Freiwilligendienst in Mexiko
Weg von allem, was man kennt

Nottuln -

Zwei Nottulner begeben sich für ein Jahr nach Mexiko. Jonas Rommen und Julius Scheele sind gespannt und zugleich voller Vorfreude auf das, was sie in dem Land erwartet.

Mittwoch, 17.07.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 18.07.2019, 19:36 Uhr
Jonas Rommen (l.) und Julius Scheele sind gespannt auf die vielen Erfahrungen und spannenden Erlebnisse in Mexiko. Sie werden ein Jahr lang in dem mittelamerikanischen Land leben und sich dort in Sozial- und Entwicklungsprojekten engagieren.
Jonas Rommen (l.) und Julius Scheele sind gespannt auf die vielen Erfahrungen und spannenden Erlebnisse in Mexiko. Sie werden ein Jahr lang in dem mittelamerikanischen Land leben und sich dort in Sozial- und Entwicklungsprojekten engagieren. Foto: Frank Vogel

Am Donnerstag begeben sich die Nottulner Jonas Rommen und Julius Scheele auf einen zwölfstündigen Flug nach Mexiko. Die beiden Abiturienten treten ein Auslandsjahr in dem mittelamerikanischen Land an.

Das Jahr wird durch das Auslandsprogramm des Bistums Münster und das „weltwärts“-Programm des Bundesministeriums für Zusammenarbeit und Entwicklung ermöglicht. Die beiden Freiwilligen werden in Mexiko in Kirchengemeinden tätig werden.

Der 19-jährige Julius Scheele und der 18-jährige Jonas Rommen sind in der Schule auf die Idee gekommen, nach ihrem Abitur für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Jonas Rommen hatte eigentlich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Münster geplant, als ihn sein Religionslehrerer am Annette-Gymnasium darauf aufmerksam machte, dass er sich für das Auslandsprogramm des Bistums Münsters bewerben könne. Bei Julius Scheele war es ähnlich. Er bewarb sich, nachdem er in der Friedensschule einen Vortrag gehört hatte.

Die beiden Nottulner wurden in das Programm aufgenommen und begannen gemeinsam mit den Vorbereitungen auf ihr bevorstehendes Jahr in Mittelamerika. „Wir wurden sehr intensiv und gut vorbereitet. So fühlt man sich sicher, wenn es für uns los geht“, lobte Jonas Rommen die Seminare des Bistums Münster.

„Man hat oftmals ein falsches Bild von Mexiko. Viele kennen es als mittelamerikanisches Land, in dem die Kriminalität scheinbar sehr hoch ist. Doch die reiche Kultur Mexikos wird außer Acht gelassen“, erklärt Julius Scheele seine Motivation. Er wird in Mexiko in der Stadt Tezontepec im Osten des Landes bei einem Padre leben. Der 19-Jährige wird sich in der Kirchengemeinde engagieren und die deutsch-mexikanische Freundschaft weiter ausbauen. Außerdem steht ein Einsatz in einem Migrantenhaus für ihn auf dem Programm. Dort werden Migranten auf ihrem Weg in die USA medizinisch und psychologisch versorgt, erklärt er. Jonas Rommen zieht zu einer Gastfamilie in die Stadt Tula. Er wird ebenfalls in der dortigen Kirchengemeinde arbeiten.

Das Auslandsjahr der Nottulner Abiturienten wird von dem Verein Animo e.V. begleitet. Dieser hat sich seit 2001 dem Austausch zwischen Mexiko und Deutschland verschrieben und betreut die Auslandsaufenthalte von jungen Deutschen und Mexikanern. Zurzeit sind vier Freiwillige in dem mittelamerikanischen Land. Mit ihnen zusammenzuarbeiten, darauf freuen sich die Nottulner bereits sehr.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn verabschiedete die insgesamt 29 Freiwillige aus dem Münsterland in einem Gottesdienst und nannte sie in seiner Predigt „Friedenshelfer und Friedensarbeiter“. Jonas Rommen nimmt seine bevorstehende Aufgabe ernst und interpretiert sie so: „Man sollte nicht mit dem Anspruch in das Land gehen, die Welt zu verbessern. Ich sehe meine Aufgabe eher darin, die konkreten Probleme der Bevölkerung vor Ort mit den Menschen gemeinsam anzupacken.“ Es gehe auch darum, „Brücken zu schaffen zwischen den Ländern“, fügt Julius Scheele hinzu.

Der Gedanke, für ein Jahr Familie und Freunde in der Heimat zurückzulassen, beschert beiden zwar etwas Bauchschmerzen. Immerhin können die Familien aber in einem halben Jahr zu Besuch nach Mexiko kommen, erklärt Julius Scheele. Dennoch wird es für beide das erste Weihnachtsfest ohne die Familie sein.

Jetzt aber überwiegt die Vorfreude. Die Nottulner freuen sich auf viele neue und spannende Erfahrungen und darauf, Land und Leute kennenzulernen. „Ich würde gerne bei meiner Rückkehr sagen können, dass ich daran gewachsen bin“, sagt Jonas Rommen. Und Julius Scheele fügt hinzu, dass er sich nach dem Jahr weiter im Verein Animo e.V. engagieren möchte.

Das „weltwärts“-Programm

Das „weltwärts“-Programm des Bundesministeriums für Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt Vereine und Projekte im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes. Zahlreiche Freiwillige im Alter von 18 bis 28 Jahren reisen in die Länder, um sich dort in vielfältigen Sozial- und Entwicklungsprojekten zu engagieren. Finanziert werden diese Einsätze zu einem Teil durch Spenden, die von den Freiwilligen vor ihren Reisen gesammelt werden müssen. Die Arbeit vor Ort sowie die einzelnen Projekte werden von verschiedenen unabhängigen Vereinen organisiert. Das Freiwilligenprogramm zwischen Mexiko und Deutschland betreut seit 2001 der Verein Animo. 120 Freiwillige beider Länder sind bisher in den interkulturellen Austausch zwischen dem mittelamerikanischen Land und Deutschland getreten.Wer diese Arbeit unterstützen möchte, kann dies in Form einer Spende auf folgendes Konto tun: DE29 4006 02650 0020 00100, Fernwendungszweck: 2211.02.42261 und Name und Anschrift des Spendenden.

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