Handball beim SC Nordwalde
Das Ende der Tristesse ist in Sicht

Nordwalde -

Auf einen Startplatz in der Bezirksliga hatten die Handballer des SC Nordwalde zu Saisonbeginn verzichtet. Und auch eine Etage tiefer, in der Kreisliga Euregio-Münsterland, fristet der Club als fester Bestandteil des grauen Mittelfeldes ein eher tristes Dasein. Keine Frage – die Handballabteilung des Vereins hat schon bessere Tage erlebt.

Donnerstag, 16.03.2017, 11:03 Uhr

Zukunft und Vergangenheit: Während die B-Jugend sich anschickt, dem SC Nordwalde zu altem Glanz zu verhelfen, liegt die Zeit, in der Holger Menke, berühmtester Sohn des Vereins, für den TuSEM Essen spielte, 25 Jahre zurück
Zukunft und Vergangenheit: Während die B-Jugend sich anschickt, dem SC Nordwalde zu altem Glanz zu verhelfen, liegt die Zeit, in der Holger Menke, berühmtester Sohn des Vereins, für den TuSEM Essen spielte, 25 Jahre zurück Foto: SC Nordwalde/dpa

Das überrascht. Immerhin ist Holger Menke ein Kind dieses Vereins. Der Halblinke, der schon in der Jugend über ein phänomenales Wurfrepertoire verfügte, zog einst von Nordwalde aus nach Emsdetten, wo er als 16-Jähriger in der Zweitliga-Mannschaft des TVE berücksichtigt wurde.

Später konnte er dann unter den deutschen Top-Teams wählen. Sein erstes Engagement führte ihn 1992 zum TuSEM Essen, wo er an der Seite von Weltklasse-Spielern wie Jochen Fraatz, Aleksander Tutschkin oder Stefan Hecker auflief. Als 23-Jähriger holte ihn dann Zvonimir „Noka“ Serdarusic zum THW Kiel, mit dem Menke 1996 Deutscher Meister wurde und mit Assen wie Thomas Knorr, Michael Krieter, Staffan Olsson und Klaus-Dieter Petersen anschließend die Champions League aufmischte. Weitere Stationen seiner schillernden Karriere waren die Bundesligisten VfL Gummersbach und OSC Rheinhausen.

Das handballerische Einmaleins hatte der Halblinke einst in Nordwalde erlernt. Auch wenn der SCN nie in höhere Sphären des Handballs vordrang, so war der Verein in heimischer Region als etablierter Landesligist ein Hotspot der münsterländischen Handballszene.

Auch das hat sich verändert. Heute hat SCN-Trainer Reinhard Hölscher mitunter Probleme, mangels Masse das Training zu gestalten. Und wenn es eng wird, dann muss er auch schon mal die stillen Reserven anzapfen, um überhaupt eine Mannschaft zusammenzubekommen. Manchmal gelingt nicht einmal das. So etwa am 19. Februar, als der SCN die Punkte kampflos dem VfL Eintracht Mettingen überließ, weil Hölscher nicht wusste, wie er sieben Männer auf die Platte bringen sollte. „Manchmal glaube ich, keiner hat mehr Lust, aufs Land zu fahren, um dort Handball zu spielen. Früher war das anders“, sagte der SCN-Trainer unlängst.

Doch trotz des augenblicklichen Tiefs bei der Männer-Mannschaft zeichnet sich ein Ende der Tristesse ab. Die Jugend nährt in Nordwalde die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Lethargie. Dass diese Aussichten durchaus rosig sind, stellte am vergangenen Wochenende die C-Jugend unter Beweis, als sie Kreismeister wurde.

Das will auch die Nordwalder B-Jugend bewerkstelligen. Sie empfängt am Sonntag ab 15.30 Uhr Vorwärts Gronau in der Wichernhalle. Sollte ein Sieg herausspringen, dann trennt nur noch ein Spiel das von Jörg Kriens und Erwin Hammer trainierte Team vom Titel. „Die Jungs wollen Kreismeister werden, und sie haben das Zeug dazu“, ist Kriens fest von der Klasse seiner Mannschaft überzeugt. Am vergangenen Wochenende gratulierten die B-Jugendlichen dem jüngeren Jahrgang zu seinem Geniestreich. Jetzt wollen sich die frisch gekürten Kreismeister bei ihren älteren Vereinskollegen revanchieren.

Und wer weiß – vielleicht ist ja einer unter ihnen, der es Holger Menke nachmacht, den berühmtesten Sohn des Vereins . . .

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