Basketball: 2. Bundesliga Pro B
WWU Baskets haben das „80-Minuten-Spiel“ gegen Bochum im Blick

Münster -

Alles ist ausgerichtet auf dieses eine Wochenende. Die Mühen einer ganzen Saison. Die WWU Baskets Münster und die VfL SparkassenStars Bochum kämpfen am Sonntag um den Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro B. Trainer Philipp Kappenstein erklärt die Lehren aus den drei Niederlagen bislang.

Montag, 03.05.2021, 14:54 Uhr aktualisiert: 03.05.2021, 19:44 Uhr
Philipp Kappenstein
Philipp Kappenstein Foto: Jürgen Peperhowe

Malcolm Delpeche brachte es noch am Samstagabend kurz und knapp auf den Punkt. „Diese Partie zu gewinnen, wäre natürlich schön gewesen, hat aber keine Bedeutung für die beiden nun anstehenden Halbfinals“, sagte der Center der WWU Baskets Münster , die gerade das letzte Gruppenspiel der zweiten Playoff-Runde und damit das erste überhaupt in den diesjährigen Ausscheidungsspielen verloren hatten. Das dramatische 92:95 (42:46) bei den VfL SparkassenStars Bochum wird, so waren sich alle Münsteraner einig, keine Spuren hinterlassen, vielmehr ziehen sie aus dem über weite Strecken hochklassigen Duell Selbstvertrauen – und ihre Lehren.

Eine Erkenntnis für die beiden anstehenden Halb­finals gegen Bochum ist, dass sich die Baskets nicht noch einmal so eine Schwächeperiode wie im dritten Viertel leisten dürfen. Aus dem Vier-Punkte-Rückstand zur Pause wurde binnen knapp sieben Minuten ein 16 Zähler schwerer Rucksack. Eine „Parallele“ zum Hauptrunden-Spiel am Berg Fidel (85:86) sah Center Kai Hänig, schon damals war Münster nach der Pause schwer in die Gänge gekommen und wurde von Bochum in die Enge getrieben. „Auch da hatten wir schlechte fünf Minuten, das darf nicht passieren“, sagte Hänig.

„4/10/24“

Dabei steht die Devise der Baskets dick auf ihren T-Shirts, die Zahlen „4/10/24“ sollen für vier Viertel, zehn Minuten und 24 Sekunden (eine Angriffslänge) 100 Prozent Konzentration symbolisieren. „Leider haben wir nur drei Viertel durchgezogen. Aber wenn wir den Weg bis zum Ende gehen wollen, müssen wir komplett durchziehen“, meinte Trainer Philipp Kappenstein . Dabei spielt, wie der 41-Jährige im Vorfeld angemahnt hatte, neben dem Rebound- auch das Turnover-Verhältnis eine entscheidende Rolle. Denn während Münster bei den Abprallern besser zupackte als der VfL (38:32), leistete sich die Truppe bei den Ballverlusten sieben mehr (15:8). „Davon hatten wir ein paar zu viele und haben daher diesen Run kassiert. Aber wir haben auch viele Sachen gesehen, die funktioniert haben, und wie man Bochum schlagen kann.“

Rucksack abgelegt

Dass es möglich ist, den besagten Weg zu Ende und damit in die 2. Bundesliga Pro A zu gehen, hat sein Team bewiesen. Den bleischweren Rucksack legte es eindrucksvoll wieder ab und zeigte, dass auch dieses mit individueller Klasse gespickte VfL-Kollektiv mehr als nur in Bedrängnis zu bringen ist. Unbeirrt trotzte der Gast dem Rückstand, hatte keine Angst, komplett wegzubrechen. Im Gegenteil: Couragiert packte Münster die sich bietenden Gelegenheiten beim Schopf, rackerte und ackerte um jeden Ball, wich keinem Zweikampf aus – und setzte so Wirkungstreffer bei den Ruhrgebietlern. Jasper Günther, Adam Touray, Malcolm Delpeche oder Jan König verkörperten stellvertretend für das charakterstarke Baskets-Ensemble in der Schlussphase den Willen, der Mut macht für den Showdown am Freitag und am Sonntag.

„Jetzt geht es in ein 80-Minuten-Spiel. Wir müssen uns nicht verstecken, haben eine riesige Möglichkeit, die wir uns in der Saison erarbeitet haben. Die bisherigen Spiele zählen nicht mehr“, sagte Kappenstein. Oder wie Delpeche es kurz und knapp formulierte: „Das hat keine Bedeutung.“

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