Fußball: GW Nottuln
Anna Gronover und Clemens Donner freuen sich auf Heiligabend

Nottuln -

Sie sind die Pechvögel der Fußballabteilung von GW Nottuln: Anna Gronover und Clemens Donner. Die Spieler kurieren momentan Kreuzbandrisse aus. Die beiden Grün-Weißen sind aber auch ein Paar und erzählen unter anderem im WN-Interview, warum sie sich in diesem Jahr so auf Weihnachten freuen.

Samstag, 24.12.2016, 06:12 Uhr

Freuen sich auf das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familien: Anna Gronover (r.) und Clemens Donner von GW Nottuln.
Freuen sich auf das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familien: Anna Gronover (r.) und Clemens Donner von GW Nottuln. Foto: Klaus Fallberg

Anna Gronover (23 Jahre) und Clemens Donner (26) sind nicht nur hervorragende Fußballer von Grün-Weiß Nottuln , sondern seit drei Jahren auch ein Paar. Momentan kurieren sie beide ihre Kreuzbandrisse aus. Mit ihnen sprach unser Mitarbeiter Klaus Fallberg.

Es soll jetzt nicht unhöflich sein, aber die erste Frage würde ich gerne an Sie, Herr Donner, richten: Sie haben sich vor Kurzem einen Kreuzbandriss zugezogen. Wie ist das passiert, und wie geht es jetzt weiter?

Clemens Donner: Passiert ist es beim Spiel gegen Ahaus. Ich war im Sprintduell und wollte die Richtung wechseln. Da ist mein rechtes Knie durchgeknickt. Die fünf Minuten bis zur Halbzeit habe ich noch irgendwie durchgehalten, dann wurden die Schmerzen zu groß. Die Diagnose war eindeutig: Kreuzbandriss. Die Operation ist gut verlaufen. Jetzt brauche ich Geduld, gutes Heilfleisch und viel Motivation, täglich an meiner Regeneration zu arbeiten.

Wie sich das anfühlt, haben Sie ja nicht nur einmal erlebt, Frau Gronover, oder?

Anna Gronover: Das stimmt. Ich kuriere gerade meinen dritten Kreuzbandriss aus, den ich mir im Sommer zugezogen habe. Zum ersten Mal ist mir schon 2011 das Kreuzband gerissen.

Wenn man solch eine schwere Verletzung erleidet, denkt man dann spontan darüber nach, mit dem Fußball aufzuhören?

Clemens Donner: (atmet tief durch) Die Ärzte sprechen von einer Pause von fast einem Jahr. Da ist es, glaube ich, ganz normal, dass man sich hinterfragt. Gerade wenn man, wie ich, im Referendariat steckt und eigentlich keinen Unterrichtsausfall gebrauchen kann. Im Moment bin ich in Waltrop an einem Gymnasium eingesetzt, und das macht richtig Spaß. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Es ist noch viel zu früh nach der OP, um eine Entscheidung treffen zu können.

Anna Gronover: Diese Situation kenne ich auch. Natürlich macht man sich Gedanken. Wir sind ja keine Profis, sondern spielen hobbymäßig Fußball. Ich habe festgestellt, dass ich nach dem ersten und auch nach dem zweiten Kreuzbandriss nicht vom Fußball lassen konnte. Und jetzt habe ich den dritten. Ich bin gespannt, wie ich reagiere, wenn ich gefragt werde, ob ich wieder für GW Nottuln spielen möchte (lacht).

Wie haben Sie sich eigentlich kennengelernt?

Anna Gronover: Wir haben vor rund vier Jahren in Münster zusammen die Trainer-B-Lizenz gemacht. Bis dahin kannten wir uns gar nicht, obwohl wir beide in Münster Sport studiert haben. Dann hat es aber noch gut ein Jahr gedauert, bis wir ein Paar wurden.

Und jetzt sind Sie nach Nottuln gezogen?

Clemens Donner: Ja, vor vier Monaten. Wir wollten unbedingt zusammenziehen und da hatten wir das große Glück, eine sehr schöne Wohnung zu bekommen. Für mich ist die Strecke nach Waltrop dadurch deutlich kürzer geworden, da ich vorher in Münster gewohnt habe. Und Anna und ich trainieren ja auch die weibliche B-Jugend, sodass wir sowieso die meiste Zeit in Nottuln verbracht haben. Und Nottuln ist einfach schön!

Und wie lebt es sich als Paar so zusammen?

Clemens Donner: Sehr gut! Ich werde gut betütelt...

Anna Gronover: Klar, ich koche, putze, kaufe ein, fahre . . .

Clemens Donner: Ich hab´ ja auch ´nen Kreuzbandriss . . .

Anna Gronover: Der aber irgendwann ausgeheilt ist. Und dann . . . Aber im Ernst: Clemens ist ein toller Heimwerker, der hier viel in der Wohnung gemacht hat. Und kochen kann er auch richtig gut. Nicht nach Rezept, sondern nach Clemens Donner. Schmeckt super!

Sie haben vorhin gesagt, dass Sie beide Sport studiert haben beziehungsweise studieren. Wie sieht Ihr berufliches Ziel aus?

Clemens Donner: Genetisch bedingt kann ich gar nichts anderes werden als Lehrer (lacht). Meine Eltern und alle meine vier Geschwister sind Lehrer. Ich werde Sport und katholische Religion an einem Gymnasium oder an einer Gesamtschule unterrichten. Zuerst muss ich aber mal im Oktober mein zweites Staatsexamen bestehen.

Anna Gronover: Ich studiere Sport und Ernährung. Damit könnte ich Lehrerin an einem Berufskolleg werden. Ob ich das mache, weiß ich aber noch nicht. Vielleicht finde ich ja auch etwas in einem medizinischen Institut oder einem Leistungszentrum.

Wie werden Sie Heiligabend verbringen?

Anna Gronover: Dieses Jahr feiern wir zum ersten Mal nicht getrennt. Aber auch nicht allein, sondern mit meiner ganzen Familie. Dann sind wir insgesamt 16 Personen. Mit Baum und Krippe und Kartoffelsalat mit Würstchen. Da freuen wir uns sehr drauf.

Clemens Donner: Und am ersten Weihnachtstag fahren wir in meine alte Heimat Schleswig-Holstein und feiern mit meiner Familie.

Es gibt ja Menschen, die machen Anträge unterm Weihnachtsbaum?

Clemens Donner: (lacht) Den wird es bestimmt geben. Aber nicht unterm Weihnachtsbaum und vor allem nicht vor 16 Menschen.

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