Fortuna Schapdetten - Bogenschießen
Mit viel Gefühl ganz schnell nach oben

Nottuln -

Fortuna Schapdetten ist ein kleiner Verein. Es gibt eine Besonderheit: Der Verein bietet Bodenschießen an – erfolgreich. Der 16 Jahre alte Jannis Kuschel erzählt, wie er zu diesem Sport gekommen ist.

Freitag, 02.12.2016, 14:12 Uhr

Viele Erfolge feiert der 16 Jahre alte Jannis Kuschel als Bogensportler für Fortuna Schapdetten.
Viele Erfolge feiert der 16 Jahre alte Jannis Kuschel als Bogensportler für Fortuna Schapdetten. Foto: Klaus Fallberg

Der 16-jährige Bogenschütze Jannis Kuschel von Fortuna Schapdetten ist zweimaliger Landesvizemeister in der Jugendklasse. Er nahm im vergangenen Jahr an den Deutschen Meisterschaften teil und hat in diesem Jahr den Sprung in den NRW-Landeskader geschafft. Mit ihm sprach unser Mitarbeiter Klaus Fallberg.

Hallo Jannis, wie lebt es sich eigentlich mit solch einem netten Familiennamen?

Jannis Kuschel: Ich hab‘ mich dran gewöhnt. Und von den Jungs kommt da nix. Aber die Mädchen finden den schon süß (lacht).

Kann man mit Bogenschießen denn Mädchen beeindrucken?

Jannis: Das ist natürlich nicht mein Ziel (lacht). Aber ich würde es auch nicht verhindern . .

Wie kommt man als junger Mann zum Bogenschießen? Es gibt doch so viele andere Möglichkeiten.

Jannis: Bis zu meinem zwölften Lebensjahr habe ich tatsächlich hier in meinem Wohnort Billerbeck Fußball gespielt. Wie so viele meiner Kumpels. Dann hat mich mein Vater mal zum Bogenschießen nach Schapdetten mitgenommen. Das hat mir gut gefallen und ich bin regelmäßig mitgegangen. Dabei ist der dortige Trainer Günter Kuhr auf mich aufmerksam geworden, hat mich gefördert und davon überzeugt, dass der Bogensport für mich genau das Richtige ist. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Du schießt ja für Fortuna Schapdetten. Was ist das Besondere an diesem Verein?

Jannis: Ganz klar: Dass dort drei ausgebildete Trainer arbeiten, die alle einen tollen Job machen. Das macht den Unterschied. Und die Trainingsbedingungen sind auch ziemlich gut. Neben Schapdetten schieße ich noch für Hagen am T.W.. 2015 haben wir mit Hagen noch in der zweiten Bundesliga geschossen. Leider sind wir in die Regionalliga abgestiegen, denn zweite Bundesliga war schon eine tolle Erfahrung.

Wie finanziert man denn so etwas?

Jannis: Im Grunde muss man alles selber bezahlen: Bogen, Pfeile, Fahrkosten, Verpflegung. Höchstens in der ersten Bundesliga gibt es mal Sponsorengelder. Ein guter Bogen kostet um die 2000 Euro neu, gebraucht bekommt man sie schon billiger. Jeder Pfeil kostet gut 30 Euro. Man braucht pro Saison etwa zwölf neue Pfeile. Und dann die weiten Fahrten. Ich bin da meinen Eltern total dankbar, dass sie mich finanziell stärken, denn ich geh ja noch zur Schule.

Mit welchem Ziel?

Jannis: Ich möchte auf jeden Fall mein Abitur machen und dann studieren. Die Richtung steht aber noch nicht fest. Und bei aller Liebe zum Bogensport: Ein guter Schulabschluss ist mir das Wichtigste.

Wie passen denn Schule/Studium zum Leistungssport Bogenschießen?

Jannis: Gar nicht so einfach. Ich trainiere drei bis vier Mal in der Woche für jeweils rund drei Stunden in Schapdetten. Da ich an einer Ganztagsschule lerne, bleibt für Hobbys und Freunde echt wenig Zeit. Da muss ich gut aufpassen, dass mir Freundschaften nicht kaputt gehen, denn auch meine Freunde sind mir sehr wichtig.

Nenn doch mal drei Gründe, warum Jemand mit dem Bogenschießen anfangen sollte.

Jannis: Beim Bogenschießen kann man total entspannen, weil man sich nur auf sich selber konzentrieren muss. Dieses Sich-Konzen­trieren-Lernen hilft dann auch bei der Arbeit oder wie bei mir bei Klausuren. Und Bogenschießen macht nicht Jeder. Mit ein bisschen Talent und viel Trainingsfleiß kann man es schneller „nach oben“ schaffen als beim Fußball.

Schaut man als Bogenschütze schon mal neidisch auf die Verdienstmöglichkeiten der Fußballer?

Jannis: Neidisch überhaupt nicht, eher mit völligem Unverständnis über die Unsummen, die im Fußball gezahlt werden. Da ist jedes Maß verloren gegangen. Wenn die Vereine das viele Geld, das sie den Fußballern nachwerfen, in soziale Projekte stecken würden, sähe die Welt ein wenig besser aus.

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