Handball: Verbandsliga Frauen
Kinderhaus unterliegt 20:25 – Ostendorf räumt Fehler ein

Münster -

Erstes Oberligaspiel, aber nicht der erste Sieg: Die Handballerinnen von Westfalia Kinderhaus haben einen Traumstart verpasst. In Wolbeck unterlagen sie am Sonntag Teutonia Riemke 20:25. Trainer Florian Ostendorf nahm einen Teil der Niederlage auf seine Kappe.

Sonntag, 11.10.2020, 19:56 Uhr aktualisiert: 15.10.2020, 17:22 Uhr
Endstation am Kreis: Westfalias dreifache Torschützin Aline Thier wird in dieser Szene unsanft gebremst:
Endstation am Kreis: Westfalias dreifache Torschützin Aline Thier wird in dieser Szene unsanft gebremst: Foto: Jörg Riemenschneider

Die Zuschauer waren froh, dass sie mal wieder ein Handballspiel sehen konnten. Die Westfalia-Spielerinnen waren froh, dass sie endlich um Oberliga-Punkte kämpfen durften. Und die Frauen aus Riemke waren froh, dass sie mit einem 25:21 (10:10)-Sieg über Kinderhaus beide Punkte entführen konnten. Damit bleiben sie Spitzenreiter und sehen dennoch einer ungewissen Zukunft entgegen. Denn am Wochenende herrschte vorwiegend Stillstand in der Damen-Oberliga, im Kreis Unna sogar Sportverbot bis Ende Oktober. Corona lässt grüßen. Und die Skepsis hinsichtlich einer „normalen“ Saison bleibt.

Neuzugang Hannah Davids darf für sich in Anspruch nehmen, das erste Oberliga-Tor für Kinderhaus erzielt zu haben. Überhaupt erwies sich die Ex-Spartanerin als Belebung auf Rechtsaußen, ist sie doch mit dem Privileg ausgestattet, einzige Linkshänderin im Team von Florian Ostendorf zu sein. Bis zur Kinderhauser 3:0-Führung nach acht Minuten hatte Riemke noch kein Bein an den Boden im Wolbecker Schulzentrum bekommen. Das sollte sich allerdings sehr bald ändern, so dass sich die Gastgeberinnen plötzlich mit 3:6 im Hintertreffen sahen. Bis zur Pause hatten sich die Dinge wieder normalisiert und man ging mit einem gerechten 10:10-Unentschieden in die Kabinen.

Im zweiten Abschnitt wollte Trainer Florian Ostendorf den Gast düpieren und setzte im Angriff auf sieben Feldspielerinnen. Eine Maßnahme, die letztlich nicht fruchtete und eher Unruhe brachte. Den Schuh zog sich später auch Ostendorf an, der freimütig einräumte: „Ich habe in dieser Phase einige falsche Entscheidungen getroffen. Außerdem habe ich zu oft gewechselt, so dass der Spielfluss litt. Damit habe ich meiner Mannschaft geschadet.“

Diese Selbstkritik ehrt den Coach, wenngleich auch andere Dinge nicht passten. War vor der Pause noch das meiste in Ordnung, misslang im zweiten Abschnitt einfach zu viel. Fehlwürfe aus dem Rückraum, misslungene Anspiele an den Kreis oder zu den Außen, zu wenig Aggressivität in der Abwehr. Die Torhüterinnen wurden zu oft allein gelassen, wenngleich Deborah Peters mit vier gehaltenen Strafwürfen ein durchaus akzeptables Debüt gab.

Sie können es besser, die Westfalia-Frauen. Das haben sie schon oft bewiesen, und das werden sie zeigen. Zunächst nun dreimal auswärts, so dass sich die münsterischen Zuschauer noch bis in den November gedulden müssen. Dann dürfen sie vielleicht sogar ein echtes Heimspiel erleben. Falls die Arbeiten in der Kinderhauser Halle abgeschlossen sind und die Pandemie den Spielbetrieb erlauben sollte.

Westfalia-Tore:Davids, Ludusan (je 4), Bolze, Thier (je 3), Glage, Schwarz (je 2), Engelhardt, Plett (je 1), Hardeweg (1/1)

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