Handball: Bezirksliga
Claudia Westrup von GW Nottuln macht jetzt wirklich Schluss

Nottuln -

Über 20 Jahre lang war sie eine Stütze der Handballmannschaft von GW Nottuln. Jetzt macht sie Schluss: Claudia Westrup. Ihre Gründe verrät sie im WN-Interview.

Mittwoch, 21.08.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 21.08.2019, 13:52 Uhr
Hat jetzt mehr Zeit für ihren Mann und ihre drei Söhne (v.l.) Finn (7 Jahre), Chris (4) und Louis (10): Claudia Westrup.
Hat jetzt mehr Zeit für ihren Mann und ihre drei Söhne (v.l.) Finn (7 Jahre), Chris (4) und Louis (10): Claudia Westrup. Foto: Klaus Schulte

Mit elf Jahren begann sie bei GW Nottuln mit dem Handballsport. Ihrem Verein blieb sie immer treu. Aber nun ist endgültig Schluss. Claudia Westrup hängt die Handballschuhe an den Nagel. Mit Unterbrechungen (2011 bis 2016) war die 39-Jährige für die Grün-Weißen mehr als 20 Jahre lang ein Torgarant aus dem Rückraum. Für die praktizierende Tierärztin und Mutter dreier Kinder endet damit eine lange und sehr erfolgreiche Karriere. Mit der ehemaligen Rückraumspielerin sprach WN-Mitarbeiter Klaus Schulte.

Hallo, Frau Westrup. Das Ende Ihrer Karriere kommt für Außenstehende etwas überraschend.

Westrup: Das liegt an meiner Verletzung. Eigentlich wollte ich ja noch ein Jahr dranhängen, wäre da nicht das verflixte Spiel am 4. November 2018 gegen den BSV Roxel gewesen.

Was war da?

Westrup: Da habe ich mir einen Kreuzbandriss zugezogen. Damit war es mit dem Handballspielen vorbei. Handball ist für mich die schönste Nebensache der Welt, aber die Gesundheit geht nun einmal vor. Unsere drei Kinder und der Job in der Tierarztpraxis sind mir wichtiger. Immerhin habe ich auch lange genug durchgehalten (lacht).

Dabei hatten Sie doch eigentlich schon früher aufgehört.

Westrup: Das stimmt. Als ich 2011 mit dem zweiten Kind, Finn, schwanger war, hatte ich mit meiner Handballkarriere eigentlich abgeschlossen. Aber Mika Peters, unser Betreuer, hat mich 2016 auf dem Oktoberfest in Münster noch einmal umgestimmt. Unglaublich, wie dieser Mann sich für die Handballabteilung im Verein einsetzt. Zur Saison 2017/18 war ich wieder in der Halle. Chris, unser Jüngster, war da gerade zwei Jahre alt. Da gab es viel zu organisieren. Meinen Rücktritt vom Rücktritt habe ich nie bereut, denn mit Tine (Tine Hünteler-Hekman, die Red.) traf ich auf eine bemerkenswerte Trainerin. Sie hat selbst mir noch etwas beibringen können (lacht).

Und in der letzten Saison wollten Sie ja mit Ihrer Mannschaft voll angreifen.

Westrup: Das ist richtig. Wir wollten um den Aufstieg mitspielen. Und das Zeug dazu hatten wir auch. Ich war in meiner ganzen Karriere noch nie so fit, wie nach dem harten Vorbereitungsprogramm von Tine. So lange die jungen Hühner mir nicht weglaufen, kann ich auch noch weitermachen, habe ich mir gedacht (lacht). Wenn wir in die Landesliga aufgestiegen wären, wäre das mein dritter Aufstieg gewesen. Dann hätte ich mit Sicherheit noch ein Jahr drangehängt. Aber leider kam dann die Verletzung im Spiel gegen Roxel. Das war der Knackpunkt.

Inwiefern?

Westrup: Nun, gleichzeitig mit mir zog sich Marina Rotermund eine schwere Knieverletzung zu. Damit war unser Rückraum für den Rest der Saison außer Gefecht gesetzt. Das konnte die Mannschaft nicht kompensieren.

Was sind rückblickend die schönsten Erinnerungen?

Westrup: Zunächst einmal die Tatsache, dass ich als Jugendliche in die Westfalenauswahl berufen wurde. Da war ich schon mächtig stolz. Aber als Spielerin der ersten Mannschaft war natürlich der Aufstieg in die Landesliga unter Trainer Peter Ay ein Highlight. Vater des Erfolges war eigentlich sein Vorgänger, Horst Raupach. Der hat den Grundstein gelegt. Nach dem Aufstieg sind wir spontan in einem Autokorso durch Nottuln gekurvt und haben uns feiern lassen.

Welche Trainer haben Sie besonders beeindruckt?

Westrup: Neben Horst Raupach fallen mir da Jörg Wiechert und natürlich Tine ein. Bei allen dreien habe ich viel gelernt. Wir als Mannschaft haben durch sie jeweils einen spürbaren Leistungsschub erfahren.

Sie waren eine torgefährliche Rückraumspielerin. Gab es eigentlich nie Abwanderungsgedanken?

Westrup: Nein, eigentlich nie, sieht man einmal von meinem „Gastspiel“ in der Trainingsgemeinschaft des Regionalligisten SC Germania List während meines Studiums der Tiermedizin in Hannover ab. Ich wollte mich fit halten, aber ein Wechsel in eine der höherklassig spielenden Damenteams dort kam für mich nicht in Frage. Leistungsgedanke ja, aber alles im Rahmen. Handball war für mich immer eine schöne Nebensache, und das sollte auch so bleiben. Außerdem waren wir in Nottuln damals eine verschworene Gemeinschaft und fast alle untereinander befreundet. Auch die heutige Mannschaft hält zusammen wie Pech und Schwefel. Und das trotz eines Altersunterschieds von beinahe 15 Jahren! Nur Steffi (Stefanie Gravermann, die Red.) Marina und ich gehören noch zur „alten Garde“. Die Mischung macht es halt (lacht). Mit Steffi spiele ich am längsten zusammen.

Wird man Sie in Zukunft bei den Heimspielen auf der Tribüne antreffen?

Westrup: Zunächst mal nicht, denn mir fehlt noch der nötige Abstand. Es würde mich auf der Zuschauerbank verrückt machen, zuschauen zu müssen. Später komme ich bestimmt mal.

Und wie halten Sie sich in Zukunft fit?

Westrup: Mit Seniorensport (lacht). Aber im Ernst: Wenn ich es einrichten kann, gehe ich ins Fitnessstudio zum Spinning und zum Yoga. Da muss ich auch nicht mehr so viel organisieren. Trainingsabende und Spiele am Wochenende fallen ja nun weg.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

Westrup: Dankeschön.

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