Handball: Burgsteinfurter Sporthallen nur mit wenigen Mängeln
Eine Sporthalle stinkt zum Himmel

Steinfurt -

Das Thema Sportstättennutzungsgebühr und der Zustand dieser Stätten in Burgsteinfurt wirbelt weiter Staub auf. In diesem Falle sogar einen, den man riechen kann.

Dienstag, 13.08.2019, 16:32 Uhr aktualisiert: 13.08.2019, 16:40 Uhr
Die 2010 fertiggestellte Willibrordhalle in Burgsteinfurt ist ein Schmuckstück, um das die Handballer des TB Burgsteinfurt (hier Amin Amine, 2.v.r.) von anderen Vereinen beneidet werden. Trotzdem hat auch sie ihren Tücken. Aktuell ist der Rasen auf dem Bagno-Sportplatz in einem guten Zustand – ohne Maulwurfshügel.Das Loch auf dem Kunstrasenplatz im Stadion.Maulwurfshügel auf dem Nebenplatz am Stadion.
Die 2010 fertiggestellte Willibrordhalle in Burgsteinfurt ist ein Schmuckstück, um das die Handballer des TB Burgsteinfurt (hier Amin Amine, 2.v.r.) von anderen Vereinen beneidet werden. Trotzdem hat auch sie ihren Tücken. Aktuell ist der Rasen auf dem Bagno-Sportplatz in einem guten Zustand – ohne Maulwurfshügel.Das Loch auf dem Kunstrasenplatz im Stadion.Maulwurfshügel auf dem Nebenplatz am Stadion. Foto: Matthias Lehmkuhl

Der Bericht über die Probleme der Steinfurter Fußballer mit dem Hauptplatz im Stadion stand am Montagabend kaum auf der Internetseite der Westfälischen Nachrichten, da trudelten die ersten Meldungen ein, dass auch andere Vereine ihre liebe Not mit ihren Übungsstätten hätten. In diesem Falle waren es Hallen, von denen zumindest eine im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stinkt.

Der TB Burgsteinfurt, ein Mehrspartenverein mit 1660 Mitgliedern, nutzt für seine Sportarten vier Hallen in Stemmert und zahlt dafür im Jahr 9000 Euro Sportstättennutzungsgebühr an die Stadt Steinfurt. Die Handballer als kostenintensivste Abteilung müssen allein 4200 Euro an die Stadt abdrücken, weil sie die größte Abteilung betreiben. „Die Handballer zahlen pro Stunde neun Euro, weil sie ja alle drei Hallentrakte einer Dreifachhalle nutzen. Ich bekomme zwei Mal im Jahr eine Abrechnung“, sagt Dörte Michels , die Erste Vorsitzende des TB. Finanziert werden diese Kosten durch die Mitglieder und ihre Beiträge. Die restlichen 3000 Euro verteilen sich auf die anderen Abteilungen des Turnerbunds.

„Die Willibrordhalle ist unsere Haupthalle. Hier trainieren und spielen wir. In Ausnahmefällen trainieren wir auch in den Hallen an der Gartenstraße, der Vorsundernhalle oder der Kreishalle“, erklärt Uwe Geersen, Spielwart des TB. Die „Willihalle“ sei eine super Halle, um die die Stemmerter Handballer von den umliegenden Vereinen manchmal schon beneidet würden. Doch auch hier ist nicht alles im grünen Bereich. „Das ist eine Dreifachhalle mit unheimlich viel Technik, die leider auch nicht immer funktioniert“, sagt Geersen. Die Lichtanlage beispielsweise habe seit Fertigstellung 2010 ihre Macken, der Sonnenschutz ebenfalls, und der Hallenboden sei für die Meisterschaftsspiele oftmals zu glatt, weil einfach zu viel Staub darauf liegen würde.

In einem katastrophalen Zustand sei die Hauptschulhalle am Vorsundern, sagt Dörte Michels. „Vorsichtig ausgedrückt, kann man sagen, es riecht dort“, will die TB-Chefin nicht allzu drastische Worte wählen. Urin sei die Ursache, weil in die Umkleidekabinen gepinkelt würde.

„Wir empfehlen unseren Mitgliedern, dort nicht zu duschen. Die Leitungen sind uralt, und wir vermuten, dass dort Legionellen schlummern. Die Elektrik fällt auch schon mal aus“, listet Michels die Probleme auf. Alle anderen Hallen seien eigentlich gut in Schuss und würden nur gelegentlich Störungen aufweisen, die „aber absolut im Rahmen“ seien, weil so etwas immer mal vorkommen könne. In der Kreishalle würde sich die TB-Vorsitzende allerdings wünschen, dass man im Gymnastikraum auch im Winter die Fenster nach dem Sport öffnen könne. „Nach dem Spinning herrscht dort dicke Luft“, sagt Michels und verweist auf extremen Schweißgeruch. Sie könne jedoch verstehen, dass der Hausmeister die Fenster geschlossen halte, wenn sie nach den Übungsstunden die Nacht über geöffnet blieben und am nächsten Morgen „dort von innen Eisblumen an den Scheiben“ wären. „Weil jemand vergessen hat, die Fenster hinterher wieder zu verschließen“, sagt sie.

Ali Pish Been und seine Fußballer hatten bis vor Kurzem ein echt tierisches Problem zu lösen. „Wir trainieren mit unserem Mannschaften im Sommer auf dem Bagno-Sportplatz. Der war bis vor einiger Zeit in keinem guten Zustand, daher haben wir mit der Stadt und dem Platzwart gesprochen, was man tun könne“, berichtet der Vorsitzende des FC Galaxy. Maulwürfe hatten das Gelände in Beschlag genommen. Die stehen unter Naturschutz, also „konnten wir sie nur auf irgendeine Art verjagen“, erklärt Pish Been. Dass die Hügel der Maulwürfe bei Fußballern zu Verletzungen führen können, muss nicht explizit erklärt werden. „Die Stadt hat Mutterboden aufgebracht, gewalzt und an den betroffenen Stellen neu eingesät. Der Platz ist jetzt wieder in einem guten Zustand“, sagt der Galaxy-Chef. Aber das Problem werde wieder auftreten, denn „ohne Geräuschkulisse, also wenn dort nicht trainiert wird, kommen die Maulwürfe in ein paar Wochen zurück. Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass die Stadt hier nicht viel unternehmen kann.“

In puncto Stadion haben die Kicker des FC Galaxy weniger Stress mit dem Zustand des Hauptplatzes als der SV Burgsteinfurt. „Das mag daran liegen, dass wir in der Kreisliga B spielen. Die Schiedsrichter haben hier weniger Beanstandungen als in der Bezirksliga“, sagt Pish Been. Einzig das Loch auf dem Kunstrasenplatz in Höhe des Strafraums bereite im Sorge. „Aber soweit ich weiß, hat die Stadt die entsprechende Firma bereits informiert“, sei laut Pish Been Abhilfe auf dem Weg. Bis zur Schlechtwetterperiode im Winter, wenn sämtliche Burgsteinfurter Fußballer auf dem Kunstrasen trainieren und spielen müssen, geht ja noch ein wenig Zeit ins Land.

Wir empfehlen unseren Mitgliedern, dort nicht zu duschen.

Dörte Michels

Ohne Geräuschkulisse, also wenn dort nicht trainiert wird, kommen die Maulwürfe in ein paar Wochen zurück.

Ali Pish Been
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