Volleyball: Bundesliga Frauen
USC stolpert in Potsdam über Eigenfehler-Quote

Münster -

Die Trainerin sieht Fortschritte, in der Tabelle schlagen sich diese allerdings noch nicht nieder. 0:3 verloren die Volleyballerinnen des USC Münster am Sonntag ihr Ligaspiel beim SC Potsdam. Wieder einmal wurde Anika Brinkmann als Beste ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

Sonntag, 22.11.2020, 19:36 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 13:24 Uhr
Münsters Diagonalspielerin Liza Kastrup erwischte in Potsdam keinen guten Tag. Hier greift sie gegen Ana Escamilla (linlks) und Deborah Scholz an.
Münsters Diagonalspielerin Liza Kastrup erwischte in Potsdam keinen guten Tag. Hier greift sie gegen Ana Escamilla (linlks) und Deborah Scholz an. Foto: Julius Frick

Eins aus sieben: Die Saison-Bilanz des USC Münster erhält mehr und mehr frustrierende Züge. Nach dem Auftakterfolg gegen Wiesbaden (3:2) ging am Sonntag nun schon das sechste Spiel in Reihe verloren. Beim SC Potsdam unterlag der Bundesligist 0:3 (20:25, 20:25, 20:25). Es war weit entfernt von einer Klatsche, aber natürlich erneut eine Enttäuschung. Auch im vierten Auswärtsspiel dieser Spielzeit blieben die Unabhängigen ohne Satzgewinn. „Ich habe uns im Block und in der Annahme gleichwertig gesehen und mit Freude weitere Fortschritte festgestellt. Zumindest einen Satz hätte ich der Mannschaft gegönnt“, konstatierte Trainerin Lisa Thomsen.

Die Buijs-Nachfolgerin hatte im Vorfeld der Partie auf die guten Trainingsleistungen hingewiesen. Insgeheim mag sie sich Hoffnungen auf eine Überraschung gemacht haben. Doch das ließen die Brandenburgerinnen trotz Dauerbeschäftigung nicht zu. Erst am Mittwoch und Donnerstag war der SCP mit zwei Siegen binnen 24 Stunden ins Pokalfinale gestürmt. Sollte der USC auf einen Spannungsabfall beim Gegner gesetzt haben, wurde er enttäuscht. Potsdam dominierte die Begegnung über weite Strecken.

Nur Brinkmann mit Durchschlagskraft

Wieder fiel ins Gewicht, dass Münster im Angriff die Durchschlagskraft fehlt, um ein Schwergewicht der Liga aus der Balance zu bringen. Anika Brinkmann bleibt auf Außen und im Hinterfeld eine löbliche Ausnahme. Aber weil der 34-Jährigen mitunter schlicht zu viel Verantwortung auf die Schultern geladen wird, bleibt das Spiel des USC zu durchsichtig. Auch am Sonntag war Brinkmann Münsters beste Angreiferin bei einer hervorragenden Quote von 52 Prozent. Im Mittelblock machte Demi Korevaar ein gutes Spiel, auf der Diagonalen findet Adeja Lambert allmählich Anschluss. „Es freut mich sehr für Adeja. Sie hatte heute große Spielanteile und ein paar richtig gute Ideen“, so Thomsen.

Nur einmal während der kompletten 79 Minuten führte der USC, ganz zu Beginn des zweiten Satzes mit 2:1. Zur ersten technischen Auszeit hatte Potsdam das Geschehen schon wieder gedreht. Eigentlich lief Münster pausenlos Rückständen hinterher. Krass waren die Unterschiede im Vergleich der Fehler. Dem USC unterliefen 25, die direkt zu Gegenpunkten führten. Potsdam leistete sich nur 14. Thomsen: „Das muss sich jetzt rasch ändern. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen.“

Kurze Strohfeuer

Insgesamt traten die Unabhängigen in Potsdam besser und auch couragierter auf als beim Debakel in Suhl acht Tage zuvor. Jeweils in den zweiten Satzhälften kamen sie dem Kontrahenten nach Punkten auch recht nahe. Im ersten Abschnitt verkürzten sie auf 17:20, in den folgenden waren sie jeweils bei 19:21 auf Schlagdistanz. Doch am Ende waren es schön anzusehende Strohfeuer – mehr noch nicht.

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