Volleyball: Bundesliga
USC Münster: Buijs krank – Thomsen übernimmt

Münster -

Kurzfristig hatte der USC am Samstag in Schwerin auf Teun Buijs verzichten müssen. Der Trainer wurde mit Schmerzen ins Krankenhaus eingewiesen. Lisa Thomsen übernahm im Bundesligaspiel beim Rekordmeister die Verantwortung. Buijs geht es inzwischen besser.

Sonntag, 11.10.2020, 17:12 Uhr
Ungewohnte Position: Nach dem Ausfall von Teun Buijs (kl. Foto) führte Lisa Thomsen den USC in Schwerin.
Ungewohnte Position: Nach dem Ausfall von Teun Buijs (kl. Foto) führte Lisa Thomsen den USC in Schwerin.

Die wichtigste Nachricht gab es für den USC Münster am Tag nach dem Spiel. Im Anschluss an medizinische Untersuchungen durfte Chefcoach Teun Buijs das Krankenhaus in Schwerin am Sonntag verlassen. Die Diagnose ließ eine Heimreise per Zug zu. „Es hat uns sehr gefreut zu hören, dass es Teun besser geht und er reise- und transportfähig ist. In Münster wird er nun weiter behandelt“, sagte Assistenz-Trainerin Lisa Thomsen . Der 60-Jährige hatte nach der Anreise zum Bundesligaspiel in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns über Schmerzen im Oberbauch geklagt. Nach temporärer Besserung waren die Beschwerden am Samstagvormittag wieder aufgetreten und zunehmend heftiger geworden. Daraufhin hatte sich Buijs in ärztliche Hände begeben.

Der Sport trat in den Hintergrund, gespielt wurde natürlich trotzdem. Der USC verlor die Begegnung beim deutschen Rekordmeister mit 0:3 (16:25, 21:25, 18:25). Ex-Nationalspielerin Lisa Thomsen übernahm den Part von Buijs – ihre Premiere in der Bundesliga als verantwortliche Trainerin. Und dann auch noch ohne fachliche Unterstützung. In Absprache hatte Marvin Mallach, der zweite Buijs-Assistent, die Reise nach Schwerin nicht mit angetreten.

Die Zeit vor Spielbeginn beschrieb Thomsen „als hektisch und aufregend“. Alle seien ob der Umstände sehr nervös gewesen. Die Trainerin eingeschlossen. Ein Aufstellungsfehler kostete Münster in der Anfangsphase drei Punkte. Ein 3:4 korrigierten die Schiedsrichter in ein 0:4. „Ein blöder Fehler, das ging auf meine Kappe“, ärgerte sich Thomsen.

Vor 680 Zuschauern verkaufte der USC seine Haut teuer. „Wir haben vieles richtig und sehr gut gemacht“, befand die Trainerin. Sie selbst traf mit der Maßnahme, auf Anika Brinkmann zu vertrauen, eine kluge Entscheidung. Die 34-jährige Außen- und Annahmespielerin lieferte nach offenbar komplett auskurierter Muskelverletzung ein blitzsauberes Spiel ab. „Anika hat sich die Auszeichnung zur wertvollsten Spielerin wirklich verdient“, erklärte Thomsen später.

Der USC zeigte eine ansprechende Leistung, Lohn in Form eines Satzgewinns gestand ihm der Kontrahent nicht zu. Thomsen: „Es gab Phasen, da haben wir Schwerin wirklich unter Druck gesetzt, doch irgendwie haben die dann doch wieder einen Ausweg gefunden.“ Nach 73 Minuten war die Partie vorüber und Thomsen um eine Erfahrung reicher, „die ich nie vergessen werde“. Ihr Dank galt dem kompletten Team, das sich der schwierigen Situation stellte und insbesondere in der Abwehr tolle Szenen hatte: „Dieser Tag war sehr schwierig, die Mädels haben das Beste daraus gemacht. Ich bin zufrieden und super stolz.“

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