Rallyesport: Rennfahrer Nick Loof steigt in die Rallye-Junioren-EM ein
Viel PS für das große Ziel

GREVEN/NORDWALDE -

Nick Loof fährt Auto, und das ziemlich gut sogar. Und weil er das so gut kann, steigt der 19-Jährige aus Nordwalde in die Junior-Rallye-Europameisterschaft ein.

Montag, 29.03.2021, 16:22 Uhr aktualisiert: 29.03.2021, 16:24 Uhr
Der 19-Jährige Nick Loof steigt im Juni in die FIA-Junioren-Europameisterschaft ERC3 ein. Sechs Rennen, die viel Zeit und große Anspannung kosten werden, stehen für den ausgebildeten KfZ-Mechatroniker an.
Der 19-Jährige Nick Loof steigt im Juni in die FIA-Junioren-Europameisterschaft ERC3 ein. Sechs Rennen, die viel Zeit und große Anspannung kosten werden, stehen für den ausgebildeten KfZ-Mechatroniker an.

Auf der Strecke zu stehen, die Beschaffenheit des Wagens und die Verhältnisse der Fahrbahn zu spüren, möglichst viele PS unter der Haube zu haben – das alles gehörte immer schon zum Leben von Nick Loof aus Nordwalde: „Seitdem ich neun Jahre alt bin, fahre ich.“ Was damals auf der Kartbahn seinen Anfang nahm, findet jetzt seinen Höhepunkt: Loof steigt ab Juni in die Junior-Rallye-Europameisterschaft ein.

Der Schritt dorthin, daraus macht Loof kein Geheimnis, sei ein wirklich großer. Europameisterschaft zu fahren bedeute viel Konzentration, einen gewissen Zeitaufwand, und es müsse einiges zusammenkommen: „Manchmal passt es einfach. Es liegt zum einen an meinem eigenen Talent, aber natürlich auch an dem Team drumherum, meiner Familie, die mich seit Jahren unterstützt und ohne die das alles nicht möglich wäre. Natürlich geht das alles nicht ohne Sponsoren. Und man muss einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.“

Vor allem das Aufbauen finanzkräftiger Sponsorenkreise sei wichtig für den steilen Weg nach oben in der Rallye-Karriere: „Man muss national auf sich aufmerksam machen. Das haben wir geschafft.“

Zu seinem Team gehören drei Mechaniker und ein Ingenieur. Die sind bei jedem der sechs anstehenden Rennen der EM dabei. Für ein Rennen, rechnet der 19-Jährige vor, müsse man eine Woche einplanen: „Am Montag testet man die Strecke zum ersten Mal, prüft das Auto auf alle Gegebenheiten der unterschiedlichen Fahrbahnen. Bis Donnerstag fährt man dann weiter jeden Tag die Strecke mit einem Beifahrer ab, der speziell auf die Besonderheiten von Kurven schaut.“ Am Freitag würde das eigentliche Rennen stattfinden. Sonntag geht es wieder zurück in die Heimat. Der Auftakt findet Mitte Juni in Polen statt.

Es wird klar: Viel Zeit muss Loof in seine Karriere stecken. Er sagt: „Durch meinen Beruf als KfZ-Mechatroniker kann ich mir die aber gut einteilen. Alles ist mit meinem Chef abgesprochen und ich kann beides gut, unter einen Hut bringen.“

Und so steht erst einmal dem großen Ziel in der Junior Rallye-EM ERC3 nichts im Wege. Loof, der aus Bad Oeynhausen kommt, viele Jahre in Saerbeck und Greven wohnte, lebt aktuell in Nordwalde. Für ihn geht ein Traum in Erfüllung: „Ich bin 2020 auch schon bei einem Rennen in Tschechien gestartet und war die letzten anderthalb Jahre mit einem Opel Adam in einem Markenpokal der Deutschen Meisterschaft an den Start gegangen. Aber Europameisterschaft ist natürlich ein sehr großer Schritt. Der Weg dorthin ging extrem schnell. Darauf bin ich sehr stolz.“

Egal, wie weit es noch nach oben gehen soll, für ihn ist klar: „Ich bleibe beim Rallye-Fahren.“ Der Reiz im Vergleich zu normalen Bodenverhältnissen sei ein anderer: „Man kann sich zwar auf vieles vorbereiten, aber eben nicht auf alles. In Polen starten wir auf Schotter. Das wird schon eine große Herausforderung.“

Diese unterschiedlichen Bedingungen und ein Fünkchen Ungewissheit würden eben den gewissen Kick geben. Wegen der Corona-Pandemie musste die Saison später als geplant starten. Aktuell könne er keine Testfahrten absolvieren: „Das ist natürlich sehr schade. Aber auch der Motorsport steht im Amateurbereich gerade still.“ Loof kann nur an den Start gehen, weil die EM den Anfang seiner Profikarriere markiert.

Die Vorbereitungen auf die Rennen würden ihm zwar fehlen, er räumt aber ein: „Unter den Bedingungen leidet ja gerade jeder.“ Mit dem Beginn der EM wechselt Loof übrigens auch seinen Wagen: Vom Opel Adam R2 auf einen Ford Fiesta. Er darf sich auf über 200 PS unter der Haube freuen. Eins ist ihm aber auch klar: „Die PS werde ich brauchen.“

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