Fußball: Westfalenliga
Jens Niehues von GW Nottuln: „Total positives Zwischenfazit“

Nottuln -

Winterpause. Für Jens Niehues, seit Sommer Trainer des Fußball-Westfalenligisten GW Nottuln, besteht damit die Möglichkeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Es fällt „total positiv“ aus, wie er im WN-Interview erklärt.

Samstag, 21.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 22.12.2019, 14:40 Uhr
Immer engagiert an der Linie: Nottulns Trainer Jens Niehues.
Immer engagiert an der Linie: Nottulns Trainer Jens Niehues. Foto: Marco Steinbrenner

Was macht ein Trainer eines Fußball-Westfalenligisten mit seiner Freizeit in der Winterpause? Jens Niehues von GW Nottuln nutzt die trainingsfreien Abende unter anderem, um mit seinem Co-Trainer Dirk Nottebaum am Kader für die kommende Saison zu basteln. Darüber hinaus fand der Coach des Tabellenachten jetzt aber auch die Gelegenheit, um im Gespräch mit WN-Mitarbeiter Marco Steinbrenner eine erste Bilanz zu ziehen.

16 von insgesamt 30 Begegnungen sind absolviert. Mit 23 Punkten belegt GW Nottuln den achten Tabellenplatz. Zufrieden?

Niehues: Das Zwischenfazit fällt total positiv aus. Die Mannschaft besteht aus vielen wissbegierigen Menschen. Drei, vier, fünf Wochen hat es gedauert, bis das Verständnis für unsere Spielidee bei den Jungs da war und umgesetzt wurde. Ich sehe eine gute Entwicklung. Dass es sowohl Höhen als auch Tiefen bislang gab, ist völlig normal.

Welcher Spieler hat während Ihrer knapp fünfmonatigen Arbeit den größten Entwicklungssprung gemacht?

Niehues: Auf diese Frage zu antworten, fällt mir schwer, denn ich möchte nur ungern jemanden herausheben. Wir haben ja auch wichtige, neue Spieler dazubekommen. Insgesamt haben sich alle ein Stück verbessert. Jens Böckmann beispielsweise musste häufiger auf die Linksposition in der Viererkette ausweichen und hat seinen Job ganz toll gemacht.

Zu Hause ist Ihre Mannschaft noch ungeschlagen. Auswärts dagegen wurde erst einmal gewonnen. Wie erklären Sie sich diesen Unterschied?

Niehues: Die Atmosphäre und der Kunstrasenplatz im Baumberge-Stadion sind den Jungs natürlich bestens bekannt. Die Stadien in der Fremde sind dagegen für viele neu. Wir haben mit unserem ‚Acker‘ sicherlich einen Vorteil gegenüber unseren Gegnern. Auf unserem eigenen Platz fällt es vielen meiner Spieler leichter, ihre Leistung abzurufen.

Nur eine Woche nach der 0:5-Klatsche in Gievenbeck wurde vor eigenem Publikum der damalige Tabellenführer aus Emsdetten mit 4:2 besiegt. Gibt es Ursachen für diese Leistungsschwankungen?

Niehues: In diesem konkreten Fall ja. Bei der Gievenbeck-Partie hatten wir extrem viele kranke Leute. Die Vorbereitung lief alles andere als optimal, da nur wenige Spieler trainieren konnten. Jens Böckmann beispielsweise war zwei Wochen krank und hatte gar keine Kraft, überhaupt eine Fußballbegegnung zu bestreiten. Einige haben mit Medikamenten gespielt, damit wir überhaupt ein Team stellen konnten.

Die beiden Torhüter Malte Wilmsen und Marvin Kemmann sind schon seit Wochen, ja Monaten verletzt. Mit Jan Wewers steht notgedrungen ein erst 18-jähriger Keeper zwischen den Pfosten . . .

Niehues: Wenn wir Jan Wewers vor der Saison erzählt hätten, dass er bald regelmäßig in der Westfalenliga spielen würde, hätte er uns vermutlich einen Vogel gezeigt. Der Junge macht das toll. Die Gegner stellen sich natürlich darauf ein, dass ein noch unerfahrener Schlussmann auf dem Platz steht. Vor einem Jahr spielte er schließlich noch für die A-Junioren von Brukteria Rorup in der Kreisliga B.

Wann kommen die bereits lange Zeit verletzten Spieler zurück?

Niehues: Till Zumkley, Dickens Toka und Malte Wilmsen sollen mit Beginn der Vorbereitung am 9. Januar wieder langsam herangeführt werden. Lars Ivanusic fällt noch länger aus. Ungewiss ist auch noch, wann es bei Oliver Leifken wieder losgehen kann. Sebastian Schöne muss sich aufgrund seines Kreuzbandrisses einer Operation unterziehen. Für ihn ist die Saison beendet.

Welche Schwerpunkte werden Sie in der Winter-Vorbereitung legen?

Niehues: Es geht darum, so schnell wie möglich wieder das abzurufen, was in den bisherigen Partien gut geklappt hat. Die Fitness in Verbindung mit der Stabilisation spielen natürlich auch eine große Rolle. Wir wollen aber auch noch mehr Flexibilität auf dem Platz sehen. Ideen gibt es schon, um noch variabler zu spielen.

Sechs Punkte Rückstand zur Tabellenspitze und zehn Zähler Vorsprung zum Abstiegs-Relegationsplatz: Wo geht die Reise von GW Nottuln hin?

Niehues: In die Oberliga (lacht). Nein, Quatsch. Die zehn Punkte Vorsprung fühlen sich gut an, denn so können wir weiterhin Dinge probieren und an uns arbeiten. Mal schauen, was am Ende herauskommt. Ein Erfolgserlebnis am 16. Februar zum Meisterschaftsstart nach der Winterpause in Herford wäre natürlich gut. Wir wollen uns Schritt für Schritt entwickeln und so viele Punkte wie möglich holen.

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