Business“, wenn er „Passion“ meint und von „Drive“, um auf Motivation hinzuweisen und der „Bubble“ (Blase), in der sich Australiens Leistungssportler in Corona-Zeiten „bis Mitte nächsten Jahres“ bewegen sollen, um des Virus’ Herr zu werden. Corona beschleunigte Erths Wunsch, „nach Hause zu kommen“.

„Langfristige Entwicklung“ hat Priorität

Das „Long-Term-Development“, also die „langfristige Entwicklung“ der Talente, genießt bei Erth Priorität. „Ich bin nicht auf die schnellen Erfolge aus“, sagt der Coach. Das „hoch intensive Training“ – in Australien Standard mit Übungszeiten lange vor Schulbeginn – beherrscht Erth natürlich. Er sieht aber die Gefahr: „Viele Talente werden verbrannt.“

Bis auf die einmalige Teilnahme an den Norddeutschen Meisterschaften in Hamburg 1992, wo er Franziska van Almsick schwimmen sah („Sie war damals als 14-Jährige schon schneller als ich als 18-Jähriger“), bleibt seine aktive Zeit in den Bestenlisten eher im Verborgenen. Geschenkt. Seine Erfahrungen aus Aus­tralien, wo den Schul-Teams mit ihren semiprofessionellen Strukturen größte Aufmerksamkeit gezollt wird, um später Athleten einer „Schwimm-Nation Nummer eins“ hervorzubringen, seine Zusammenarbeit und Hospitanz bei Top-Trainern, will er bei der SGS einbringen – in bester Zusammenarbeit mit dem bestehenden Trainerteam. Klingt wie ein Versprechen – für die Zeit während und nach Corona.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7590078?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F
Nachrichten-Ticker