Boxen: Round-Robin-Turnier
Mohamed Siala vom Boxzentrum hat große Pläne

Münster -

Erst Köln, dann Brandenburg, später Polen, irgendwann Paris – so sehen die kurz-, mittel- und langfristigen Pläne von Mohamed Siala aus. Der 17-Jährige ist aktuell eines der größten Talente im Boxzentrum Münster und setzt sich hohe Ziele.

Donnerstag, 18.02.2021, 17:44 Uhr aktualisiert: 19.02.2021, 15:30 Uhr
Letzte Vorbereitung: Mohamed Siala (schwarzer Kopfschutz) im Sparring vor dem Turnier in Köln.
Letzte Vorbereitung: Mohamed Siala (schwarzer Kopfschutz) im Sparring vor dem Turnier in Köln. Foto: Alexander Heflik

Unlängst, als sich Mohamed Siala auf einem Kaderlehrgang der deutschen Nachwuchsboxer und Elitekämpfer befand, schickte der Bundestrainer alle Athleten zum Leistungstest. Als am nächsten Tag abgerechnet wurde, war der 17 Jahre alte gebürtige Warendorfer vom Boxzentrum Münster die Nummer eins. Siala hatte die besten Werte. Carlotta Schünemann , selbst Kaderathletin und bei dieser Trainingsmaßnahme in Köln mit von der Partie, bestätigte das. Hier hat der von Farid Vatanparast seit 2018 betreute Siala alle anderen hinter sich gelassen. „Er ist“, sagt Vatanparast, „sehr talentiert und diszipliniert.“

Der Trainer weiß, wovon er spricht. Er hat in den vergangenen Dekade schon häufiger Supertalente im Training in Münster gehabt. Viele scheitern gerade in diesen jungen Jahren. Der Sport ist hart und zermürbend. Siala, der aktuell sein Fachabitur am Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Roxel macht und vor der Corona-Pandemie Bewohner des Sportinternats war, scheint es besser zu ergehen. Wegen der aktuellen Krise wohnt er wieder bei seinen Eltern in Warendorf, sein Bruder Abdel, der selbst einst noch in der kleinen alten Telekom-Boxhalle trainiert hat, bringt ihn regelmäßig zum exklusiven Kadertraining nach Münster. Und genau jetzt will der zweifache DM-Dritte im Jugendbereich zum ersten großen Schlag in der U-19-Klasse ausholen.

Große Aufgabe

Über das Round-Robin-Turnier in Köln (von Freitag bis Samstag) und den Brandenburg-Cup in Frankfurt/Oder (erste März-Woche) will Siala das Ticket zur WM der U 19 in Polen im April lösen. Ein große Aufgabe ist das für ihn. Denn mit Enrico Kliesch und Franklyn Dwomoh trifft er in der Klasse bis 60 Kilogramm auf zwei schon sehr erfahrene Athleten. Beide haben schon über 80 Kämpfe, auch international, geboxt. Siala dagegen kam mit einer negativen Bilanz von zwei Siegen aus zehn Duellen nach Münster. In den letzten drei Jahren verbesserte er seine Bilanz um 13:3 Siege ins Positive. „Ja, mir fehlt noch die Erfahrung der anderen. Aber ich habe mir ein Ziel in den Kopf gesetzt. Ich will das Turnier in Köln gewinnen.“

Selbst wenn er die beiden nationalen Konkurrenten in der Motorworld Köln bezwingen würde, stünde ihm als Generalprobe der Brandenburg-Cup inklusive Kaderlehrgang bevor. Siala: „Ich will Schritt für Schritt gehen. Das Selbstbewusstsein ist da.“

Vatanparast glaubt an ihn

Auch der Trainer glaubt an seinen Schützling. Zusammen wollen beide in Köln bestehen. Siala hat vor allem an seiner Deckung gearbeitet, konditionell und körperlich ist er voll da. „Ja, es geht für ihn um die Wurst“, glaubt Vatanparast. Tatsächlich hängt die ganze Jahresplanung schon an diesem Wochenende. Was Siala nicht wirklich schreckt. Er hat ein über allem schwebendes Fernziel, so wie jeder Kämpfer aus dem Stall des Boxzentrums Münster unter der Regie von Vatanparast.

Siala blickt nach vorn, während ihm der Coach die Handschuhe schnürt, und sagt: „2024 will ich bei den Olympischen Spielen in Paris boxen.“

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