Fußball | Kreis Ahaus/Coesfeld: Englische Wochen
Alles noch ausbaufähig

Gronau -

Die Idee sei gut gewesen. Die Umsetzung der Englischen Wochen hingegen weniger. Viele Trainer der Kreisliga A sind sich da einig. Immerhin wurde eines erreicht: Weil in den Fußball-Kreisligen bereits zwei Spieltage vorgezogen wurden, beginnt das Spieljahr 2019 erst am 10. März nach dem Karnevalswochenende.

Samstag, 06.10.2018, 05:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 06.10.2018, 05:00 Uhr
Augen zu – und durch? Rafael Figueirdo (oben links), Carsten Minich (unten links) und Orhan Boga (unten rechts) sind drei Trainer, die mit der Idee sympathisieren, nicht aber mit ihrer Umsetzung. Staffelleiter Manfred Nieland erläutert den „neuen“ Spielplan.
Augen zu – und durch? Rafael Figueirdo (oben links), Carsten Minich (unten links) und Orhan Boga (unten rechts) sind drei Trainer, die mit der Idee sympathisieren, nicht aber mit ihrer Umsetzung. Staffelleiter Manfred Nieland erläutert den „neuen“ Spielplan. Foto: sh/aho

Im Gegensatz zu der Bezirksliga 11, wo Epes Kicker von Vorwärts und FC schon am 17. und 24. Februar ranmüssen. Über das Für und Wider diskutieren die Übungsleiter und Staffelleiter Manfred Nieland mit den Westfälischen Nachrichten.

Besonders deutlich in seiner Einschätzung wird Rafael Figueiredo vom ASC Schöppingen . „So wie es geplant wurde, ist das eine Riesenkatastrophe.“ Der Coach der Vechtestädter verweist auf die personelle Notlage und den Tatbestand, dass „wir ausgerechnet da binnen kürzester Zeit gegen zwei der besseren Teams, nämlich gegen Legden und Holtwick, spielen mussten“.

Manfred Nieland ist diese Form der Kritik nicht fremd: „Wir haben vor zwei Jahren eine Arbeitstagung für Vereine eingeführt, um den Kontakt zu den Clubs zu intensivieren. Damit hatten wir schon im Jugendbereich gute Erfahrungen gemacht.“ Auf dieser Tagung sei dann auch von einigen Vereinen der Wunsch vorgetragen worden, Spieltage im Februar doch in den Sommer und Herbst vorzuziehen. „Nach langer Diskussion mit den Vereinen sind wir zu dem Entschluss gekommen, die ersten beiden Spieltage im Februar vorzulegen. In dieser Saison haben wir also erstmalig Wochenspieltage eingeführt.“

Orhan Boga von Fortuna Gronau pflichtet derweil seinem Kollegen vom ASC Schöppingen bei: „Ich finde den Grundgedanken an sich in Ordnung. Nur die Konstellation war unschön, weil wir dadurch unsere Derbys gegen SG Gronau schon absolviert haben.“ Also schätzen sie auch an der Laubstiege das Modell als „verbesserungswürdig“ ein. Boga: „Man hätte doch einfach den jeweils nächsten Spieltag vorziehen sollen. Aber ich denke, der Verband wird es sich gut überlegt haben.“

Nieland erklärt die Schwierigkeiten, warum dies nicht so einfach gelinge: „Ein Spielplan wird auf der Grundlage des DFB-Schlüsselzahlensystems erstellt und wird für alle Mannschaften angewandt – von den Senioren bis hinunter zu den Jugendmannschaften“, so der Staffelleiter. Anhand dieser Schlüsselzahlen werde versucht, eine gleichmäßige Belegung der Sportplätze zu steuern. So weit, so einleuchtend. „Versucht man aber jetzt, die Spieltage fortlaufend zu generieren“, so Manfred Nieland weiter, „ist eine Planung kaum noch möglich, da dadurch an einem einzigen Spieltag etwa alle Mannschaften zu Hause spielen müssten, zum Beispiel auch die Frauenmannschaften. Dies ist dann organisatorisch nicht zu bewältigen.“

Carsten Minich von SG Gronau bleibt bei seiner Meinung: „Ich finde es einfach unglücklich, zwei Rückrundenspiele direkt vorzuziehen.“ Manfred Nieland glaubt dennoch: „Die Resonanz fällt größtenteils positiv aus.“ Kritische Anmerkungen, etwa in kurzer Zeit zweimal gegen denselben Gegner spielen zu müssen, kämen „von den Vereinen, die die Möglichkeit der Mitbestimmung auf der Arbeitstagung nicht wahrgenommen haben. Leider gibt es noch zu viele Vereine, die leider nicht an der Tagung teilgenommen haben.“

Zumindest Ahmet Durmaz von Vorwärts Epe 2 kann der Lösung etwas abgewinnen: „Ich finde das vertretbar. Ob wir nun in der Rückrunde oder direkt in einer Englischen Woche gegen einen Gegner eher ran müssen, spielt für mich keine Rolle.“

In der Bezirksliga findet dieses Modell aktuell nicht statt. „Und das ist auch gut so“, sagt Markus Banken vom FC Epe. „Aufgrund von Beruf und Studium ist es einigen Spielern unter der Woche überhaupt nicht möglich, am Spielbetrieb teilzunehmen.“ Und darüber hinaus falle es „einigen schwer, nach einem anstrengenden Arbeitstag den Hebel umzulegen und den Fokus auf den Fußball zu richten.“

Dirk Bültbrun von Vorwärts Epe würde grundsätzlich „eine längere Winterpause begrüßen“, sieht allerdings ebenso Schwierigkeiten bei der Umsetzung: „Der 3. Oktober kommt nur dann in Frage, wenn er auf einen Mittwoch oder Donnerstag fällt. Spieltage generell an Wochentagen sind nur dann eine Lösung, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft gespielt wird“, was wiederum – sofern binnen kürzester Zeit – von einigen A-Liga-Trainern auch bemängelt wird.

Gibt es also überhaupt ein Patentrezept? Vielleicht ja jenes Modell, welches Carsten Minich aus Niedersachen kennt – mit zwei Doppelspieltagen am Freitag und Sonntag direkt im Sommer, wenn es zudem länger hell bleibt, wodurch auch organisatorische Engpässe noch am ehesten bewerkstelligt werden könnten. Minich: „Aber es ist nicht meine Aufgabe, dies zu bewerten. Ich bin fürs Sportliche zuständig. Und habe damit momentan genug zu tun.“

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