Fußball: Fusionspläne Wilmsberg/Borghorst
Bernd Hahn: "Für den Vereinsfußball wäre die Fusion ein Gewinn"

Borghorst -

Roter Stern Wilmsberg oder besser Eintracht Borghorst? Bernd Hahn ist sich unsicher. Sicher ist er sich aber, dass eine Fusion zwischen Preußen und Piggen nur von Vorteil sein kann.

Donnerstag, 04.07.2019, 16:32 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 17:41 Uhr
Bernd Hahn nachdenklich: Im Gespräch mit den WN hat sich der Trainer des FC Nordwalde, der in den 1980er Jahren sowohl beim SV Wilmsberg als auch bei den Preußen als Spielertrainer arbeitete, Gedanken über eine mögliche Fusion gemacht.
Bernd Hahn nachdenklich: Im Gespräch mit den WN hat sich der Trainer des FC Nordwalde, der in den 1980er Jahren sowohl beim SV Wilmsberg als auch bei den Preußen als Spielertrainer arbeitete, Gedanken über eine mögliche Fusion gemacht. Foto: Thomas Strack

Am 13. Juli (Samstag) findet beim SV Wilmsberg die Jahreshauptversammlung 2019 statt. Hier wird auch die geplante Fusion des Vereins mit dem SC Preußen Borghorst zur Sprache kommen. Weitere Versammlungen, bei denen der avisierte Schulterschluss der Borghorster Fußballer ausgiebig diskutiert werden soll, folgen jeweils am 25. September und 25. November. Bei der letzteren können die Mitglieder beider Clubs darüber abstimmen, ob sie für oder gegen die Fusion der beiden Vereine sind.

Bernd Hahn , langjähriger Spielertrainer sowohl bei den Piggen (1983 bis 1986) als auch bei Preußen Borghorst (1987 bis 1990) und aktuell seit acht Jahren auf der Bank des 1. FC Nordwalde (erst Reserve, jetzt erste Mannschaft) hat als interessierter Beobachter und Fußballkenner schon einige Fusionen miterlebt, hautnah die in Burgsteinfurt, weil er dort wohnt. Er kennt die Strukturen beider Vereine und einige der Funktionsträger, die früher unter seiner Trainerschaft gespielt haben.

„Vom Sportlichen aus betrachtet kann Borghorst nichts Besseres passieren. Es gibt doch jetzt schon einige Jugendmannschaften beider Vereine, die zusammen spielen, weil beide Probleme im Jugendbereich hatten. Ich stehe einer Fusion Wilmsberg-Preußen positiv gegenüber“, sagt der langjährige Übungsleiter.

Alles hänge aber letztlich von der Philosophie des neuen Vereins ab: Wo will ich hin, was will ich erreichen? „Preußen Borghorst hatte früher immer eine gute Jugendarbeit, Wilmsberg hatte mal einen Superjahrgang“, erinnert sich Hahn – dessen Trainer er damals war. Dennoch sind in den 80er und 90er Jahren viele Spieler aus Borghorst bereits in der Jugend nach Emsdetten abgewandert, weil Borussias Nachwuchs überkreislich kickte. Ähnlich verhält es sich heutzutage mit dem TuS Altenberge, wo bis vor einem Jahr von der C- bis zur A-Jugend drei Mannschaften in der Bezirksliga spielten.

„Ich kenne die zukünftige Politik des Vereins natürlich nicht, aber das Wichtigste in meinen Augen sind qualifizierte Trainer im Jugendbereich, weil man später bei den Senioren nicht so sehr auf auswärtige Spieler angewiesen ist“, sagt der 65-Jährige. In Nordwalde zum Beispiel habe man viele ehemalige Spieler als Trainer. Nicht alle seien im Besitz einer Lizenz, aber das müsse nicht zwangsläufig sein.

Erfahrungsgemäß wird es aber in jedem Verein Menschen geben, die sehr an ihrem Club hängen und ihn nicht missen möchten. „Traditionalisten wird es immer und überall geben. Aber sowohl in Wilmsberg wie auch bei den Preußen geht es heute ja schon ein wenig entspannter zu. Selbst ein Lothar Reinsch hat doch schon mal bei Preußen gespielt, oder?“ Probleme könne es eventuell bei den Vereinsfarben geben. „Damit werden sich einige vielleicht schwertun. Schwarz und Weiß und Grün lassen sich schlecht miteinander verbinden“, sträubt sich in diesem Punkt Hahns Farbempfinden.

Ansonsten sieht der Nordwalder Coach keine Probleme für beide Clubs: „Soweit mir bekannt ist, scheinen alle dafür zu sein. Die Preußen haben sich finanziell gut erholt und haben kaum mehr Verbindlichkeiten, die Spieler kennen sich untereinander sowieso alle – also, warum nicht?“, stellt Hahn die Frage in den Raum.

Sowohl in Wilmsberg als auch bei den Preußen geht es heute ja schon ein wenig entspannter zu.

Bernd Hahn
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