Fußball: Saisonunterbrechung
In Westfalen wird 2020 nicht mehr gespielt

Münster -

2020 wird kein Fußball mehr gespielt. Zumindest nicht in einer Liga in Westfalen. Der FLVW hat seine Saison wie erwartet bis zum Ende des Jahres ausgesetzt. Wie es danach weitergeht, ist natürlich noch offen. Eine mögliche frühere Wiederaufnahme der Serie wurde schon diskutiert.

Mittwoch, 18.11.2020, 14:32 Uhr aktualisiert: 18.11.2020, 21:44 Uhr
Nils Burchardt (r.) und die zweite Mannschaft des SC Preußen haben in der Oberliga letztmals am 18. Oktober gespielt. Neun von 40 Partien der 21er-Staffel sind absolviert. 31 müssten also in vier oder fünf Monaten noch folgen.
Nils Burchardt (r.) und die zweite Mannschaft des SC Preußen haben in der Oberliga letztmals am 18. Oktober gespielt. Neun von 40 Partien der 21er-Staffel sind absolviert. 31 müssten also in vier oder fünf Monaten noch folgen. Foto: Wilfried Hiegemann

Die Nachricht kam nicht überraschend, die vorangegangene Entscheidungsfindung war kurz und schmerzhaft: Am Dienstagabend hatte der Verbandsfußballausschuss des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen die Vorsitzenden seiner 29 Kreise virtuell versammelt, um dem Punktspielbetrieb im Jahr 2020 den Gnadenstoß zu versetzen. „Es gab keine gegenteilige Meinung“, bestätigt Norbert Krevert , der als dessen Vorsitzender den Kreis Münster bei der Videoschalte vertrat.

Am Mittwochvormittag ging die Vollzugsmeldung aus dem Verbandsbüro in Kamen dann via Mail an die Vereine und die Öffentlichkeit. „Das hatten wir so vereinbart“, so Krevert, der mit „seinen“ Clubs im Hoheitsgebiet des Kreises 24 jedoch in den kommenden Tagen ebenfalls Kontakt aufnehmen wird. „Auch, weil das für die Vereine ein harter Schlag ist. Da ändert es auch nichts, dass aufgrund der aktuellen Situation in dieser Pandemie keine andere Entscheidung sinnvoll gewesen wäre.“

Der Fußball ist nicht die große Gefahrenquelle

Norbert Krevert

Gerade dem Sport und den Vereinen attestiert Krevert „ein herausragendes“ Krisenmanagement. „Da muss sich niemand einen Vorwurf gefallen lassen. Der Fußball ist nicht die große Gefahrenquelle.“ Die Vereinbarung gilt für alle Amateur- und Jugendspielklassen sowie Freundschaftsspiele auf Verbands- und Kreisebene – und eben bis Silvester. Wie es weiter geht? Krevert zuckt die Schultern: Keiner weiß es. Ein vorzeitiger Neustart 2021 sei denkbar, heißt es in der Verbandsmitteilung. Wie wahrscheinlich das ist? Fraglich. Antworten kann es aktuell nicht geben. Nur so viel: „Die Arbeit der Vereine und ihre Bedeutung in der und für die Gesellschaft sind gewaltig“, stellt Krevert klar. „Ich drücke die Daumen, dass zumindest das Training in diesem Jahr wieder aufgenommen werden kann. Aber das entscheiden je nach Entwicklung der Lage die Politik und die Gesundheitsämter. Vor allem für die Jugendlichen wäre das wichtig.“

Kommentar: Im Sommer fehlte die Weitsicht

Vorab: Die Entscheidung, auch im Dezember keinen Spielbetrieb auszurichten, ist unausweichlich. Später wäre sie dem FLVW ohnehin abgenommen worden. Die Vereine sind zwar enttäuscht, stehen aber größtenteils hinter dem Beschluss und waren klug genug zu erahnen, was kommt. Dennoch darf Kritik an dieser Stelle nicht fehlen. Die überkreislichen Staffeln hat der Verband im Sommer unnötig aufgebläht. Eine vollständige Serie ist dort schon jetzt kaum überall durchzubringen, obwohl der Fußball gegenüber Hallensportarten den unschätzbaren Vorteil hat, im Freien stattzufinden. Es wäre auch anders und weitsichtiger gegangen. Der Kreis Münster hat (genau wie der westfälische Handballverband) die Klassen verkleinert, die Jugend-Bundesligen spielen nur eine Halbserie, die Regionalliga Nord hat sich einfach in zwei Staffeln aufgeteilt. Alles schlau. Wenn es jetzt vorderstes Ziel ist, zumindest die Hälfte der Saison abzuwickeln, um sie zu werten, mag das pragmatisch klingen. Ein fairer Ausgang der Saison ist so aber nicht möglich. Thomas Rellmann

...

Um Punkte geht es, soweit herrscht ab sofort Planungssicherheit, frühestens im kommenden Jahr wieder. „Sobald wir wissen, wann es weitergeht, muss der Rahmenterminplan angepasst werden. Und dann geht es vor allem darum, eine Annullierung der Saison zu vermeiden. Dafür müsste überall zumindest eine komplette Halbserie absolviert werden“, beschreibt Krevert die Mindestanforderung für die Fortsetzung der Punkterunden im kommenden Jahr 2021.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7683477?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F
Nachrichten-Ticker