Fußball: Regionalliga West
1:1 in Wuppertal: Preußen Münster bleibt dank Remberg ungeschlagen

Wuppertal -

Ausgerechnet Marco Königs: Der Ex-Preuße in Reihen des Wuppertaler SV traf für den neuen Verein gegen den alten und brachte damit den SC Preußen Münster in schwere Nöte. Doch dann kam Nicolai Remberg und machte spät den Ausgleich – nicht unverdient. Und beinahe hätte es sogar für den Drittliga-Absteiger noch die volle Ausbeute gegeben.

Mittwoch, 23.09.2020, 22:12 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 22:40 Uhr
Fußball: Regionalliga West: 1:1 in Wuppertal: Preußen Münster bleibt dank Remberg ungeschlagen
Kollektiver SCP-Jubel nach dem Ausgleichstreffer von Nicolai Remberg. Foto: Sebastian Sanders

Um 19.28 Uhr ging in Wuppertal planmäßig die Sonne unter. Kein großes Ding, weil sich ohnehin längst dicke Regenwolken über dem altehrwürdigen Stadion am Zoo zusammengeballt hatten. Zwei mächtige Flutlichtmasten, die schon bessere Zeiten und wohl auch bessere Spiele gesehen hatten, sorgten für Licht und eine zünftige Abendspiel-Atmosphäre am Rande der weltberühmten Schwebebahn. Vorhang auf für 90 Minuten Fußball pur in zwei Akten: Ex-Preuße Marco Königs erzielte für seinen neuen Club gegen die alten Kameraden das Tor zum 1:0 (21.) im ersten Durchgang. Nicolai Remberg sorgte zwei Minuten vor dem Schlusspfiff für den späten Ausgleich der Preußen . Nach 90 Minuten trennten sich der Wuppertaler SV und Preußen Münster 1:1.

Damit endete die dreiteilige Siegesserie Münsters, das Team blieb jedoch zum fünften Mal in dieser Saison ungeschlagen. „Wenn man so spät den Ausgleich schießt, ist das immer glücklich“, so das Fazit von Preußen-Trainer Sascha Hildmann, „aber richtig glücklich wäre gewesen, wenn wir dann auch noch den Siegtreffer erzielt hätten.“ Doch es blieb beim Teilerfolg und die Aussicht auf ein freies Wochenende. „Das haben wir nach den fünf Spielen auch bitter nötig“, so Hildmann.

Schwadorf nach Verletzung zurück

Der 48-Jährige hatte sein Personal aus gegebenem Anlass ein wenig umverteilt: Für den gesperrten Niklas Heidemann beorderte er Kapitän Julian Schauerte auf die linke Abwehrseite, als zentraler Ballverteiler fand sich Gianluca Przondziono hinter Mittelstürmer Joel Grodowski ein und Jules Schwadorf feierte nach zweiwöchiger Pause und überstandener Schultereckgelenkzerrung sein Comeback links vorne. Zusammen eine Mischung, die es in sich zu haben schien. Die Gäste erspielten sich die erste Chance nach bewährtem Muster: Ecke Joshua Holtby, Kopfball Alexander Langlitz – die erste Bewährungsprobe für WSV-Keeper Niklas Lübcke nach nur sechs Minuten. Acht Minuten später grätscht Wuppertals Abwehrspieler Tjorben Uphoff in höchster Not in eine Hereingabe von Schauerte aus der Gefahrenzone.

5. Spieltag, Saison 2020/21: Wuppertaler SV - Preußen Münster

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  • Zwei Traditionsclubs trafen am 5. Spieltag aufeinander: Der Wuppertaler SV empfing Preußen Münster. So kam es auch zum Duell zwischen Joelle Cavit Tomczak (l.) und Preußen-Akteur Jules Schwadorf.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Auf Seiten der Wuppertale stand mit Marco Königs ein ehemaliger Spieler der Preußen, der vergangene Saison für den SCP noch stürmte.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Verbissener Zweikampf zwischen dem Wuppertaler Joelle Cavit Tomczak und Jules Schwadorf. Letzterer geht hier gerade zu Boden, um den Ball wegzuspitzeln.

