Tischtennis: NRW-Liga
Derby zwischen Borussia Münster und dem 1. TTC im Corona-Stil

Münster -

Die Mindesttemperatur in Sporthallen darf beim Wettbewerb nun 15 Grad unterschreiten. Tischtennis-Asse zum Beispiel müssen sich also warmspielen. Das gilt im münsterischen Derby der NRW-Liga für die Herren von Borussia und den 1. TTC.

Mittwoch, 14.10.2020, 16:40 Uhr aktualisiert: 18.10.2020, 14:32 Uhr
Thomas Boonk vom 1. TTC fühlt sich nicht wohl, sieht im Sofa aber auch keine Lösung.
Thomas Boonk vom 1. TTC fühlt sich nicht wohl, sieht im Sofa aber auch keine Lösung. Foto: Wilfried Hiegemann

Im Winter könnte es beim Tischtennis frisch werden. Jedenfalls hat der Westdeutsche Verband seine Regeln gelockert. Bislang war bei Wettkämpfen eine Hallen-Temperatur von mindestens 15 Grad verbindlich vorgeschrieben. Dieser Passus ist ausgesetzt angesichts erforderlicher Durchlüftungsmaßnahmen in Zeiten der Pandemie. „Eine sinnvolle Maßnahme. Außerdem sind wir keine Weicheier und werden das schon aushalten“, sagt Max Kruse , Teamsprecher von Borussia Münster. Im Derby trifft der NRW-Ligist am Samstag auf den 1. TTC Münster. „Wir freuen uns drauf“, sagt Kruse.

Die Tischtenniszunft ist bereits seit Ende August wieder am Ball, somit länger als Volleyballer, Handballer und Basketballer. Nicht jeder hat beim Neustart direkt „Hurra“ gerufen – und mancher tut es noch immer nicht. Die rasant steigende Zahl der Neuinfektionen, die gebotene Distanz zwischen den Protagonisten, die Streichung der Doppel – der Sport hat seine Unbeschwertheit verloren und an Spaß eingebüßt. „Ich glaube, es ist wichtig, dass wir wieder spielen. Jetzt auf dem Sofa zu sitzen mit einer Tüte Chips, wäre ja auch nicht die Lösung. Andererseits kann ich nicht behaupten, dass ich mich wohlfühle. Andere sehen das vielleicht entspannter“, erklärt TTC-Mannschaftssprecher Thomas Boonk .

Natürlich nimmt auch Kruse die Veränderungen wahr. Er vermisst die ordentliche Begrüßung, das Abklatschen, den anerkennenden Händedruck des Verlierers. „Da fehlt etwas“, sagt er, aber jetzt sei es vor allem wichtig, die Dinge, die vorgegeben sind, auch einzuhalten“.

Borussia, das im Frühjahr erst über das Nachrückverfahren den Platz in der NRW-Liga rettete, ist angesichts von 6:2-Punkten prima in die Saison gestartet. Zugang Nico Grohmann erweist sich als Volltreffer. Die neue Nummer eins, die aus Hessen zu den Münsteranern wechselte, bildet gemeinsam mit Kruse ein sehr vorzeigbares oberes Paarkreuz, enorm in Form präsentiert sich auch Jeremy Fouillet (7:1-Bilanz). Auf Strecke möchte Borussia „oben angreifen und die Favoriten ärgern“ (Kruse).

Aufsteiger TTC hat nichts anderes als den Klassenerhalt im Sinn. Was schwierig genug wird angesichts von vier Absteigern. Nach drei Partien steht die Mannschaft noch ohne Punkt da, bei zwei 5:7-Niederlagen schrammte sie hauchdünn an einem Remis vorbei. „Wir sehen, dass wir ganz gut mitspielen. Doch für Zählbares muss wirklich alles passen. Das hatten wir bislang noch nicht“, konstatiert Thomas Boonk. Der Routinier vermisst aktuell vor allem die Doppel. „Das fehlt uns als Team. Zurzeit sind wir ein bisschen Einzelsportler.“

Kruse bestätigt das. Er begrüßt es, dass grundsätzlich alle Einzel ausgetragen werden und auch dann weitergespielt wird, wenn die Begegnung schon entschieden ist. „So kommt jeder auf zwei Spiele und kann an seinen persönlichen Bilanzen arbeiten. Geschenkt wird definitiv nichts.“ Vermutlich auch nicht im Winter, wenn es aus gegebenem Anlass ziemlich frisch wird an den Tischtennis-Platten.

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