Serie: Sport in der Corona-Falle
Nicht nur ein zerstörter Feuermelder bereitet den Münster Mohawks Sorgen

Münster -

Susanna Becker redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Wir müssen kämpfen“, sagt die Pressewartin der Münster Mohwaks. Wie so viele Mannschaften und Vereine sind auch die Lacrosser in der Corona-Pandemie nicht frei von Sorgen, fehlende Einnahmen und keine Neuzugänge setzen ihnen zu. Die Hoffnung liegt auf dem Frühling.

Montag, 01.02.2021, 10:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 16:46 Uhr
Lacrosse online: Trainer Chris Webborn (oben rechts) versucht seinen Schützlingen die richtige Technik zu vermitteln.
Lacrosse online: Trainer Chris Webborn (oben rechts) versucht seinen Schützlingen die richtige Technik zu vermitteln. Foto: privat

Veranstaltungen werden abgesagt, neue Mitgliedsbeiträge brechen weg, mögliche Spendengelder werden einbehalten – die Corona-Krise trifft die Vereine im Mark. Vor allem jene, die nur eine spezielle Sportart anbieten. „Wir müssen kämpfen“, sagt Susanna Becker , Pressewartin der Münster Mohawks. Die Lacrosseteams der Frauen und Männer in der Bundesliga sind aktuell nur online je zweimal die Woche im Trainingseinsatz. Und das mit hoher Risikobereitschaft in den eigenen vier Wänden. Eine Spielerin der zweiten Mannschaft holte jüngst den Feuermelder von der Decke, als sie versuchte, den Hartgummiball mit dem Schläger zu spielen. In den sozialen Netzwerken wurde das Video dazu zum Selbstläufer. „Ich muss auch aufpassen, dass ich nicht die Vasen vom Regal kicke“, lacht Becker. Sie spielt in der zweiten Frauen-Mannschaft und hält sich zweimal die Woche auf diese Weise fit.

Chris Webborn nimmt in diesen besonderen Zeiten nur digital mit seinen Schützlingen Kontakt auf. Die Domstadt ruft ihn 2019 – und der Waliser erliegt der westfälischen Verlockung, heuert als hauptamtlicher Trainer und Uni-Mitarbeiter bei den Mohawks an. Gut 950 Kilometer von seiner Heimatstadt Swansea entfernt. Damals ohne einen Gedanken an das Virus. „Noch“, sagt Becker, „können wir das Gehalt zahlen“. Noch. Sollte sich der Lockdown weitere Monate hinziehen, würde auch der Einspartenverein aus Münster an seine finanziellen Grenzen stoßen.

Aktuell wird der Coach allein durch die Beiträge der Mitglieder entlohnt. Neue Gesichter gibt es keine. Der Hochschulsport hat mit seinem Lacrosse-Angebot immer wieder Interessierte an die Basis gespült. Aber auch an der Uni liegen die Kurse brach. „Einerseits sind wir überaus glücklich über die Treue unserer Mitglieder und können ihnen nicht dankbar genug sein, dass sie trotz fehlender Leistungen bei uns bleiben. Andererseits ist genau da der Knackpunkt: Wir haben noch Einnahmen und können so aus den meisten Töpfen des Verbandes nichts bekommen“, sagt Christina Ohlmeier, die erste Vorsitzende.

Zusätzliche Einnahmen gibt es bis auf Zuwendungen vereinzelter Gönner also keine. Üblicherweise spült der Verkauf schmackhafter und selbst gemachter amerikanischer Burger bei Heimspielen ein paar Euro in die Kassen. Pustekuchen. Hoffnung haben die Mohawks trotzdem, dass der Spielbetrieb vielleicht im Frühjahr wieder aufgenommen und die Zusammenarbeit mit der Universität und den Schulen intensiviert werden kann.

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