Fußball-Nostalgie
Als Georg Schiller genau Maß nahm

Nienborg -

Vor 40 Jahren begann ihre beispiellose Titeljagd. In der Saison 1978/79 errang das Team in der E-Jugend die Meisterschaft und die Großkreismeisterschaft. Jetzt gab es ein Wiedersehen.

Samstag, 13.10.2018, 03:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 03:00 Uhr
Das frühere Team beim Wiedersehen (st.v.l.): Stephan Piegel, Harald Wolbeck, Markus Garbe, Jürgen Lammers, Jörg Overkamp, Hermann Piegel, Guido Heyart, Heinz Mieling. Kn.v.l.: Manfred Helling, Georg Schiller, Markus Callenbeck, Ralf Baving, Markus Ammertmann.
Das frühere Team beim Wiedersehen (st.v.l.): Stephan Piegel, Harald Wolbeck, Markus Garbe, Jürgen Lammers, Jörg Overkamp, Hermann Piegel, Guido Heyart, Heinz Mieling. Kn.v.l.: Manfred Helling, Georg Schiller, Markus Callenbeck, Ralf Baving, Markus Ammertmann. Foto: Verein

Zwei Jahre später toppten sie dieses in der D-Jugend mit dem Gewinn der Meisterschaft, der Großkreismeisterschaft und dem Kreispokalsieg. In der C-Jugend und A-Jugend ging die Truppe ebenfalls als Meister durchs Ziel. Damit gehört sie zu den erfolgreichsten Jugendmannschaften in der 95-jährigen Vereinsgeschichte des SC Rot-Weiß Nienborg.

Ein Großteil der Spieler, Trainer und Betreuer der erfolgreichen D-Jugend der Saison 1980/81 traf sich jetzt im Hohen Haus und schwelgte in Erinnerung. In den Meisterschaftsspielen siegten die Nienborger in allen 20 Partien. Torhüter Markus Callenbeck kassierte nur vier Gegentreffer. Neben einem Punkteverhältnis von 40:0 stand ein Torverhältnis von 184:4 zu Buche.

Nach dem souveränen Gewinn der Meisterschaft gab es regelrechte Pokal- und Aufstiegskrimis. Nicht selten säumten 100 Zuschauer und mehr den Spielfeldrand und feuerten die rot-weißen Nachwuchskicker an. In der Aufstiegsrunde gab es drei Siege und gegen den ASC Schöppingen ein Unentschieden. Damit errangen beide Teams gemeinsam die Großkreismeisterschaft. Im Pokal gab es Siege bei Eintracht Coesfeld (3:1), bei Rasensport Coesfeld (4:1), gegen GW Nottuln (3:2) und gegen FSV Gescher (3:1). Im Halbfinale siegte RWN bei ASC Schöppingen mit 1:0. Im Pokalfinale auf neutralem Platz im Ahauser Stadtpark war kein Geringerer als die SpVgg Vreden, damaliger Meister der Leistungsklasse Nord, der Gegner.

Das Foto zeigt die D-Jugend 1980/81. Spieler: Markus Callenbeck, Markus Garbe, Josef Mensing, Jürgen Lammers, Ralf Baving, Klaus Lammers, Markus Ammertmann, Harald Wolbeck, Guido Heyart, Hermann Piegel, Jörg Overkamp, Manfred Helling, Georg Schiller, Michael Huck und Josef Hintemann. Trainer und Betreuer: Heinz Lammers (bereits verstorben), Heinz Mieling, Stephan Piegel und Josef Helling.

Das Foto zeigt die D-Jugend 1980/81. Spieler: Markus Callenbeck, Markus Garbe, Josef Mensing, Jürgen Lammers, Ralf Baving, Klaus Lammers, Markus Ammertmann, Harald Wolbeck, Guido Heyart, Hermann Piegel, Jörg Overkamp, Manfred Helling, Georg Schiller, Michael Huck und Josef Hintemann. Trainer und Betreuer: Heinz Lammers (bereits verstorben), Heinz Mieling, Stephan Piegel und Josef Helling. Foto: Verein

„Im Endspiel waren die Vredener natürlich Favorit. Die spielten damals zwei Klassen höher“, erinnert sich der damalige Trainer Stephan Piegel. Vor diesem großen Gegner hatten die Nienborger aber keine Furcht, hatten sie doch zuvor auch schon höherklassige Gegner besiegt. Hermann Piegel war bis zur Pause zwei Mal erfolgreich.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Vredener stärker auf und erzielten ebenfalls zwei Treffer. Als schon alles nach einem Achtmeterschießen aussah, wurde Hermann Piegel in der letzten Minute 35 Meter vor dem Tor der Gäste gefoult. Markus Garbe legte den Ball vor, Mannschaftskapitän Georg Schiller nahm Maß. Sein Freistoß schlug unhaltbar ins Vredener Tornetz ein.

„Georg, du hattest schon in jungen Jahren einen sehr strammen Schuss. Als du abgezogen hattest, habe ich zu den anderen gesagt, den hält der Vredener Torhüter nie“, sagte Stephan Piegel – und er behielt damals Recht. Das war der Siegtreffer zum 3:2. Der Schiedsrichter pfiff das Spiel gar nicht mehr an, der Jubel der Rot-Weißen kannte danach keine Grenzen. Zur damaligen Zeit spielte die D-Jugend übrigens noch auf große Tore.

Die Holztrophäe, die die Mannschaft zum Pokalsieg erhielt, war ein Wanderpokal und ist Eigentum des Fußballverbandes. Garant des Erfolges war eine geschlossene Mannschaftsleistung in allen Spielen, sagte der damalige Trainer Piegel.

Die damals noch jungen RWN-Kicker.

Die damals noch jungen RWN-Kicker. Foto: Verein

Begehrtes Objekt beim Mannschaftsabend war der breite Stehordner von Georg Schiller. Akribisch hat er Berichte über unzählige Spiele und Mannschaftsfahrten verfasst sowie Spielberichte, Bilder und Tabellen aus der Zeitung und eigens erstellte Statistiken über seine gesamte Fußballlaufbahn als Spieler, Trainer und Betreuer archiviert.

Die Jugendzeit von 1978 bis 1987 nimmt dort eine besondere Position ein. „Als ich mit dem Fußballspielen begonnen haben, haben wir noch auf zusammengesteckte Tore gespielt“, erinnert sich der Chronist. Selbst schoss der Verteidiger in seiner Jugendzeit 33 Tore. Goalgetter in all den Jahren war Hermann Piegel, der von der E- bis zur A-Jugend 460 Treffer markierte.

Das nächste Treffen steht auch schon fest: Anfang Juni 2021, 40 Jahre nach dem Sieg im Pokalfinale.

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