Sportlerwahl Münster 2018
Von wegen still und starr: Die Kandidaten gönnen sich keine Pause

Abwarten und Tee trinken? Von wegen: Die Kandidaten der aktuellen Sportlerwahl gönnen sich bestenfalls eine Verschnaufpause – einmal kurz durchatmen und weiter geht‘s. 

Samstag, 05.01.2019, 11:00 Uhr
Die Idylle trügt nicht, aber sie täuscht ein wenig: Viel gibt es auf dem Aasee und rundherum am fünften Tag des neuen Jahres nicht zu sehen, doch die meisten Kandidaten dieser Sportlerwahl sind auch schon wieder fünf Tage im Einsatz.
Die Idylle trügt nicht, aber sie täuscht ein wenig: Viel gibt es auf dem Aasee und rundherum am fünften Tag des neuen Jahres nicht zu sehen, doch die meisten Kandidaten dieser Sportlerwahl sind auch schon wieder fünf Tage im Einsatz. Foto: Oliver Werner

Oder um es mit den Punk-Heroen von Fehlfarben zu sagen: „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran.“ Beispiele gefällig? Die Fußballer des SC Preußen Münster treten an diesem Sonntag bereits wieder vor den Ball, die Konkurrenten vom 1. FC Gievenbeck waren noch bis einen Tag vor Silvester im Halleneinsatz. Einen Tag zuvor befanden sich die Spielerinnen des USC Münster auf dem langen Heimweg aus Vilsbiburg im tiefsten Bayern – übrigens mit einem 3:0-Erfolg im Gepäck, ein weiterer Eintrag aus dem Jahr 2018 in die Bewerbungsmappe für die Stadtkrone.

Die WWU Baskets beschlossen ihr Sportjahr mit einer hauchdünnen Auswärtsniederlage bei Spitzenreiter SV Rist-Wedel und erwarten an diesem Sonntag wieder 1500 Fans zur nächsten Basketballsause am Berg Fidel. Auch die Ruderer Ida Kruse und Felix Brummel sind getränkemäßig knochentrocken, sportlich jedoch feuchtfröhlich ins neue Jahr gestartet. Ida im Trainingslager in South Carolina, Felix beim Langlauf-Konditionstraining in St. Moritz. Nachwuchs-Segler Christoph Möhring hat sein Winter-Training nachvollziehbarerweise nach Südfrankreich verlegt.

Grußwort: Nominierte Sportler des Jahres 2018

Die Amazonen Ingrid Klimke und Helen Lange­hanenberg präsentieren sich kommende Woche beim K+K-Cup in der Halle Münsterland den heimischen Fans – und es soll niemand glauben, dass Voltigiererin Sarah Kay nicht längst wieder ihr Glück auf dem Rücken der Pferde suchen würde. Um es kurz zu machen: Ohne Fleiß, kein Preis – leider ist das für Sie, liebe Leser und Wähler, offenkundig auch keine Hilfe, weil wirklich alle Kandidaten schon wieder mit vollem Elan bei der Sache, am Ball, am Speer, auf dem Trampolin, an der Platte, im Ring, auf dem Parkett, auf dem Wasser und sogar in der Luft sind.

Stimmen Sie mit ab!

Wählen Sie bis zum 13. Januar 2019 Münsters Sportler, Sportlerin, Mannschaft und Juniorsportler des Jahres 2018. Sie haben vier Stimmen, mit denen Sie die nach Ihrer Meinung beste Mannschaft, beste Sportlerin, den besten Sportler und den besten Juniorsportler auswählen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder entscheiden Sie sich für einen Kandidaten aus unserer Vorschlagsliste oder Sie schlagen selbst Kandidaten vor, die Ihnen im Laufe des Jahres imponiert haben, aber nicht aufgeführt sind. Hier geht es zum Online-Formular!

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Und um es noch schwerer zu machen: Wie wäre es mit moralischer Rückendeckung für USC-Spielerin Ivana Vanjak oder Blackhawks-Quarterback Alexander Fuchs, die nach ihren Verletzungen mit voller Kraft an einem Comeback arbeiten, oder positiver Verstärkung für Seglerin Romy Mackenbrock und Fußballerin Mala Grohs, die neben ihren sportlichen Zielen in diesem Jahr auch noch ein grandioses Abitur an der Marienschule bauen wollen? Ein ganz anderes Projekt treibt Vorjahressieger Patrick Dirksmeier um, für den 2019 ein Jahr werden soll, in dem ausnahmsweise kein Triathlon dieser Welt die Hauptrolle einnehmen wird: Gattin Jenna erwartet Ende Mai ein Eisenmännchen. Ob das sich freuen würde, wenn sein Papa in seinem Geburtsjahr Sportler des Jahres werden würde? Man weiß es nicht – sie haben die Wahl.

Die gute Nachricht: Bei dieser Wahl kann man nichts verkehrt machen. Egal wo und für wen, jedes Kreuzchen sitzt garantiert an der richtigen Stelle.

