Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften
1. FC Gievenbeck plant gegen alle Widerstände

Münster -

Winterzeit ist Hallenzeit, aber Corona ist eben auch Corona – und nichts, wie es mal war. Der Fußball-Verband hat allen Hallenturnieren eine Absage erteilt. Dennoch kämpft der 1. FC Gievenbeck unverdrossen um die 44. Austragung des Jahresend-Klassikers.

Freitag, 02.10.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 18:11 Uhr
Der Höhepunkt mindestens der Hallensaison, vielleicht sogar des Fußballjahres in Münster:
Der Höhepunkt mindestens der Hallensaison, vielleicht sogar des Fußballjahres in Münster: Foto: Peter Leßmann

Die Beschlusslage ist eindeutig, unmissverständlich und aktuell auch nicht diskutabel: Der Verbands-Fußball-Ausschuss des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) hat die komplette Hallenrunde 2020/2021 unabhängig von Geschlecht, Jahrgang, Hallen- und Schuhgrößen vorsorglich abgeblasen. Für den Fußballkreis Münster als zuständige Genehmigungsbehörde ist das zumindest eine klare Ansage: „Wir werden kein Hallenturnier genehmigen, weil wir es schlichtweg nicht dürfen“, sagt Kreis-Vorsitzender Norbert Krevert und verweist der Vollständigkeit halber auf seinen Kollegen Helmut Thihatmar, dessen undankbare Aufgabe es ist, die schlechte Nachricht auf Nachfrage an die Veranstaltervereine weiterzuleiten.

Traditionsturniere abgesagt

Der Kreis selbst muss dabei nur die Hallenkreismeisterschaften für Männer und Frauen absagen, sowie die Stadtmeisterschaft der Frauen, die ebenfalls unter Ägide des Kreises stattfindet. Doch vor allem die Vereinsturniere sind in voller Härte betroffen: RW Alverskirchen hatte frühzeitig den traditionellen Ausber-Cup in Everswinkel gestrichen, das gleiche Schicksal ereilte den LEG-Cup des SC Nienberge. Die Junioren-Hallenrunde fällt ebenso ersatzlos aus, wie sämtliche Stadtmeisterschaften im Nachwuchsbereich. Höchst unerfreulich, aber als Kollateralschäden der weltweiten Corona-Krise, die zuvor bekanntermaßen sogar die Fußball-Europameisterschaften und die Olympischen Spiele torpedierte, irgendwie fast erwartbar.

Einzig beim 1. FC Gievenbeck rührt sich heftiger Widerstand gegen die frühzeitige Generalabsage aus Kaiserau. Am Gievenbeck Weg 200 laufen die Vorbereitungen für den unumstrittenen Höhepunkt des jährlichen Budenzaubers in Münster, die 44. Hallen-Stadtmeisterschaften am Berg Fidel, allen Widerständen zum Trotz auf Hochtouren. Geschäftsführer Stefan Grädler steht in ständigem Austausch mit dem Krisenstab der Stadt Münster, hat gemeinsam mit den Volleyballerinnen des USC Münster und den Basketballern der WWU Baskets ein umfassendes Hygienekonzept für den Berg Fidel vorgelegt – und bleibt hartnäckig am Ball. „Wir hatten sehr gute Gespräche mit Wolfgang Heuer, dem Vorsitzenden des Krisenstabs. Da wurde mehr als deutlich, dass der Stadt Münster sehr daran gelegen ist, so viel Sport zu ermöglichen, wie unter diesen Umständen vertretbar ist“, berichtet Grädler von fruchtbaren und erfolgversprechenden Runden.

Volleyball geht, Basketball darf, Fußball hofft

Der Krisenstab schickt die USC-Volleyballerinnen mit Zuschauern ins Ligarennen, freut sich auf den Saisonstart der Korbjäger und würde nach aktuellem Stand auch die münsterische Fußballfamilie nur ungern um ihr Weihnachtsvergnügen bringen. „Jetzt werden wir Kontakt mit dem Verband aufnehmen“, sagt Grädler. Als unterstützende Maßnahme hat Turnierchef Christian Wielers den Turnierplan coronagerecht überarbeitet. Gespielt würde nur noch in Dreiergruppen und dann möglicherweise auch nicht mehr oder nicht mehr ausschließlich zwischen Weihnachten und Neujahr. Auch eine Verlegung oder Verlängerung ins neue Jahr ist denkbar. „Wir sind da flexibel und gesprächsbereit“, so Grädler, der sich allerdings auf die Ferienzeit festlegt. Damit allerdings steht auch schon fest, dass es bei den A- und B-Junioren keinen neuen Stadtmeister geben wird. „Die Juniorenstadtmeisterschaften werden nicht stattfinden“, bestätigt Grädler. Für die großen „Stadtis“ sieht er dagegen noch gute Chancen: „Ich wüste nicht, warum sich der Verband verweigern sollte, wenn die Stadt grünes Licht gibt.“ Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

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