Fußball | Kreis Ahaus/Coesfeld: FC Turo D’Izlo – Aramäer Gronau
 „Jeder ist bei uns willkommen“

Gronau -

Viele Fußball-Fans in Gronau haben sich vor einigen Wochen wohl verwundert die Augen gerieben: „FC Turo D’Izlo – Aramäer Gronau“? Wo kommt der denn auf einmal her? Doch so ganz aus dem Nichts ist der neue Fußball-Club gar nicht aufgetaucht.

Dienstag, 07.08.2018, 08:52 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 07.08.2018, 08:52 Uhr
Freuen sich auf den Start in ihre erste Meisterschaftssaison: Die Kicker des FC Turo D’Izlo – Aramäer Gronau. Erster Gegner ist am Sonntag der FC Vreden 3.
Freuen sich auf den Start in ihre erste Meisterschaftssaison: Die Kicker des FC Turo D’Izlo – Aramäer Gronau. Erster Gegner ist am Sonntag der FC Vreden 3. Foto: Sebastian Hoof

Als Aramäischer Kulturverein gibt es ihn schon seit 31 Jahren. „Aber die Idee, unsere schon lange bestehende Hobbyfußballmannschaft nun auch offiziell für den Spielbetrieb anzumelden, wurde erst vor knapp zwei Monaten ernst. Da haben wir gesagt: Weißt Du was? Wir melden uns jetzt einfach an“, erzählt der 1. Vorsitzende David Citgez und lacht: „Wir waren ganz schön spät dran und wussten gar nicht, mit wie viel Arbeit so was verbunden ist.“

Doch alle Formalitäten sind erledigt, alle Voraussetzungen erfüllt: Beim Staffeltag wurde der neue Fußball Club vor zwei Wochen offiziell als 55. Verein im Kreis Ahaus/Coesfeld vorgestellt. „Von Vorteil war, dass die Club-Satzung als Vereinszweck bereits die Möglichkeit des Sportbetriebs vorsah. Sonst hätten wir das kurzfristig nicht geschafft“, erklärt Citgez.

Gelöst wurde auch die Platzfrage. „Wir haben mit der Hobby-Truppe bisher schon von April bis Oktober einmal wöchentlich auf dem Platz im Gronauer Stadtpark gespielt. Den können wir nach Rücksprache mit der Stadt in diesen Monaten weiter fürs Training und künftig auch für die Meisterschaftsspiele nutzen.“ Bleiben die Herbst- und Wintermonate, in denen der Stadtpark gesperrt ist. „Da sind wir Vorwärts Epe sehr dankbar, dass wir dafür dann auf den Kunstrasen am Wolbertshof ausweichen können“, so Citgez.

Ein gutes, entspanntes Verhältnis mit den anderen Vereinen, so betont der Vorsitzende, liege dem FC Turo D’Izlo grundsätzlich sehr am Herzen. „Wir haben allen gesagt: Seht uns bitte nicht als Konkurrenz an. Wir sehen uns selbst als eine Just-for-Fun-Mannschaft, die Fußball als Teamsport erleben und jetzt ein bisschen unter Wettkampfbedingungen spielen will“, sagt Citgez.

In der am kommenden Sonntag beginnenden Meisterschaftssaison wird der FC Turo D’Izlo Gronau in der Kreisliga D1 antreten. Im Kader tauchen allerdings auch einige Namen auf, die schon höherklassig gespielt haben. Neben Chefcoach Aydin Can (ehemals SG Gronau) lassen Kicker wie Nail Kaplan, der mit Eintracht Nordhorn einst in der Oberliga und mit Vorwärts Epe in der Bezirksliga kickte, Benjamin Akbaba oder Markus Göksu (beide ebenfalls Eintracht Nordhorn und Vorwärts Epe) aufhorchen. „Ja“, lacht Citgez, „das kann sich für die D-Liga schon sehen lassen. Aber einige sind ja sozusagen schon Fußball-Rentner“, sagt er mit einem Schmunzeln. „Manche sind seit Jahren nicht mehr im Wettkampfsport. Sie verfügen über viel Erfahrung, können aber aus familiären oder beruflichen Gründen nicht mehr so oft trainieren, wie es in der A-Liga oder der Bezirksliga nötig ist. Bei uns können sich die Oldstars nun mit weniger Aufwand fit halten und ihren Sport weiter in der Gemeinschaft ausüben“, so Citgez.

Dass diese „alten Juwelen“, wie der Vorsitzende sie nennt, dem FC Turo D’Izlo mit ihrer Erfahrung sportlich auch durchaus weiterhelfen können, ist ein durchaus angenehmer Nebeneffekt. „Wir planen zwar ganz sicher nicht den Durchmarsch in den Profibereich“, sagt Citgez mit einem Grinsen. „Aber natürlich sagen wir auch nicht nein, wenn wir in unserer ersten Meisterschaftssaison den einen oder anderen Erfolg feiern können.“

Was Citgez noch viel wichtig ist: Der Verein trägt zwar aufgrund des schon bestehenden Kulturvereins den Namenszusatz „Aramäer Gronau“, ist aber für alle Fußball-Interessierten offen. „Jeder ist bei uns herzlich willkommen“, versichert Citgez und betont: „Integration steht für uns an erster Stelle!“

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