Kommentar
Mieses Wahlergebnis für USC-Präsident Jörg Adler: Lehrgeld gezahlt

Münster -

Dies zur Erinnerung: Jörg Adler hat nie nach dem Amt des USC-Präsidenten gedrängt. Er wurde vor zwei Jahren angeworben von seinem Vorgänger Matthias Fell.

Dienstag, 06.09.2016, 20:36 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 06.09.2016, 20:02 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 06.09.2016, 20:36 Uhr
 Jörg Adler
 Jörg Adler Foto: Wilfried Hiegemann

Fell war und ist Volleyballer. Und dazu ein mit allen Wassern gewaschener Sportfunktionär. Adler ist weder das eine noch das andere. Er war Direktor des Zoos. Und Fan des USC. Als solcher ist er zu den Unabhängigen gekommen. Ohne Binnenwissen und -kompetenz. Und ohne wirkliche Kenntnis von Abläufen innerhalb eines leistungssportorientierten Clubs.

Vielleicht hätte Adler, der lieber dreimal „Ja“ als einmal „Nein“ sagt, dieses Amt nie antreten dürfen. Ganz sicher hat er die Aufgaben und die Tragweite mancher zu treffenden Entscheidungen unterschätzt. Und natürlich trägt er auch Verantwortung für die desaströse wirtschaftliche Situation. Aber: Er trägt sie beileibe nicht allein.

Adler hat in seiner ersten Amtsperiode reichlich Lehrgeld gezahlt. Weil er Gefahren nicht sah, sich emotional mitreißen und im schlechtesten Falle vor den Karren spannen ließ. Er hat mitgemacht, als die Sportliche Leitung auf die Idee kam, zwei hauptamtliche Trainer zu installieren und dies als Revolution feierte – es wurde ein Rohrkrepierer. Und Adler hat Verträge abgesegnet, deren finanzielles Gewicht sich der Club eigentlich nicht leisten konnte. Ein weiterer Fehler. Am Montag gab es dafür Rechnung und Quittung.

Adler macht trotz eines ziemlich miesen Wahlergebnisses weiter. Und ja: Es ist eine gute Lösung. Der Präsident hat Fehler eingestanden und ein frisches Team um sich formiert. Alle im Vorstand wissen um die Situation des Clubs und die Verantwortung, die sie ab sofort tragen. Es gibt keine Alternative zum Sparkurs, aber trotzdem Chancen. Die Professoren Zentgraf und Strauß bedienen Felder, die beim USC noch weit gehend unerforscht sind.

Der erste Weg des neuen Vorstandes muss allerdings zu den ehrenamtlichen Helfern führen. Ohne sie, die sich zuletzt wenig wertgeschätzt fühlten, geht nichts. Wissenschaft hin, Psychologie her: Es muss auch jemanden geben, der das Netz aufbaut.

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