Fußball: Amateursaison
Alles für die Katz – Krevert: „Es kann nur besser werden“

Münster -

Nun ist es amtlich: Die Fußballsaison 2020/21 wird annulliert. Das teilte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) am Montag mit. Für den Kreisvorsitzenden Norbert Krevert ist das keine große Überraschung. Münster steht hinter der Entscheidung.

Montag, 19.04.2021, 21:40 Uhr aktualisiert: 20.04.2021, 14:52 Uhr
Aus, Schluss, vorbei: Die Fußballkleidung bleibt in den kommenden Monaten sauber.
Aus, Schluss, vorbei: Die Fußballkleidung bleibt in den kommenden Monaten sauber. Foto: Imago/Hanno Bode

Das war es dann. Das letzte Quäntchen Hoffnung – erloschen. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) beendet die aktuelle Saison ohne Wertung. Das gab Präsident Gundolf Walaschewski am Montag in einer digitalen Pressekonferenz bekannt.

Keine Überraschung für Norbert Krevert , den Vorsitzenden des Fußball-Kreises Münster. „Das hat sich doch angedeutet“, sagt der 50-Jährige. Und betont: „Wir stehen zu 100 Prozent hinter der Entscheidung.“

Das Licht am Ende des Tunnels – das gab es. Anfang März. Münster lag mit einem Inzidenzwert von etwa 16 weit unter der einst magischen 50er-Marke. „Das war für uns alle ein Grund, optimistisch nach vorne zu blicken, zumindest 50 Prozent der Spiele durchzuziehen. Leider hat die Pandemie eigene Spielregeln“, so Krevert. Mit jedem Tag, mit jeder neuen Corona-Schutzverordnung schwand die Hoffnung wie weißer Schnee in der Mittagssonne. Höhere Gewalt.

Die Ständige Konferenz des FLVW hat in ihrer Sitzung am vergangenen Samstag bereits die Kreise und deren 29 Vorsitzende mit ins Boot geholt. Diese bekräftigten, sich dem Vorgehen des Verbandes anschließen zu wollen und entsprechende formale Schritte einzuleiten. „Der einzig richtige Weg“, laut Krevert. Beim Transport der Nachricht in die Öffentlichkeit am Montag, bei der auch Manfred Schnieders (Vizepräsident Amateurfußball), Marianne Finke-Holtz (Frauen) und Holger Bellinghoff (Jugend) zu Wort kamen, wirkten die Verantwortlichen unisono erleichtert. „Ich bin froh, dass wir die Entscheidung so getroffen haben. Das hat bei allen an den Nerven gezerrt“, befand Walaschewski. Und Schnieders fügte hinzu: „Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir einen Schlussstrich ziehen müssen. Angesichts der bundesweiten Notbremsen-Regelung sowie weiter stark steigender Infektions- und Inzidenzzahlen ist ein realistischer Zeitpunkt für die flächendeckende Wiederaufnahme des Spielbetriebes nicht absehbar.“

Krevert weiß, dass die Entwicklung in den vergangenen Wochen keinen weiteren Handlungsspielraum ließ. Da er ein Mann der Basis ist, leidet er aber auch mit den Vereinen in seinem Kreis. „Die stehen vor den Scherben einer ganzen Spielzeit.“ Heißt: Allerorts wurde vor der Serie mit viel Akribie am Kader gebastelt, viel investiert, um sportlich bestmöglich aufgestellt zu sein. Der Blick wurde nicht selten nach vorne gerichtet, der eine oder andere Club liebäugelte mit dem Aufstieg. Alles hinfällig. Auf der anderen Seite dürfte es Offizielle und Spieler geben, denen diese Nullrunde vielleicht ganz gelegen kommt. Jene, die mit ihrer Mannschaft ernsthaft um die Klasse bangen mussten.

Die Frage, wie es mit dem Pokalwettbewerb auf Kreisebene weitergeht, wird in dieser Woche im Kreis-Fußball-Ausschuss diskutiert und am Donnerstag in einer Sonderkonferenz den Vereinen mitgeteilt. Ähnliches gilt für den Westfalenpokal. Hier sitzen die Entscheidungsträger der Verbandes am Dienstag online zusammen. Die neue Spielzeit soll Mitte August starten. Je nachdem, wie sich die Infektionszahlen bis dahin entwickeln. Möglich, dass der Start sonst in den September verlegt wird. „Es kann doch nur besser werden“, spricht Krevert allen Fußballern tief aus dem Herzen.

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