Fußball: Jugendobleutetagung des Kreises Steinfurt
Der Mädchenfußball geht neue Wege

Kreis Steinfurt -

Am Donnerstagabend kamen die Jugendvertreter der Fußballvereine des Kreises Steinfurt zusammen, um die neue Saison zu besprechen. Dabei standen einige interessante Themen auf der Tagesordnungen. Unter anderem wurde der Bereich e-Sport vorgestellt. Für den meisten Gesprächsstoff sorgte aber die Neuausrichtung des Mädchenfußballs.

Freitag, 12.07.2019, 12:30 Uhr aktualisiert: 14.07.2019, 18:04 Uhr
Im Rahmen der Jugendobleutetagung wurden die erfolgreichsten Teams der A- bis D-Jugend-Kreisligen ausgezeichnet. KJA-Vorsitzender Heinz-Gerhard Hüweler (r.) übergab den Vereinsvertretern die entsprechenden Meisterschaftsurkunden.
Im Rahmen der Jugendobleutetagung wurden die erfolgreichsten Teams der A- bis D-Jugend-Kreisligen ausgezeichnet. KJA-Vorsitzender Heinz-Gerhard Hüweler (r.) übergab den Vereinsvertretern die entsprechenden Meisterschaftsurkunden. Foto: Marc Brenzel

Ein Ausblick auf die neue Saison, eine Neuausrichtung im Mädchenbereich und e-Sports – das waren die wichtigsten Punkte, die am Donnerstagabend bei der Jugendobleute-Tagung des Fußballkreises Steinfurt in der Kreissparkasse Steinfurt auf der Tagesordnung standen.

Eigentlich hätten auch in den einzelnen Altersklassen die Pokalwettbewerbe ausgelost werden sollen, doch weil Spielleiter Sebastian Bülter entschuldigt fehlte, wurde das verschoben. Die Auslosung wird stattdessen zeitnah im Rahmen der nächsten Sitzung des Kreisjugendausschusses (KJA) nachgeholt.

Vorsitzender Heinz-Gerhard Hüweler blickte auf die abgelaufene Saison zurück. „Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle verkündet, wie toll unser Kreis sportlich dasteht. Aktuell fällt die Bilanz nicht so gut aus“, verwies der Sportfunktionär auf einige Abstiege der Steinfurter Teams in den überkreislichen Klassen und verpasste Aufstiege in die Bezirkligen. Die Ausnahme bildeten Vorwärts Wettringens C-Junioren, die in der Aufstiegsrunde zur Bezirksebene erfolgreich gewesen sind.

Werner Bülter ( SV Mesum ), der zusammen mit dem Ochtruper Willi Mollen für die Erstellung des Rahmenterminkalenders verantwortlich ist, unterrichtete die Vereinsvertreter über die Eckdaten der kommenden Spielzeit. Los geht es in den Kreisligen am 7./8. September, der letzte Spieltag des Jahres ist für den 7. Dezember vorgesehen. Die Winterpause endet am 29. Februar, die Saison am 23. Mai. Die Aufstiegsspiele zur Bezirksliga starten am 6. Juni.

Traditionell werden am 3. Oktober die Kreispokalsieger ermittelt. Austragungsort ist erstmals – und das für die nächsten drei Jahre – das Waldparkstadion in Hauenhorst. Bülter wies in diesem Zusammenhang auf eine Regeländerung hin: „Analog zu den Pokalspielen im Seniorenbereich gibt es auch bei den Junioren keine Verlängerung mehr. Gibt es nach Ablauf der regulären Spielzeit keinen Sieger, erfolgt sofort ein Elfmeterschießen.“

Sorgen bereitet dem KJA die Entwicklung im Mädchenfußball. Bernhard Post, seines Zeichens Staffeleiter der E- bis D-Juniorinnen-Kreisligen, erklärte: „Wir haben nur noch neun, zehn Vereine, die sich bei uns im Kreis mit dem Mädchenfußball beschäftigen. In den Ligen gibt es mal sechs, mal sieben, vielleicht mal acht Teams. Das ist einfach zu wenig, zumal es in den einzelnen Klassen Riesenqualitätsunterschiede und daher kaum attraktive Spiele gibt. Darüber haben wir uns Gedanken gemacht.“ Für die Saison 2019/20 lagen Post lediglich 25 Mannschaftsmeldungen vor – und das für fünf Altersklassen.

Näher ging Marianne Finke-Holtz in ihrer Funktion als Koordinatorin Mädchenfußball auf dieses Thema ein. „Es ist keine leichte Situation für uns. Deshalb haben wir uns mit den Vereinen zusammengesetzt und nach einer Lösung gesucht.“

Die wurde gefunden und sieht künftig einen gemeinsamen Spielbetrieb in allen Altersklassen mit den Kreisen Ahaus/Coesfeld und Recklinghausen vor. Geplant sind regionale Gruppen (Nord: Steinfurt, Ahaus/Coesfeld und Süd: Ahaus/Coesfeld, Recklinghausen). Optional könne mit Elfer- oder Neunerteams angetreten werden, bei den F-Juniorinnen sind Blockspieltage angedacht. Ins Detail geht es am 26. August beim gemeinsamen Staffeltag in Legden.

Als Gastreferenten hatte der KJA Kim Weidig vom Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverband (FLVW) eingeladen. Einer seiner Kernthesen: „Vereinsheim ist auch Vereinskultur – und die verändert sich. Junge Leute gehen heute nicht mehr ins Vereinsheim, um zu knobeln oder zu schocken oder was auch immer hier gespielt wird. Dieses Angebot reicht nicht mehr aus.“ Im e-Soccer, so Weidig, sehe der FLVW großes Potenzial, um sich und seine Vereine breiter aufzustellen und eine Zielgruppe, die meist nur online aktiv ist, in das Vereinsleben einzubinden. Nicht zuletzt deshalb richtet der Verband in einer Pilotphase den e-Soccer-Westfalenpokal aus.

Hüweler nimmt die Konsole zwar nicht selbst in die Hand, pflichtete seinem Referenten aber bei: „Wir haben im Mitgliederbereich rückläufige Zahlen. Wir sollten uns daher überlegen, wie wir die jungen Leute bei der Stange halten. Es ist doch besser, die daddeln in der Gruppe im Vereinsheim als alleine im Kinderzimmer.“

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