Sportlerwahl 2018: Neujahrs-Selfies der Nominierten

1/9
  • Die beiden haben gut lachen. Für das Beachvolleyball-Duo Cinja Tillmann (links) und Teresa Mersmann neigt sich ein äußerst erfolgreiches Jahr dem Ende entgegen. Allein drei Mal sicherten sich die Mädels des USC Münster auf der Techniker-Beach-Tour den Sieg in der Frauenkonkurrenz (Münster, Nürnberg, Kühlungsborn). Kein Wunder, dass sie beim Finale um die Deutsche Meisterschaft in Timmendorfer Strand ganz heiße Anwärterinnen auf eine Medaille waren. Und diese Erwartungen erfüllten Tillmann und Mersmann mit Bronze. Der Wahnsinn im Sand. Das langte allemal für eine Nominierung zur Sportlerwahl. Unterstützung für den großen Wurf ist gerne willkommen.

    Foto: USC Münster
  • 2018 war David Schepps Jahr mit dem Adler – leider das einzige, aber dafür wohl auch ein unvergessliches, wie der 17-jährige Speerwerfer des SC Preußen Münster selber feststellt: „2018 war mit Abstand meine beste Saison. Vor einem Jahr hatte ich im Dezember noch eine Operation und ich hätte nicht gedacht, dass sich die Saison dann noch so entwickelt.“ Mit einer persönlichen Bestleistung von bärenstarken 75,69 Metern und der Teilnahme an den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires. „Leider fehlten mir da am Ende ein paar Körner, aber ansonsten war die Saison perfekt.“ Jetzt zieht es den Dülmener mit einem Großteil seiner Preußen-Mitstreiter zu Bayer Leverkusen. Trainiert wird aber auch im kommenden Jahr noch in Münster. Ziel ist die U-20-EM in Göteborg – und zuvor die Wahl zu Münsters Junior-Sportler des Jahres. Unterstützung für den großen Wurf ist gerne willkommen.

    Foto: David Schepp
  • Vom Himmel hoch, da kommt er her, der Neujahrsgruß von Andreas Malecki. Von wo auch sonst? Der amtierende Deutsche Meister im Gleitschirmfliegen schwang sich eigens für das Grußfoto in die Lüfte und ließ sich von einem befreundeten Flieger-Kollegen ins Bild setzen. Keine Sorge: Malecki, der Fotograf und auch das Handy sind sicher wieder gelandet – und natürlich ebenso punktgenau wie auch die guten Wünsche für ein glückliches und gesundes neues Jahr vom 58-Jährigen an die gesamte Leserschaft. Andreas Malecki sieht die Welt häufig von oben und wünscht sich und allen Erdenbewohnern immer diesen besonnenen Blick auf das Geschehen, der vieles leichter und einfacher macht – bis auf die Sportlerwahl, die bleibt spannend.  

    Foto: Andreas Malecki
  • Alexander Fuchs ist einer der wenigen Sportler, die während des Spiels einen eigenen Bodyguard zur Seite gestellt bekommen – zu Recht. Denn beim American Football lauern auf der Gegenseite in der Regel massive und mitunter schlecht gelaunte Schwergewichte, die die Kreise des Quarterbacks der gegnerischen Mannschaft stören wollen – unter Androhung roher Kräfte. Meist entkommt der leichtfüßige Spielmacher der Münster Blackhawks seinen Häschern, manchmal aber auch nicht. Das endet in den meisten Fällen mindestens mit einem schmerzhaften Körper- und anschließend auch Bodenkontakt, bisweilen aber auch mit einer ernsthaften Verletzung.

    Beispielsweise im entscheidenden Spiel der vergangenen Spielzeit gegen die Aachen Vampires am 8. September im einmal mehr zum Bersten besetzten Blackhawks-Cage an der Sentruper Höhe: Alle wollten das meisterschaftsentscheidende Spitzenspiel sehen und am liebsten einen Triumphzug von Münsters Mannschaft der Stunde. Stattdessen sahen sie aber noch vor der Halbzeitpause den harten, wohl regulären, aber dennoch folgenschweren Tackle der Vampires-Jäger gegen den Ballverteiler der Blackhawks, der kurz zuvor bereits mit Knieproblemen pausiert hatte: Spitzenspiel verloren, Kreuzband weg, Titel weg, Aufstieg futsch. Das letzte Saisonspiel mussten die Blackhawks dann ohne ihren ersten Quarterback bestreiten, der bereits an Krücken mitfieberte.

    Nun ist ein neues Kreuzband da, um Titel und Aufstieg kümmert sich Alexander Fuchs dann nach der Reha, die ihn aber wohl noch einige Monate kosten wird. Noch aus dem Krankenzimmer der Uni-Unfall-Klinik schickt Fuchs einen hoch gestreckten Daumen nebst herzlichen Fest- und Neujahrsgrüßen. Der Münsteraner verspricht, dem Football treu zu bleiben – gerne auch den Hawks, obwohl der Ausnahme-Spieler durchaus Begehrlichkeiten bei höherklassigen Teams geweckt hatte. „Ich bin jetzt auch am Ende meines Master-Studiums. Also hängt das auch von meiner beruflichen Zukunft ab. Football möchte ich nichtsdestotrotz weiterspielen. Am liebsten natürlich bei den Blackhawks.“

    Foto: Alexander Fuchs
  • Felix Brummel hat ein großartiges Jahr hinter sich und wünscht ein tolles neues – mit viel Gesundheit, Glück und Erfolg und alles aus erster Hand, schließlich bedeutet „Felix“ der Glückliche. Vor dem Ruderer des RV Münster liegt ein intensives Sportjahr 2019, wobei der Blick auch schon auf das Olympiajahr 2020 gerichtet ist.

