Fußball: GW Nottuln II
Linus Sonneborn: Talent in der zweiten Reihe

Nottuln -

Bei der Turnierwoche in Hohenholte zeigte er zuletzt sein Können: Linus Sonneborn. Der Stürmer von GW Nottuln II ist für die A-Liga ein sehr guter Stürmer. Doch höher kann er im Moment nicht spielen.

Freitag, 03.08.2018, 14:22 Uhr

In der Landesliga-Reserve von GW Nottuln schlummert mit Linus Sonneborn ein großes Talent. Viele Grün-Weiße würden dem Stürmer zutrauen, für die Erste zu spielen. Das Problem ist, dass der Kicker nicht regelmäßig trainieren kann.
In der Landesliga-Reserve von GW Nottuln schlummert mit Linus Sonneborn ein großes Talent. Viele Grün-Weiße würden dem Stürmer zutrauen, für die Erste zu spielen. Das Problem ist, dass der Kicker nicht regelmäßig trainieren kann. Foto: Johannes Oetz

„Er ist unheimlich schnell, griffig und torgefährlich“, gerät Oliver Gerson über seinen Spieler Linus Sonneborn ins Schwärmen. „Eigentlich wäre das ein Spieler für die erste Mannschaft“, erklärt der Trainer von GW Nottuln II. Doch das ist für den 22 Jahre alten Stürmer nicht möglich – aus beruflichen Gründen.

Linus Sonneborn arbeitet als Hotelfachmann in Münster. „Ich muss dann ran, wenn andere Leute frei haben“, schmunzelt der Kicker über seinen Schichtdienst. „Meinen Lebensrhythmus habe ich darauf eingestellt. Nur heißt das auch, dass ich auch mal am Sonntag arbeiten muss und so nicht zum Spiel kommen kann.“ Auch die Teilnahme am Training wird häufig schwierig. „Manchmal komme ich direkt nach Schichtende mit einer halben Stunde Verspätung zum Training“, so der Grün-Weiße. Manchmal kann er sogar gar nicht. „Da müsste mein Niveau schon deutlich höher sein, damit ich unter diesen Bedingungen für die erste Mannschaft auflaufen könnte“, meint das Nachwuchstalent lächelnd.

Dass in der zweiten Mannschaft nur zwei Mal die Woche trainiert wird, statt wie in der Ersten mindestens drei Mal die Woche, passt besser zu seinen Arbeitszeiten. Und obwohl er gezwungenermaßen nur unregelmäßig üben kann, bekommt er trotzdem seine Einsätze in Spielen.

Traurig ist der gebürtige Nottulner keinesfalls, dass er „nur“ für die zweite Mannschaft auf Torejagd geht: „Natürlich wäre es schön, höherklassig zu spielen. Ich bin in der Zweiten aber auch sehr zufrieden. Das ist ʼne coole Truppe.“ Einige von ihnen kennt er schon sein ganzes Fußballerleben lang. „Mit unserem Kapitän Malte Thies und Darius Schwering spiele ich schon seitdem ich fünf bin. Schon 17 Jahre lang“, erzählt der Rechtsfuß und ist selbst erstaunt, wie lange das schon ist.

Das Einzige, was er in der Zeit gewechselt hat, ist die Position. „Früher war ich mal Sechser und eher defensiv. Irgendwann fand ich mich auf einmal weiter vorne wieder. Das hat gut funktioniert. Und deshalb bin ich dann da geblieben“, erinnert sich Sonneborn.

Die Treue zu GW Nottuln hat er immer gehalten. Selbst jetzt, da er in Münster wohnt, kehrt er zum Kicken gerne ins Stiftsdorf zurück. „Es macht mir Spaß in der Mannschaft, ansonsten würde ich den Weg nicht immer auf mich nehmen“, meint der Stürmer.

Schuld daran, dass er sich so wohl fühlt, ist auch Trainer Oliver Gerson. „Er hat Qualitäten, um uns spielerisch voranzubringen und macht sich viele Gedanken. Ich denke, dass wir uns in der kommenden Saison mit ihm weiterentwickeln werden“, ist Sonneborn zuversichtlich. Für die neue Spielzeit wünscht er sich wieder einen einstelligen Tabellenplatz für seine Mannschaft und für sich selbst, zweistellig zu treffen, falls die Schichten ein paar mehr Begegnungen zulassen. Am wichtigsten ist es dem leidenschaftlichen Kicker aber, sich nicht zu verletzen und Spaß zu haben.

Die erste Mannschaft ist für ihn allerdings noch nicht ganz vom Tisch. Vor der neuen Saison hat Oliver Glaser, Trainer der ersten Mannschaft, mit ihm gesprochen. „Wir sind so verblieben, dass wir sehen, wie das mit den Arbeitszeiten wird. Wenn sie sich ändern, gibt es eine Chance für die erste Mannschaft“, berichtet Sonneborn. Nachdem er im Juni seine dreijährige Ausbildung beendet hat, möchte er in der Hotellerie nun den Schritt ins Marketing versuchen. „Auch da hat man ab und zu einen Termin am Sonntag, aber eigentlich ist die Arbeitswoche in diesem Bereich von Montag bis Freitag.“

Auf Dauer möchte der 22-Jährige Hotelmanagement studieren und vielleicht eines Tages einmal Hoteldirektor werden. So gilt beruflich wie auch im Fußball sein zuversichtliches „Mal gucken, was in der Zukunft noch wird.“

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