Fußball
Co-Trainer und Kicker: Henry Hupes freiwillige Doppelschicht

Münster -

Sein Wochenprogramm ist happig, über zu wenig Arbeit kann sich Henry Hupe nicht beklagen. Co-Trainer bei Preußens U-17-Junioren, dazu Führungsspieler beim Landesligisten Borussia Münster. Hupe ist ein Vielbeschäftigter in Sachen Fußball – und fährt diese Doppelschicht mit großer Leidenschaft.

Freitag, 18.09.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 14:12 Uhr
Borusse als Spieler: Henry Hupe führt auch ein SCP-Dasein als Co-Trainer.
Borusse als Spieler: Henry Hupe führt auch ein SCP-Dasein als Co-Trainer. Foto: Fabian Renger/Heimspiel

Tagtäglich steht Fußball auf dem Programm. Für Profis normal, für diesen Lehramtsstudenten der WWU Münster (Sport und Geschichte Sek. II) seit Saisonbeginn auch. Der Münsteraner Henry Hupe , 23 Jahre alt seit Freitag, fährt freiwillig eine außergewöhnliche Doppelschicht. Hier als defensiver Leader bei Landesligist Borussia Münster, dort als neuer Co-Trainer der U-17-Bundesligamannschaft des SC Preußen Münster . Und hat tatsächlich keinen freien Abend mehr.

„Nur am Donnerstag gibt es hier wie da Training. Da muss ich mich beeilen, um von Berg Fidel zur Grevingstraße zu kommen“, sagte er grinsend zum einmal notwendigen Sprint vom SCP-Training rüber zur Einheit unter Borussia-Coach Yannick Bauer. Hupe klagt nicht. Er hat es so gewollt und nicht gezögert, als die Preußen ihm den Job anboten. Julian Fuhrmann, der andere Assistent von Chefcoach Tobias Harink, hat auch bei der Trainer-Talentschmiede Borussia nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht.

Als Junior beim SCP

Sieben Juniorenjahre lang zog sich Hupe als Knirps und Heranwachsender das Preußendress über. Bis ihn eine Knieblessur stoppte und als U-19-Spieler richtig ausbremste. 2017 ging er zurück zum Stammverein. In die Kreisliga A. 2018/19 erzielte der zuverlässige Linksfuß satte 24 Treffer. „Da waren auch viele Standards dabei.“ Mit ihm ging es für Bauers Kader direkt durch die Bezirksliga bis in die Landesliga. Die Herbstmeisterschaft war ausschlaggebend für diese Entscheidung in Zeiten der Pandemie. Der nächste Aufstieg war für Hupe ein Grund mit, am Ball zu bleiben. „Der Aufstieg sorgte für den neuen Reiz, ganz klar“, sagt Hupe. „Mich hat das für alle bei Borussia sehr gefreut.“ Bauer weiß die Treue zu schätzen. „Ein 100-Prozent-Fußballer und ein astreiner Typ, hoch professionell und niemals überheblich“, wertet der Trainer.

Einst beschäftigte Hupe als U-9-Trainer die Kids bei der Borussia, zuletzt als U-15-Coach war er dann in der Bezirksliga richtig gefordert. „Ich habe schnell gemerkt, dass das mein Ding ist. Und jetzt wird alles richtig anspruchsvoll. Ich wollte auch in den Leistungsbereich.“ Die DFB-Elite-Jugend-Lizenz hat er schon. Die A-Lizenz soll folgen.

Analysen und Aufwärmprogramm

Beim SC Preußen widmet er sich dem Blick auf den jeweiligen Gegner. Ausführliches Videostudium ist angesagt, taktische Feinheiten müssen ermittelt und niedergeschrieben werden. Auf dem Übungsplatz macht er das, was Harink als Programm ansetzt. Und das Aufwärmen vor dem Anpfiff obliegt ihm. Zahllose Gespräche im Trainerkreis bilden ihn weiter. „Wir verstehen uns auch außerhalb des Platzes wirklich prächtig.“ Hupe hat sich durchaus Gedanken darüber gemacht, wie er als junger Mann bei den ambitionierten Spielern rüberkommt. „Ich hab‘ schnell gemerkt, dass Inhalte Respekt einbringen. Es gab und gibt keinerlei Probleme.“

Lob von Trainer Bauer

Trotz des sportlichen Spagats hat er bisher 80 Prozent aller Trainingseinheiten bei der Borussia mitgemacht. Bauer ist froh darüber, denn der überaus sattelfeste Innenverteidiger, der auch mal vor der Kette staubsaugen kann, ist in der Landesliga ebenso wenig fehlplatziert wie die ganze Garde. Alle eint die große Lust, dazuzulernen auf höherem Niveau.

„Und wenn Henry mal auf der Bank sitzen muss, dann nimmt er das völlig klaglos hin und fiebert von außen mit“, hat Bauer lupenreinen Teamspirit ausgemacht. Da Hupe aktuell von einer Hüftblessur genervt wird, tritt er nicht gegen den Ball. Er drückt den Innenverteidigern Moritz Pauli und Christopher Klimek wieder von draußen die Daumen. Das geht so lange, bis er entschieden hat, wohin ihn sein Weg führen soll.

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