    In Dortmund will der Student sich für Tokio fit machen – und wartet schon mit einer besonderen Fähigkeit auf: Bei seinem Neujahrsselfie hat er beide Hände an den Rudern – mit der dritten drückt er ab. Starkes Stück. Gut, dass Brummel nicht im Einer unterwegs ist.

    Foto: Felix Brummel
  • Immerhin ein kleines Dinner und ein Sekt zum Anstoßen: Die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel fielen für Ida Kruse vergleichsweise bescheiden aus. Die Ruderin des RV Münster hat das Jahr 2018 im Ruderboot beendet und ist im Ruderboot ins Jahr 2019 gestartet. Die seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag 22-Jährige ist nach dem kurzen Weihnachtsurlaub in der westfälischen Heimat schon wieder zurück in den USA und mit ihrer Hochschulcrew im Trainingslager in Clemson/South Carolina gefordert. Immerhin bleibt zwischendurch kurz Zeit für einen kurzen, aber herzlichen Neujahrsgruß nach Münster. Es ist für Ida Kruse eines der letzten Trainingslager in den Vereinigten Staaten, in diesem neuen Jahr geht es nach zwei Auslandssemestern zurück nach Deutschland – und wohl auch zurück in den A-Kader des Deutschen Ruderverbandes, in dem sie im abgelaufenen Jahr erste Erfahrungen sammeln und die ersten „großen“ Weltcups fahren durfte. „Ich freue mich auf die Rückkehr nach Deutschland“, sieht die Münsteranerin einem ereignisreichen neuen Jahr entgegen – vielleicht mit einem ersten Titel schon im Januar ...

    Foto: Ida Kruse
  • Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen: Mala Grohs hat aus dem Jahr 2018 entsprechend viel zu berichten. Die junge Torhüterin des 1. FC Gievenbeck war im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes bei der U-17-Weltmeisterschaft in Uruguay im Einsatz. Dort sammelte die Münsteranerin viele neue Erfahrungen – und nimmt den Schwung mit ins neue Jahr, das ebenfalls ein ganz besonderes werden dürfte. Gleich zwei Abschiede mit Signalwirkung stehen bevor: Am Mariengymnasium will die 17-Jährige ein Abitur bauen, das voll und ganz ihren starken Leistungen zwischen den Pfosten entspricht. Anschließend wird sie sich nicht nur von ihrer Schule, sondern auch von ihrem liebgewordenen Stammverein verabschieden. Das Studium führt Mala in eine neue Stadt – und in einen neuen „großen“ Verein. Mehr wird noch nicht verraten. Den nächsten Titel strebt sie allerdings noch in Münster an, bei der Wahl zu Münsters Nachwuchssportlerin des Jahres ...

    Foto: Mala Grohs
  • Im vergangenen Jahr ist Triathlet Patrick Dirksmeier von der olympischen auf die ganz lange Distanz gewechselt – mit Erfolg. Da stellt sich die Frage, wie soll das in 2019 noch getoppt werden? Natürlich hat der umtriebige 34-Jährige auch darauf eine Antwort – und was für eine: Im Hause Dirksmeier wird Triathlon-Nachwuchs erwartet. Ehefrau Jenna feierte den Jahreswechsel alkoholfrei, das kleine Eisenmännchen wächst und gedeiht. Es wird voraussichtlich Ende Mai an den Start der größten und schönsten Langstrecke der Welt gehen. Der ausdauernde Papa wird dann neben langen Distanzen im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß künftig eine vierte Disziplin trainieren müssen: kurze Nächte. Familie Dirksmeier wünscht allen Leserinnen und Lesern ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr – und sich selbst vielleicht ein kleines Kreuzchen bei der Sportlerwahl ..

    Foto: Patrick Dirksmeier
  • Sonnige Grüße sendet Radsportler Patrick Altefrohne. Der Aktive des Leeze-Biehler-Cycling-Teams war 2018 wunschlos glücklich. Mit seinem Rennstall siegte er in der Mannschaftswertung des German-Cycling-Cups (GCC). Und so ganz nebenbei holte er sich auch bei den Jedermännern in der Einzelkategorie den Titel. Vor der Haustür in Münster machte er im Rahmen des Sparkassen-Münsterland-Giro alles klar. Die Feiertage verbrachte er bei der Familie in Telgte. „Silvester habe ich in kleiner Runde mit Freunden und Freundin bei Raclette und Spielen gefeiert – ohne viel Tamtam. Ich wünsche allen ein frohes, gesundes und sportliches neues Jahr 2019.“ Und sich selbst vielleicht ein kleines Kreuzchen bei der Sportlerwahl ...

    Foto: Patrick Altefrohne
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