Schiedsrichter Michael Froning
Spieler, Trainer und jetzt Schiri bei GW Nottuln

Nottuln -

Er hat in seiner Karriere schon vieles gemacht – und immer stand der Fußball im Mittelpunkt: Michael Froning pfeift seit Neuestem für GW Nottuln.

Donnerstag, 11.10.2018, 18:32 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.10.2018, 21:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 11.10.2018, 18:32 Uhr
Gelb muss auch mal reichen: Michael Froning möchte in Zukunft möglichst auf die Rote Karte verzichten. Doch schon an seinem ersten Wochenende gelang dieses Vorhaben nicht.
Gelb muss auch mal reichen: Michael Froning möchte in Zukunft möglichst auf die Rote Karte verzichten. Doch schon an seinem ersten Wochenende gelang dieses Vorhaben nicht. Foto: Johannes Oetz

Er hätte es gerne vermieden. Doch es ging einfach nicht. Bei seinem ersten Einsatz als Unparteiischer in einem Seniorenspiel musste Michael Froning die Rote Karte zücken. „Es war eindeutig eine Notbremse, mir blieb keine andere Wahl“, berichtete der 47-Jährige. Der Nottulner ist seit September neuer Schiedsrichter von Grün-Weiß Nottuln. Damit schreibt er in seiner Fußball-Vita ein weiteres Kapitel, denn zunächst war er Spieler, dann Trainer und nun eben Unparteiischer.

Michael Froning stammt gebürtig aus Darfeld. „Ich habe immer noch gute Kontakte dorthin. Ich bin in einem Darfelder Kegelclub. Außerdem leben meine Mutter Maria, meine Schwester Dorothee und mein Bruder Rolf dort“, erzählt der Familienvater, der inzwischen Niederlassungsleiter der Volksbank Nottuln eG in Darup ist.

Bei Turo begann seine Fußballerkarriere, die erst nach einigen Jahren im Seniorenbereich in der Kreisliga A endete: „Ich war Innenverteidiger und habe 1999 aufgehört, als mein erster Sohn geboren wurde. Direkt in der folgenden Saison ist Turo in die Bezirksliga aufgestiegen. Damit werde ich heute noch aufgezogen“, erzählt der Anhänger des Hamburger Sportvereins lachend.

Im Jahr 1998 kam Michael Froning der Liebe wegen nach Nottuln. Drei Söhne hat der gelernte Bankbetriebswirt mit seiner Frau Karin: Jost (18 Jahre), Lutz (17) und Piet (12). Die Jungs begannen bald bei GW Nottuln dem runden Leder nachzulaufen. Und klar: Es fehlten Trainer. Also wurde aus dem ehemaligen knallharten Abwehrspieler ein engagierter Jugendtrainer. Zehn Jahre lang trainierte Froning Nachwuchsmannschaften, unter anderem auch die seiner eigenen Kinder, bis hin zur A2-Jugend im vergangenen Jahr.

Als dann aber sein Sohn Jost die Fußballschuhe an den Nagel hängte, entschied sich der Vollblutfußballer für einen Neuanfang: als Schiedsrichter. „Das war gar nicht so einfach für mich. Doch ich wollte den Verein mit meinem sozialen Engagement weiterhin unterstützen und dem Fußball nicht den Rücken kehren.“ So kam er auf die Schieds­rich­terei. Da bei dem Nottulner Verein und im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld ein großer Bedarf an Spielleitern besteht, fiel die Entscheidung relativ schnell. „Mein zweiter Sohn ist ebenfalls Schiedsrichter und konnte mir schon ein bisschen was erzählen. Für mich war es einfach die ideale Kombination“, freut sich Michael Froning.

Den Lehrgang zum Unparteiischen absolvierte er gemeinsam mit 19 größtenteils deutlich jüngeren Anwärtern. Um den Schiri-Schein zu erhalten, mussten die Lehrlinge einen schriftlichen Test ablegen sowie ihre Fitness nachweisen. Die Prüfung sei nicht zu unterschätzen gewesen, erzählt der Nottulner: „Die zwei Abende vor der Prüfung habe ich noch mal ordentlich gelernt. Die Prüfungsfragen können wirklich knifflig sein.“

Seine Feuertaufe an der Pfeife hatte Froning vor zwei Wochen. An einem Wochenende pfiff er gleich drei Spiele. „Schiedsrichter haben keinen leichten Job. Es gibt nämlich nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch viele Grautöne. Da ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Und das kann man nicht im Regelwerk nachlesen.“

Trotz oder gerade wegen dieser anspruchsvollen Aufgabe ist er sehr zufrieden mit seinem neuen Hobby, für das er gerne Werbung macht. „Die Fußballvereine suchen händeringend nach Schiedsrichtern. Insbesondere für Schülerinnen und Schüler ist das doch auch eine tolle Gelegenheit, das Taschengeld aufzubessern“, spricht aus Froning der „Geld-Profi“. Und er fügt hinzu: „Gleichzeitig kann man sich sozial engagieren. Und noch was: In Bewerbungen kommt so etwas sehr gut an.“

Es gibt kein Schwarz-Weiß, sondern viele Grautöne.

Michael Froning über die Schwierigkeiten im Alltag eines Schiedsrichters
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