Leichtathletik: Silvesterlauf
Schwerer Start für Kerkering als Clubchef der Laufsportfreunde

Münster -

Seit wenigen Monaten ist Stephan Kerkering Vorsitzender der Laufsportfreunde. Wie schwer es ist, in diesem Jahr ein Erliegen des Vereinslebens zu verhindern, weiß er seitdem genau. Dennoch lebt die Hoffnung auf bessere Zeiten – auch wenn der Silvesterlauf natürlich ausfällt.

Donnerstag, 31.12.2020, 10:34 Uhr aktualisiert: 01.01.2021, 15:37 Uhr
Kein Startschuss zum Silvesterlauf in diesem Jahr, der neue LSF-Vorsitzender Stephan Kerkering hofft auf 2021.
Kein Startschuss zum Silvesterlauf in diesem Jahr, der neue LSF-Vorsitzender Stephan Kerkering hofft auf 2021. Foto: Michael Holtkötter

Andersherum wäre es Stephan Kerkering lieber. Nun gut, denkt sich der Vorsitzende der Laufsportfreunde Münster, Ausdauer und Geduld hat er sowieso, dann wird auch das Corona-Jahr 2020 irgendwie überstanden. Der Clubchef nimmt es pragmatisch: „Dann muss ich halt am Nachmittag auf der Sentruper Höhe nicht abbauen.“ Denn eigentlich wäre es genau so, dass nach dem Silvesterlauf der LSF die Vereinsmitglieder klar Schiff auf der Sportanlage machen. Die Rennen finden nun nicht statt. Stattdessen wird Kerkering abends seiner Profession als Polizist nachgehen. Anstrengend ist es so oder so.

Der 55-Jährige übernahm im September den Vorsitz und ist damit für rund 600 Mitglieder Ansprechpartner Nummer eins. Stabwechsel im Verein in Zeiten von Covid-19, Lockdown, An- und Versammlungsverboten. Nachdem Philipp Brouwer sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, sprang der 2. Vorsitzende ein. Akzente will er setzten, die LSF vielleicht auch ein bisschen breiter aufstellen. „So eine Aufgabe fällt einem ja irgendwie zu, es stehen keine 20 Bewerber dafür Schlange.“

Keine Veranstaltung

Der stellvertretende Leiter für Fortbildung bei der Polizei Münster blickt auf ein sonderliches Jahr zurück. Keine LSV-Veranstaltung wurde ausgetragen, der Silvesterlauf 2019 war das letzte gemeisterte Spektakel. Im März fiel der Siena-Garden-Straßen- und Firmenlauf der Pandemie zum Opfer. Im Sommer wurde der ZfS-CityRun gestrichen, nun der Silvesterlauf. Der Kasernenlauf im Herbst war da nur ein kleiner Ersatz, „unser Lebenszeichen“, wie Kerkering sagt. Und auch für den im März geplanten 25. Straßenlauf ist die Hoffnung auf eine Austragung gering, das Jubiläum muss wohl weiter verschoben werden. „Wir haben die Veranstaltung noch nicht abgesagt, aber es sieht nicht gut aus“, sagt Kerkering.

Der Ausfall der drei Großveranstaltungen trifft die Laufszene ins Mark, den Verein erst recht. Ideell sei das schwer zu verkraften, finanziell auch. Über 1000 Starter im Frühjahr, über 500 beim Sommer-City-Run und 1500 bis 1800 zu Silvester – mit dem Meldegeld und den angeschlossenen Einnahmen durch die Kuchentheke sowie Sponsoren-Zuwendungen kommt da eine große Summe zusammen. Kein Pappenstiel für den Verein.

Trainingstipps per Video

Doch 2020 war für viele Vereine ein Jahr, in dem wenig bis gar nichts ging. Bei den LSF versuchten die Trainer und Übungsleiter mit ihren Gruppen das Beste daraus zu machen, lieferten über die sozialen Medien oder per Video Trainingstipps, hielten die Athleten am laufen. Aber, so Kerkering: „Das Vereinsleben ist auf null gefahren.“

Das soll sich in Zukunft ändern, aber noch ist Geduld gefragt. Kerkering wird das mit seinen Mitstreitern durchstehen. Als Läufer, Marathonbestzeit bei 3:04 Stunden, und 16-facher Ironman-Finisher, weiß er, was dranbleiben bedeutet. 2021 wird alles anders, vielleicht auch besser.

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