Speckbrett: 52. Stadtmeisterschaften
Thiemanns neunter Streich zum Rekord

Münster -

Achtmal hatte Michael Thiemann bereits bei den Speckbrett-Stadtmeisterschaften die Sonderklasse gewonnen, jeder Titel hatte seinen ganz eigenen Stellenwert. Nun folgte der neunte Streich, der zweite Hattrick nach 2015, 2016 und 2017 und gleichbedeutend mit einer neuen Rekordmarke. Pech hatte dagegen Sebastian Mecking, der zum Doppel-Finale der Offenen Klasse nicht antreten konnte.

Montag, 21.09.2020, 14:16 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 15:47 Uhr
Neunfacher Champion und damit alleiniger Rekordhalter: Michael Thiemann
Neunfacher Champion und damit alleiniger Rekordhalter: Michael Thiemann Foto: Wilfried Hiegemann

Eine kleine Spitze in Richtung München konnte sich Michael Thiemann dann doch nicht verkneifen. Einfach eine „9“ schickte er am Samstagabend per WhatsApp an Michael Roloff, der seit Jahren in der bayrischen Landeshauptstadt lebt – und seit Samstag nicht mehr Speckbrett-Rekordchampion ist. Thiemann, sein langjähriger Kumpel bei der Schwimmvereinigung in Sudmühle, schwang sich mit seinem neunten Erfolg bei den Stadtmeisterschaften zum alleinigen Regenten auf – und weckte damit vielleicht sogar Roloffs Comeback-Ambitionen. „Ist ja kein Thema, dann komme ich eben ein Wochenende im September vorbei“, so lautete seine Replik aus München.

Den Weg zu seinem neunten Erfolg in der Sonderklasse – erstmals gewann der 43-Jährige 2005 – hätte kürzer sein können. In der Neuauflage des Vorjahresfinals gegen seinen jungen Herausforderer Florian Bruch , der bei Thiemanns erstem Triumph gerade einmal sechs Jahre alt war, hatte der Sudmühler alles unter Kon­trolle, führte nach dem 21:14 auch im zweiten Satz und hatte beim 20:18 zwei Matchbälle. Mit einem Volley-Stopp und einem sehenswerten Lob ins Eck wehrte Bruch diese ab, um sich dann nach einem Vorhandfehler Thiemanns zum 21:23 den Satzausgleich zu holen.

Weltklasse-Stopp zum Matchball

Die Vorzeichen hatten gewechselt, Thiemann schien müde. „Ich war ganz schön platt“, gestand er – und hatte dennoch mehr Körner als Bruch, der nach dem 3:3 vorentscheidend abreißen lassen musste (4:8, 5:10, 8:16). Mit einem spektakulären Rückhand-Halbvolley-Stop der Marke Weltklasse zum 20:13 holte sich der Favorit seinen dritten Matchball, den Bruch mit einem Vorhandfehler unfreiwillig verwandelte. Routine schlägt erneut Jugend, Thiemanns Rekordsieg vor gut 120 Zuschauern auf der Sentruper Höhe war perfekt und war gleichzeitig der Abschluss eines besonderen, aber erfolgreichen Turniers.

Pechvogel Sebastian Mecking

 „Unter dem Strich sind wir sehr zufrieden, unser Konzept auch am Finaltag ist aufgegangen“, sagte Timo Höppner vom SVSH, der mit der SV 91 nach Hiltrups Absage die Titelkämpfe organisiert hatte. Sein persönliches Erfolgserlebnis aber blieb ihm verwehrt: Im Finale der Doppel-Sonderklasse verlor er mit Thiemann gegen Jan Borkenhagen und Hendrik Bertling 18:21, 20:22 (nach 18:14-Führung), im Herren-40-Endspiel unterlag er seinem Vereinskollegen und Vorjahressieger Tim Gieseler 17:21, 21:17, 16:21.

Beeinträchtigt von der Corona-Pandemie war das Doppel-Finale der Offenen Klasse. Sebastian Mecking, seines Zeichens Lehrer, konnte wegen des ausstehenden Ergebnisses seines Testes nicht mitwirken. Leidtragender war neben ihm sein Partner Moritz Hansen, der das Finale nicht bestreiten konnte. So rutschten Alexander Schell/Linus Wermert nach, die aber 12:21, 25:23, 13:21 gegen Stephan Lange/Christian Lemke verloren. Ironie am Rande: Das Testergebnis von Pechvogel Mecking kam am Nachmittag – und war negativ.

Speckbrett-Stadtmeisterschaften - Endspiele

Sonderklasse: Michael Thiemann - Florian Bruch 21:14, 21:23, 21:13
Damen: Lena Müller - Kathrin Haddick 21:18, 21:10
Herren, Offene Klasse: Henning Nicholas - Norman Sikalieh 21:19, 21:17
Ü-40-Herren: Tim Gieseler - Timo Höppner 21:17, 17:21, 21:16
Ü-50-Herren: Michael Karrasch - Jörg Sobetzki 21:16, 21:16
Doppel-Sonderklasse: Hendrik Bertling/Jan Borkenhagen - Michael Thiemann/Timo Höppner 21:18, 22:20
Herren-Doppel, Offene Klasse: Stephan Lange/Christian Lemke - Alexander Schell/Linus Wermert 21:12, 23:25, 21:13
Ü-45-Doppel: Martin Lange/Martin Theisen - Carsten Ehlers/Jörg Sobetzki 24:22, 18:21, 21:14
Ü-60-Doppel: Manfred Arndt/Jürgen Breforth - Wolfgang Körner/Franz-Josef Möllerbernd 2:0
Mixed: Deborah Döring/Sven Bolsmann - Kathrin und Max Haddick 21:15, 21:12

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