Handball: Frauen-Nationalmannschaft
Heimische Trainer vertrauen Groener

Kreis Steinfurt -

Seitdem Henk Groener bei den Handballerinnen der deutschen Nationalmannschaft das Sagen hat, geht es bergauf. So jedenfalls sehen es die Trainer aus der Region.

Montag, 03.12.2018, 17:52 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 17:54 Uhr
Henk Groener, zwischen 1996 und 2002 Coach des Zweitligisten TV Emsdetten, trainiert seit dem 1. Januar die deutschen Handballnationalmannschaft der Frauen. Mit ihr befindet sich der 58-jährige Niederländer auf einem guten Weg.
Henk Groener, zwischen 1996 und 2002 Coach des Zweitligisten TV Emsdetten, trainiert seit dem 1. Januar die deutschen Handballnationalmannschaft der Frauen. Mit ihr befindet sich der 58-jährige Niederländer auf einem guten Weg. Foto: dpa

Die Weltmeisterschaft der Frauen im eigenen Land wurde 2017 für die Mannschaft des Deutschen Handball-Bundes ( DHB ) zu einem Rohrkrepierer. Begeisterung kam erst gar nicht auf, weil für die DHB-Auswahl im Achtelfinale nach der 17:21-Niederlage gegen Dänemark schon frühzeitig Feierabend war. Die Europameisterschaft, bei der die deutschen Frauen mit dem 33:32-Sieg gegen den dreimaligen Weltmeister Norwegen am Samstag einen Coup landeten, scheint für das DHB-Team unter einem anderen Stern zu stehen. Die heimischen Handball-Fans jedenfalls verfolgen das Geschehen im Land des amtierenden Frauenhandball-Weltmeisters Frankreich mit durchaus wahrnehmbaren Interesse.

„Ich gehe davon aus, dass unsere Mannschaft die Hauptrunde erreicht. Mal sehen, wie weit sie dann kommt“, sagt Ansgar Cordes . Den Worten des Trainers der Landesliga-Handballerinnen vom TB Burgsteinfurt ist zu entnehmen, dass er dem DHB-Team einiges zutraut. Was sicherlich auch etwas mit Henk Groener zu tun hat. Der Niederländer übernahm am 1. Januar dieses Jahres das Traineramt von Michael Biegler. Er formte in kurzer Zeit eine Mannschaft, die von Begeisterung getragen wird und der es zuzutrauen ist, dass dieser Funke auch bundesweit überspringt.

Groener ist den Handball-Fans in der Region ein Begriff. Zwischen 1996 und 2002 trainierte er den Zweitligisten TV Emsdetten, wo er mit seiner Amtsübernahme ein neues Zeitalter einläutete. Das tat er, indem er seiner Mannschaft begeisternden Offensivhandball verordnete und auf diese Weise dafür sorgte, dass die zuvor eher überschaubare Fangemeinde stetig wuchs.

Groener bewerkstelligte dies, weil er ein geerdeter und ehrlicher Vertreter der Trainerzunft ist. So war er sich in Emsdetten nicht zu schaden, auch die Jugend zu fördern. Er tat das nicht, indem er etwa einmal pro Saison alibiweise eine Nachwuchsmannschaft besuchte. Vielmehr widmete er sich neben der Zweitliga-Mannschaft auch der Emsdetten D-Jugend, die er dauerhaft trainierte. Denn er ist auch heute noch davon überzeugt, dass die besten Trainer nicht in den Seniorenbereich gehören, sondern vielmehr dort tätig werden müssen, wo die Ausbildung beginnt: im Jugendbereich.

Diese ehrliche Ausrichtung weiß auch Markus Tasche zu schätzen. Als Trainer der D-Jugend des TB Burgsteinfurt traf er 1999/2000 mit seiner Mannschaft auf die von Groener trainierte D-Jugend des TVE – und schaffte mit dem TB das Kunststück, den Emsdettener Zweitliga-Nachwuchs im Kreispokalfinale aufs Kreuz zu legen. „Henk ist ein Mensch, der eine positive Grundeinstellung hat. Das zeichnet ihn aus“, sagt Tasche, der bis zum Saisonende noch den SC Nordwalde trainiert.

Eine ähnlich hochstehende Meinung hat Cordes vom 58-jährigen Niederländer. „Henk scheint einen sehr guten Draht zur Mannschaft zu haben. Das spürt man. Der Start mit dem Sieg gegen Norwegen war jedenfalls vielversprechend; kein Vergleich zum vergangenen Jahr.“

Im Dezember 2017 war die deutsche Frauen-Nationalmannschaft mit großen Ambitionen in die Heim-WM gestartet. Doch das Team zerbrach an seinen hohen Ansprüchen. Nach dem Aus im Achtelfinale machte Biegler den Weg für seinen Nachfolger frei.

Als es darum ging, diesen zu bestimmen, schien anfangs Markus Gaugisch, ehemaliger Trainer des TV Neuhausen und des HWB Balingen, die besten Karten zu haben. Doch die Wahl fiel dann auf Henk Groener. „Das war sicherlich eine gute Entscheidung,“ glaubt auch Jörg Kriens, Trainer des TV Borghorst. „Der Sieg gegen Norwegen war sensationell, aber man muss abwarten. Die deutsche Mannschaft ist ja sehr jung, aber ich traue ihr einiges zu.“

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