Fußball: Ex-Nordwalder Andreas Hemsing kickt sich über Emsdetten bis in die Oberliga
Als die Hosen deutlich kürzer waren

Gescher -

Angefangen hat er beim SC Nordwalde, doch schon in der B-Jugend ging es nach oben, steil bergauf, denn es dauerte nicht lange, da spielte Andreas Hemsing schon beim Preußen Münster in der Oberliga.

Dienstag, 22.12.2020, 10:04 Uhr
Andreas Hemsing 1985
Andreas Hemsing 1985 Foto: Gerd Beike

Ein schlechtes Gedächtnis kann man Andreas Hemsing wahrlich nicht vorwerfen. Der ehemalige Oberligafußballer des ASC Schöppingen und Preußen Münster kann sich sofort erinnern, wer ihn gerade telefonisch kontaktiert hat. Dabei sind seit diesem Ereignis fast zehn Jahre ins Land gegangen. Hemsing war seinerzeit Sportlicher Leiter beim Landesligisten Eintracht Ahaus und sollte sich über seinen besten Torschützen Rainer Hackenfort äußern, der in 30 Ligaspielen immer im Team stand und dabei noch 26 Tore erzielte.

Auch bei den anderen Fixpunkten seiner sportlichen Vita muss der 56-Jährige kaum nachdenken, wann er wo gespielt hat. Das Meiste kommt wie aus der Pistole geschossen. Dabei hat er in seiner beinahe 20-jährigen Karriere als Fußballer in meist höheren Ligen einiges erlebt. „Und wenn man sich die Geschichten bei irgendwelchen Ehemaligentreffen erzählt, dann sind sie heute meistens besser, als sie live wirklich waren“, weiß der Gewerkschafter nur zu gut, dass manchmal nur ein kleiner Schritt zwischen Wahrheit und Legende liegt.

Als legendär bezeichnet der Gescheraner allerdings seinen Physiotherapeuten Josef Paries, der ihn – egal bei welchem Wehwehchen – gut durch seine Zeit als Fußballer gebracht hat. „Das waren nicht nur Zerrungen, aber zum Glück nie Brüche oder Ähnliches. Aber Josef hat mich immer wieder hingekriegt. Allerdings spielte man früher ja auch mit einem Bänderriss weiter. Der wurde getapt und das war‘s“, erzählt Hemsing.

Mit dem Wechsel vom SC Nordwalde nach Emsdetten, wo er in der A-Jugend in der höchsten deutschen Jugendliga spielte, begann 1982 seine Karriere. Als die Preußen aus Münster ihn holten, gab es für den Rechtsfuß, der es auch mit dem anderen gut kann, kein Halten mehr. „Günther Exner hat mich zuerst im Angriff aufgestellt. Helmut Horsch hat mich danach zum Innenverteidiger gemacht, bis ich dann auf der linken Seite gelandet bin. Damals gab es ja immer Pärchenbildung auf den Flügeln. Ich spielte mit Uwe Pieper zusammen auf der linken Seite. Ich war ja beidfüßig“, erinnert sich Hemsing.

Dann kam 1986 der Wechsel nach Schöppingen – entstanden auf recht kuriose Art und Weise. „Vor einem Spiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft – wir spielten mit Münster gegen Bayern Münchens Amateure – bekam ich im Hotel einen Anruf von Heinz Tummel. Er wüsste ja, dass ich für die nächste Saison in Münster noch nicht zugesagt hätte, ob ich nicht beim ASC spielen wolle. Ein Freund aus Emsdettener Zeiten, Reinhard Kloppenborg, spielte zu dem Zeitpunkt schon in Schöppingen. Der hat mich dann mehr oder weniger dorthin gelockt. Fünf Jahre bin ich schließlich in Schöppingen geblieben und habe unter Trainern wie Bernard Dietz gespielt“, erinnert sich Hemsing an die Zeit beim ASC.

Aus dem vielen Sport von damals ist heute weniger geworden. „Eigentlich nix, Tennis, ein bisschen Rad fahren“, sagt er. In seiner ehemaligen Heimat Nordwalde schaut er regelmäßig noch vorbei. „Meine Eltern und meine Schwester leben dort.“ Altherrenfußball mit 32-Jährigen, darauf habe er keine Lust. Das seien ungleiche Waffen, denn „der legt den Ball an mir vorbei und rennt hinterher“, kann und will der 56-Jährige nicht mitmachen.

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