Fußball: Westfalenliga
Alan Bezhaev: HSV-Herz schlägt jetzt für den TuS Hiltrup

Münster -

Drei bisweilen turbulente Jahre erlebte Fußballer Alan Bezhaev nach seinem Wechsel von Gievenbeck zur Hammer Spielvereinigung in die Oberliga. Jetzt steuert der Stratege aus dem Mittelfeld heraus den TuS Hiltrup. Und blickt zurück auf vielfältige Erfahrungen.

Freitag, 25.09.2020, 16:36 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 15:05 Uhr
Alan Bezhaev grätscht zum Ball. Auch für Hiltrup kann er viel mehr als nur Abräumen.
Alan Bezhaev grätscht zum Ball. Auch für Hiltrup kann er viel mehr als nur Abräumen. Foto: Heimspiel

Der Hartnäckigkeit des Trainers ist es zu verdanken, dass in der neuen Formation des TuS Hiltrup das Herz der Hammer Spielvereinigung schlägt. Im defensiven Mittelfeld. Seite an Seite steuern Alan Bezhaev (26) und Nils Kisker (25) den Westfalenligisten – Seite an Seite waren sie bei der HSV in der Oberliga verantwortlich und sind nach der Abbruch-Saison gemeinsam nach Münster gewechselt. TuS-Coach Christian Hebbeler hatte das Duo schon länger auf dem Schirm.

„Bei ihm spürt man eine Wertschätzung“, sagt der Münsteraner Bezhaev, der schon im letzten Winter immer mal wieder Anrufe von Hebbeler bekam. Der begeisterte auch Kisker, den in Münster lebenden WWU-Studenten. „Wir sind dicke Freunde. Das war schon in Hamm so, direkt von Anfang an“, erzählt Bezhaev von einem „super Typen.“

Beim 1. FC Gievenbeck lernte Bezhaev ab 2001 das Kicken. Mit drei Nachwuchsteams feierte er Aufstiege. In der Westfalenliga-Elf von Bennie Heeke ragte er heraus, Mitte 2017 nahm er das Hammer Angebot an. Damals war dort Sven Hozjak als Trainer verantwortlich. Er schätzte den mitdenkenden Strategen, der Zweikämpfe führen und die Pässe klug spielen kann. 67 Oberligaspiele sammelte Bezhaev für Hamm.

„Das erste Jahr lief erfolgreich, wir wären fast aufgestiegen“, erinnert er sich. Ein Jahr später vermied die HSV den Abstieg so gerade eben noch. Und gewann in der letzten Serie von 20 Spielen kein einziges. Nur die von Corona bestimmte Entscheidung am Grünen Tisch sorgte für den Liga-Erhalt. Bezhaev: „In Hamm lief dann alles schief. Ich habe viele gute Menschen kennengelernt, aber auch große Unruhe von außen.“ Der Negativtrend sei partout nicht zu stoppen gewesen. „Wir steckten fest in unserem Trott. Es gab kein Entrinnen.“

Die Perspektivlosigkeit hier, die Hebbeler-Anrufe dort und die Verpflichtungen des Bachelorstudenten (Sport- und Gesundheitstechnik) an der Hochschule Hamm-Lippstadt befeuerten in der Kombination den Wunsch nach der Rückkehr nach Münster. Dass Kisker, der schon als A-Junior ein HSV-Trikot trug, ebenfalls zu begeistern war – umso besser. In Hiltrup bekam Bezhaev schnell ein Standing als Co-Kapitän an der Seite von Frederik Schulte und hinter Marcel Leeneman.

„Alan ist wichtig für uns, seine Mentalität herausragend“, beschreibt Hebbeler. „Er hat sich zuletzt sehr gefreut, mal wieder ein Spiel gewonnen zu haben.“ Mit Torerfolg zum 2:1 über Erkenschwick. „Ich kenne die halbe Mannschaft und hab‘ mit Co-Trainer Kay Göttsch noch in Gievenbeck gespielt. In Hiltrup geht es familiär und sorgfältig zu, es gibt keine Störfaktoren“, sagte Bezhaev. Die drei Jahre in Hamm (Hebbeler: „Ich finde, dass Alan gereift ist.“) verteufelt er keineswegs komplett. „Ich hab‘ sicher alles mitgemacht. Auch Ereignisse, die niemand braucht. Aber der Schritt aus Münster weg war der richtige. Ich musste raus aus den bekannten und auch gemütlichen Abläufen“, wertet Hiltrups Nummer 23. „Ich würde es wieder so machen!“

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