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  • Preußens Abwehrmann Simon Scherder gibt seinen Mitspielern Anweisungen.

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  • In dieser Szene scheitert SCP-Spieler Alexander Langlitz (am Boden) mit einem Flugkopfball an Wuppertals Keeper Niclas Lübcke.

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  • In der 22. Spielminute die bittere Pille für den SCP: Ausgerechnet der Ex-Preuße Marco Königs bringt Wuppertal mit 1:0 in Führung.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Zunächst hatten die Preußen - hier mit Gianluca Przondziono (l.) einen guten Start in die Partie erwischt....

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  • ...doch im Verlauf der ersten Halbzeit baute das Team von Coach Sascha Hildmann - hier mit Joshua Holtby (r.) im Duell mit Joey Paul Müller - stark ab. Die Wuppertaler Führung zur Halbzeit war verdient.

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  • „Maskenmann“ Joel Grodowski

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  • Begutachtete kritisch den Auftritt seines Teams: SCP-Trainer Sascha Hildmann

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  • Dank des späten Treffers von Nicolai Remberg (2.v.r.) zum 1:1 schaffte der SCP doch noch ein Remis.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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Königs zur überraschenden Führung

Keine Frage, Münster hatte zu diesem Zeitpunkt mehr vom Spiel, Wuppertal dafür Marco Königs. Der Ex-Preuße stellte nach Zuspiel von Marwin Studtrucker mit seinem zweiten Saisontreffer den Spielverlauf auf den Kopf und raubte den ehemaligen Kollegen mit diesem Treffer allen Schwung und Esprit. Königs war weiterhin an nahezu jeder gefährlichen Situation beteiligt. Simon Scherder, bislang Preußens bester Torschütze, musste an diesem Mittwoch ausnahmsweise in seiner Paraderolle als Innenverteidiger zur Höchstform auflaufen, um eine frühe Vorentscheidung zu verhindern. Zweimal klärte der Routinier in höchster Not vor Gianluca Marzullo. Zur Pause waren die Preußen mit nur einem Gegentreffer noch gut bedient.

Unverändert schickten beide Trainer ihre Teams zurück aufs Feld, und erneut erwischte der Gast den besseren Start. Vorne rackerte sich Grodowski unermüdlich und glücklos ab, sein beherztes Solo zwei Minuten nach Wiederanpfiff entschärfte Lübcke in höchster Not, nur drei Minuten später brachte der Keeper erneut sein Bein zwischen den Preußenstürmer und sein ersehntes Erfolgserlebnis. Nach einer Stunde dann die überfällige Reaktion von der Preußenbank: Für den blassen Przondziono kam Ousman Touray in die Partie, der sich direkt mit einem feinen Distanzschuss einführte und Keeper Lübcke zur nächsten Glanzparade zwang.

Langlitz bereitet vor

Münster blieb in der Folge meist am Ball, Wuppertal beschränkte sich auf den einen oder anderen Konter. Doch Münsters langer Atem wurde in der 88. Minute belohnt, als ausgerechnet der eingewechselte Nikolai Remberg nach Langlitz-Zuspiel den erlösenden Ausgleichstreffer landete.

Remberg hatte erst am Sonntag in letzter Minute die Preußen-Reserve zum Erfolg geschossen. Den Siegtreffer hatte er auch in Wuppertal noch auf dem Kopf, legte den Ball aber aus kürzester Entfernung am Tor vorbei. „Ich weiß auch nicht“, rang der 21-Jährige im Anschluss um die richtigen Einschätzung. „Ich spiele 20 Minuten und mache ein Tor, das ist gut. Aber ich muss das zweite auch machen, dann wäre es richtig gut gewesen. Der war noch einfacher, ich weiß nicht, wie ich den vorbeigekriegt habe.“

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