Felix Lefering / Photovoltaik ist sein neues Steckenpferd und Broterwerb
Der Aufwand war enorm

burgsteinfurt/coesfeld -

Felix Lefering gehörte in seiner Jugend, in den 1990er Jahren, zu besten Läufern in der Kreisstadt und hat bei diversen Meisterschaften Urkunden und Pokale gewonnen. Und heute? Was macht der 41-Jährige eigentlich?

Dienstag, 29.09.2020, 15:46 Uhr
Felix Lefering ( hier beim Altstadt-Abendlauf in Burgsteinfurt 2003) betreibt in Coesfeld als Geschäftsführer eine Firma, die Photovoltaikanlagen vertreibt. Mit dem Laufen hat er nicht mehr viel im Sinn.
Felix Lefering ( hier beim Altstadt-Abendlauf in Burgsteinfurt 2003) betreibt in Coesfeld als Geschäftsführer eine Firma, die Photovoltaikanlagen vertreibt. Mit dem Laufen hat er nicht mehr viel im Sinn. Foto: Strack

Wie so oft, wenn es in Burgsteinfurt um Sportler geht, die schnell laufen konnten, hatte Ernst Römer seine Finger im Spiel. Bei Felix Lefering jedoch hatte der mittlerweile verstorbene Altmeister der Talentsichtung (zuerst) kein Glück. „Ne, ich spiele lieber weiter Fußball“, erinnert sich Felix Lefering, dass er Römer nach seinem ersten Sieg beim Altstadt-Abendlauf eine Absage erteilt hat. „Das war damals die kleine Runde. Die habe ich auf Anhieb gewonnen. Erst als mich Thomas Aufenberg zum Silvesterlauf nach Altenrheine mitgeschleppt hat und ich schon wieder gewann, habe ich gedacht: Dann musst du das ja wohl ganz gut können“, war die Bundesliga-Karriere des Burgsteinfurters gestorben – und die Läuferkarriere begann. 13 oder 14 Jahre war er damals alt. Genau weiß er das nicht mehr.

Wie so vieles, das dem 41-jährigen Diplom-Betriebswirt nur noch bruchstückhaft in Erinnerung geblieben ist: „Das ist über 20 Jahren her.“ Selbst bei den großen Erfolgen muss Lefering ordentlich im Gedächtnis kramen, um bestimmte Einzelheiten auf die Reihe zu bekommen. „Zu Hause habe ich noch ein paar Sachen rumliegen. Ich müsste wirklich erst nachschauen“, beantwortet der Stemmerter die Frage nach der Summe der Volksläufe, die er gewonnen hat in seiner besten Zeit. „Es waren schon einige. In Burgsteinfurt den Abendlauf habe ich zwei Mal gewonnen. Das weiß ich noch“, sagt Lefering. Seine Bestzeit stand über 10 000 Meter bei 32:30 Minuten. Der Schnellste in Stemmert war er damit nicht, denn das war ein Afrikaner, der unter 30 Minuten blieb. Der Rekord steht bis heute noch.

Seine Paradestrecken lagen allerdings auch mehr im Bereich zwischen 800 und 3000 Meter. Und da fällt ihm auch ein, dass er in „Chemnitz oder Neubrandenburg, genau weiß ich das nicht mehr“, bei einer Meisterschaft mal den dritten Platz in der Halle über 1500 Meter belegt hatte. Die 3:46 min. im Jahr 2001 über 1500 Meter bei einem Leichtathletik-Meeting in Cuxhaven sind ihm ebenfalls noch geistig präsent, da kein deutscher Läufer schneller war als er. Gewonnen hatte er trotzdem nicht, aber die Zeit war bombig.

Als sich Lefering als Jugendlicher nach den Siegen bei den Volksläufen dann entschloss, sein Talent voran zu treiben, nahm ihn Volker Miklasz als Trainer beim TB Burgsteinfurt unter seine Fittiche. Trainiert wurde zum Beispiel mit Philipp Brouwer und Pascal Hille, die „beide ein wenig jünger sind als ich. Aber die haben sich ja dann auch auf die längeren Strecken konzen­triert, Brouwer sogar auf Marathon. Über 3000 Meter sind wir einige Male gegeneinander gelaufen, aber nicht oft, höchstens vier oder fünf Mal“, gab es hier zumindest einen kleinen internen Steinfurter Konkurrenzkampf. Der Sieger? Da muss Lefering passen.

Nur beim Erringen der Deutschen Vizemeisterschaft der A-Jugendlichen im Cross mit Aufenberg und Brouwer, da läuft‘s noch: „Zusammen waren wir echt stark. Es wurden unsere drei Platzierungen zusammengerechnet und daraus hat sich dann Platz zwei im Gesamtklassement ergeben.“ Aber bei der Siegermannschaft lässt ihn die Erinnerung schon wieder im Stich: „Ich glaube der hieß Wolfram Müller oder so.“ Die Suche im Internet ergibt leider auch keine neuen Erkenntnisse über Zeiten und Platzierungen, da Jugendmeisterschaften nicht gelistet sind.

Und heute? „Klar vermisse ich den Sport, aber ich habe als Selbstständiger einfach zu wenig Zeit. Nötig hätte ich‘s schon“, grinst der 1,80 Meter große Ex-Läufer und denkt dabei an seine 100 Kilo Lebendgewicht. Schon in Wattenscheid, damals noch deutlich leichter unterwegs, waren Leistungssport und Studium nicht leicht unter einen Hut zu bringen. „Das Ganze war mit großen Aufwand verbunden. 150 bis 160 Kilometer in der Woche musste ich laufen. Dazu noch unter hoher Belastung wegen der Tempoläufe. Fitschen und Stenzel waren eindeutig besser“, musste er diesen beiden oftmals den Vortritt lassen. Nach einem Jahr war Schluss. Doch das klingt in seinen Worten auch jetzt, nach 20 Jahren, nicht wehmütig. Ist halt so.

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