Handball: Kreisliga
GW Nottuln besser als die DHB-Auswahl

Nottuln -

Während sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft gegen Spanien blamierte, feierte fast zeitgleich Kreisligist GW Nottuln mit einer starken Leistung einen wichtigen Auswärtssieg beim TV Vreden 2.

Sonntag, 12.01.2020, 15:28 Uhr
Christoph Bolle war auffälligster Nottulner in Vreden.
Christoph Bolle war auffälligster Nottulner in Vreden. Foto: Oetz

Der Zufall wollte es, dass die Kreisliga-Handballer von GW Nottuln am Samstag ihr Meisterschaftsspiel beim TV Vreden 2 beinahe zeitgleich zum EM-Spiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Spanien austragen mussten. Allerdings mit völlig unterschiedlichem Ausgang. Während Kritiker dem Nationalteam nach dem Debakel „keinen Biss, keine Ideen und keine Klasse“ bescheinigten, war die Gemütslage im Lager der Grün-Weißen nach dem 23:18-Auswärtssieg beim Tabellennachbarn eine völlig andere. „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, zeigte sich Interimstrainer Beno Frye überaus zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. Er vertrat den in Urlaub weilenden Trainer Stefan Göcke auf der Bank. Mit diesem Erfolg bauten die Grün-Weißen ihr Polster auf Vreden auf drei Punkte aus.

Anfangs liefen die Nottulner in der Vredener Hamaland-Rundsporthalle allerdings der Musik hinterher. Die junge, auf Konter lauernde Reserve des Landesligisten erwischte den besseren Start. Die ersatzgeschwächten Grün-Weißen mussten sich erst einmal in der Abwehr sortieren. Doch nachdem Nottulns überragender Keeper Philipp Bischoff gleich zwei Strafwürfe in Folge pariert hatte, änderte sich das Bild. Während die Gastgeber Nerven zeigten, führte Nottulns Spielmacher Christoph Bolle seine Mannschaft mit glänzenden Ideen auf die Überholspur. Trotz insgesamt 13 „Fahrkarten“ in Durchgang eins führten die Grün-Weißen zur Pause mit 8:6.

Dieser knappe Vorsprung bedeutete allerdings nur eine Zwischenstation, denn im zweiten Spielabschnitt spielte das Team aus den Baumbergen 20 Minuten lang wie aus einem Guss. „Der Mannschaftsgeist in der Truppe ist einfach klasse“, freute sich Frye über die Kaltschnäuzigkeit, mit der seine Spieler aus der Not eine Tugend machten und Verantwortung übernahmen. Mit einem wahren Sturmlauf gruben die Grün-Weißen den Gastgebern das Wasser ab. Innerhalb von zwölf Minuten waren die Nottulner auf 16:8 davongezogen. Besonders Jörg Ruhnke und Dario Wottke profitieren in dieser Phase von den Spielideen eines Christoph Bolle, der selber zwei Treffer beisteuerte.

Bis zum 19:12 (50.) behielten die Grün-Weißen das Heft des Handelns in der Hand. Dann änderte Vredens Coach Norbert Schmaloer seine Taktik und stellte seine Abwehr auf 3:2:1 um. „Das hätte das Spiel beinahe noch zum Kippen gebracht“, berichtete Frye von der darauf folgenden Konfusion. Die Grün-Weißen verzettelten sich, während der TV erfolgreich konterte. Nach fünf Toren in Folge war der Tabellenachte plötzlich wieder in Schlagdistanz (20:18). Die Grün-Weißen fanden jedoch rechtzeitig zurück in die Spur und erstickten mit ihrem Rückraumtrio Halm, Ruhnke und Peter die letzten Hoffnungen der Gastgeber im Keim.

GWN-Tore: Jörg Ruhnke (6), Dominik Peter (4), Maximilian Halm (4), Christoph Bolle (3), Dario Wottke (2), Yannis Frye (1/1), Dario Wottke (1), David Holzgreve (1) und Tobias Last (1).

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