Volleyball: Bundesliga Frauen
USC in Potsdam Sonntag in der Außenseiterrolle

Münster -

Ob sich das Gastspiel beim zuletzt so starke SC Potsdam eignet, um wieder in die Spur zu finden, ist fraglich. Zumindest findet der USC Münster diesmal nicht den Druck der vergangenen beiden Wochen vor. Am Sonntag sind die Grün-Weißen klarer Außenseiter.

Freitag, 20.11.2020, 16:22 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 16:26 Uhr
Liza Kastrup trägt viel Last. Weil Helo Lacerda noch immer Knieprobleme zusetzen, ist sie die einzige Diagonalspielerin im Team.
Liza Kastrup trägt viel Last. Weil Helo Lacerda noch immer Knieprobleme zusetzen, ist sie die einzige Diagonalspielerin im Team.

Und jetzt Potsdam. Die Volleyballerinnen des USC Münster müssen sich mächtig strecken, wenn sie am Sonntag (16.30 Uhr) Zählbares vom Auswärtsspiel in der Landeshauptstadt Brandenburgs mitnehmen wollen. Gerade erst hat sich der SCP unerwartet und sehr eindrucksvoll für das Finale im DVV-Pokal qualifiziert. Beim Meister Stuttgart siegte er am Donnerstag 3:1. Es ist der frischeste Beleg für den steten Aufschwung in Potsdam. Der USC ist gerade in der Gegenrichtung unterwegs. Das krasse 0:3 zuletzt in Suhl musste als vorläufiger Tiefpunkt dieser bisher ziemlich missratenen Saison markiert werden.

Vier Chancen haben die Unabhängigen bis Weihnachten noch, um der Konkurrenz zu zeigen, dass Münster kein Selbstbedienungsladen ist. Lisa Thomsen lebt den Glauben an erfolgreichere Zeiten vor. „Ich sehe ja in jedem Training, dass unsere Maßnahmen greifen. Wir drehen an den richtigen Stellschrauben“, sagt die Trainerin. Umso mehr muss es die ehemalige Nationalspielerin wurmen, dass ihre Mannschaft im Wettkampf bisher ein anderes Gesicht zeigt und das sorgsam und wiederholt Eingeübte unter Druck nicht funktioniert.

Thomsen mag ihren Kummer darüber nicht thematisieren. Es ist ihre Aufgabe, die spürbar verunsicherte Mannschaft ohne Unterlass anzuschieben und sie auf Kurs zu bringen. Dies bedarf großer Kraft und auch mentaler Fähigkeiten – im gesamten Trainerstab. Beim Blick auf die Tabelle, in der nur Erfurt hinter dem USC steht, wird jedem bewusst, dass es Zeit wird, die Talfahrt zu stoppen, ehe der Frust nicht mehr einzufangen ist. Thomsen bleibt Optimistin: „Ich weiß, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Spielerinnen sind der gleichen Überzeugung.“

Gegner „unfassbar gut“

In Potsdam sieht Thomsen ihr Team in der Außenseiterrolle. Der Gegner sei gerade „unfassbar gut. Das gibt uns die Möglichkeit, etwas freier als zuletzt aufzuspielen. Vielleicht können wir endlich alles zeigen, was wir können“.

Zu Saisonbeginn flatterte Münster in der Annahme. Aktuell hakt es im Angriff. Anika Brinkmann muss zu viel Last tragen, weil es ihren Mitspielerinnen an der nötigen Durchschlagskraft fehlt. „Auch daran haben wir im Training gearbeitet“, versichert Thomsen. Es wird allerdings ganz erhebliche Fortschritte brauchen, um Potsdam zu beeindrucken. Im Pokal-Halbfinale gegen Stuttgart trug der Sieger in vier Sätzen 20 Blockpunkte zusammen – ein herausragender Wert.

Vielleicht ist die Prüfung am Sonntag noch zu schwierig. Gegen Straubing, Aachen und Erfurt danach sollte die Arbeit an den Werktagen dann aber wirklich Früchte eintragen.

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