Basketball: 2. Bundesliga Pro B
Wie im Hinspiel: Die WWU Baskets gewinnen Krimi gegen Iserlohn

Münster -

Als „Schlüsselspiel“ hatte Trainer Philipp Kappenstein das Derby der WWU Baskets Münster bei den formstarken Iserlohn Kangaroos deklariert. Und seine Schützlinge haben den Test bestanden, gewannen im Sauerland eine wahnsinnig umkämpfte, mitreißende Partie mit 89:85 (42:44). Der fünfte Sieg am Stück, der Platz zwei sichert.

Samstag, 20.02.2021, 21:34 Uhr aktualisiert: 21.02.2021, 00:40 Uhr
Cosmo Grühn, der am Samstagabend auf sechs Punkte kam, gewann mit den WWU Baskets bei den Iserlohn Kangaroos um Joshua Dahmen (r.).
Cosmo Grühn, der am Samstagabend auf sechs Punkte kam, gewann mit den WWU Baskets bei den Iserlohn Kangaroos um Joshua Dahmen (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Schon das Hinspiel zum Auftakt der 2. Bundesliga Pro B war nichts für schwache Nerven. Damals am 16. Oktober hatten die WWU Baskets Münster mit 77:75 gegen die Iserlohn Kangaroos gewonnen – und wiederholten am Samstagabend diesen Erfolg, der erneut bis in die Schlusssekunden fraglich war. Doch mit 89:85 (42:44) lag Münster nach 40 Minuten vorn und festigte mit dem fünften Sieg in Serie den zweiten Platz. „Das war ein umkämpftes Spiel. Es war uns bewusst, dass Iserlohn gut drauf ist, das hat man auch heute gesehen. Wir haben nicht immer die Lösungen, die wir uns vorgenommen hatten, diszipliniert umgesetzt. Aber wir haben dann doch Lösungen gefunden, um das Spiel zu gewinnen“, sagte Baskets-Forward Thomas Reuter nach der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.

Coach Philipp Kappenstein schickte den komplett genesenen Jasper Günther, Malcolm Delpeche, Stefan Weß, Marck Coffin und Kapitän Jan König, der für den verletzten Adam Touray (Innenbandriss im Knie) auflief, als Startformation auf das Feld. Und lag damit richtig. In den munteren Anfangsminuten war Münster meist einen Ticken vorne, setzte sich nach Königs Dreier zum 21:17 sowie seinem Drei-Punkt-Spiel zum 24:19 erstmals etwas ab. Doch die Kangaroos waren nie um eine Antwort verlegen, Moritz Schneider etwa verkürzte zum Viertelende aus der Distanz auf 22:24.

Grühn und Baues per Dreier

Die zweiten zehn Minuten begannen beidseitig wild, in der „wie erwartet intensiv geführten Partie“ (Atilla Göknil, ehemaliger Baskets Co-Trainer) gab keine Seite auch nur einen Zentimeter preis. Die wenigen Lücken fanden dann zunächst die Gäste: Nach Dreiern von Cosmo Grühn und Helge Baues sowie einem Korbleger von Kai Hänig waren die Baskets erstmals sechs Zähler weg (32:26), nach dem Tip-In von Baues zum 38:31 waren es gar sieben (14.). Doch dann schlichen sich bekannte Nachlässigkeiten ein ins münsterische Spiel. Drei Schrittfehler (Delpeche, Baues, König) und ein Fehlpass (Coffin) schraubten nicht nur die Turnover-Quote nach oben, sondern brachten die Kangaroos auch zurück ins Spiel. Ein 8:0-Lauf bescherten den Sauerländern die Führung (19.), die Ruben Dahmen nach Münsters zwischenzeitlicher Replik durch Günther und Hänig 33 Sekunden vor der Pause per Fernwurf zur Halbzeit manifestierte.

Iserlohns Center Möller stark

„Wenn wir Iserlohn bei 75 bis 80 Punkten halten, haben wir eine gute Siegchance“, hatte Kappenstein im Vorfeld des „Schlüsselspiels“ gesagt. Da waren 44 Zähler zur Pause für seine Rechnung zu viel. Die ersten 179 Sekunden nach dem Wechsel wurden defensiv direkt besser, erst dann traf Alexander Möller nach sechs Baskets-Punkten zum 46:48. Es war das Startsignal für Iserlohns Center, der schon im Hinspiel den Münsteranern mächtig zugesetzt hatte. Weitere acht Zähler ließ er folgen, dazu verwandelte der Top-Spielmacher Toni Prostran nach einem unsportlichen Foul von Günther zwei Freiwürfe. Münster lag nach 27 Minuten mit 56:60 zurück.

Kappenstein reagierte mit einer Auszeit. Und die fruchtete: Oliver Pahnke und Thomas Reuter gaben mit fünf Zählern umgehend die Antwort, die hoch unterhaltsame Begegnung wog hin und her – und ging dank des Buzzerbeaters von Jan König mit 69:67 in die letzten zehn Minuten.

Jan König gleicht aus

Spannender ging es kaum, wurde es aber trotzdem noch. Immer wenn Münster traf, legte Iserlohn nach. In dieser Phase nicht am Brett durch Möller (am Ende 23 Punkte), sondern von der Dreierlinie mit Joshua Dahmen (2) und Tanner Graham. Wahnsinnig intensiv, ungemein ausgeglichen war dieses Derby, das Kapitän König 4:22 Minuten vor Schluss von der Freiwurflinie auf Null stellte (79:79).

Wie im Hinspiel die Baskets? Oder doch diesmal Iserlohn? Münsters Spielführer ebnete nach Delpeches Korbleger per Dreier zum 84:79 den Weg und legte 1:15 Minuten vor Schluss von der Linie zum 86:81 nach.

Die Entscheidung? Nein, das hätte auch nicht zu diesem Spiel gepasst. Prostran machte es mit vier Zählern noch einmal spannend, 86:85 hieß es für Münster 25 Sekunden vor Schluss, ehe Coffin gefoult wurde und von der Linie cool blieb. Iserlohn blieb noch eine Chance zum Ausgleich, doch der Distanzwurf von Graham fiel nicht. Rebound von Topscorer König (23 Zähler), der per Freiwurf das Endergebnis festzurrte.

Punkte: J. König (23/3 Dreier), Delpeche (17), Coffin (15/2), Hänig (10), Baues (7/1), Grühn (6/2), Reuter, Weß (4), Pahnke (3/1)

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