Skilanglauf: Wasalauf
Michael Enseling auch im Schnee erfolgreich

Nottuln -

Auf die Idee muss man erst einmal kommen: Michael Enseling aus Nottuln nahm jetzt am Wasalauf in Schweden teil. Trotz widrigster Witterungsbedingungen erreichte der Apotheker das Ziel.

Samstag, 07.03.2020, 07:29 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 20:24 Uhr
Hält die heiß begehrte Vasaloppet-Medaille in der Hand: Michael Enseling nach seiner Rückkehr aus Schweden.
Hält die heiß begehrte Vasaloppet-Medaille in der Hand: Michael Enseling nach seiner Rückkehr aus Schweden. Foto: Johannes Oetz

Michael Enseling hat schon einige verrückte Dinge in seinem Leben gemacht. Der Apotheker aus Nottuln ist etwa fünffacher Teilnehmer des Ironman Hawaii , insgesamt kommt der 55-Jährige auf 31 (!) Ironman-Starts. Jetzt aber unterzog er seinen Körper einem ganz besonderen Ausdauer-Test, denn Enseling nahm am vergangenen Sonntag am Wasalauf teil. „Das war ein einmaliges Erlebnis. Und es wird auch ein einmaliges Erlebnis bleiben“, berichtete der Familienvater nach seiner Rückkehr im Stiftsdorf lachend.

Doch was bitteschön ist der Wasalauf? Hierbei handelt es sich um eine der größten Skilanglaufveranstaltungen der Welt. Das Event wird jedes Jahr am ersten Wochenende im März zwischen den Orten Sälen und Mora in der schwedischen Landschaft Dalarna auf dem Vasaloppsleden über 90 Kilometer in klassischer Technik ausgetragen. Das Rennen wird seit 1922 veranstaltet. Über 15 000 Langläufer starten jedes Jahr bei diesem Rennen.

Endlich im Ziel: Michael Enseling.

Endlich im Ziel: Michael Enseling. Foto: privat

„Mit meinem alten Verein Tri Finish Münster sind wir früher häufiger Mal zum Langlaufen gegangen. Das war für uns eine Abwechslung im Wintertraining“, berichtete der Triathlet, der in den folgenden Jahren zunächst als Alpiner Skisportler und später als Tourengeher dem Sport im Gebirge erhalten blieb. Doch der Wasalauf reizte ihn schon seit jeher: „Ich wollte unbedingt den Titel `Alter Schwede!´ tragen. Das habe ich jetzt erreicht“, erzählte Enseling.

Bei seinem Bericht über den Wasalauf gerät der Nottulner ins Schwärmen. Wir haben in einer kleinen Hütte in der Nähe des Zielorts gewohnt“, berichtet er. Einige Tage vor dem Wettkampf nahm der Sportler aus den Baumbergen an einem Vorbereitungslauf teil, der über die letzten 43 Kilometer des offiziellen Wasalaufs führte. „Mit einer guten Zeit konnte man sich dort einen Startplatz weiter vorne beim Wasalauf erkämpfen. Das ist mir gelungen, denn ich benötigte bei optimalen Bedingungen 2:54 Stunden und schaffte damit als Novize den Sprung in die siebte von zehn Startgruppen.“

Dann kam der mit Spannung erwartete Tag des Wasalaufs, der fortan als einer der anstrengendsten Tage in Enselings Leben geführt wird. „Wir mussten nachts um halb zwei aufstehen, Abfahrt zum Startort war um 2.20 Uhr. Um halb fünf waren wir da“, erinnert sich der Apotheker. Um fünf Uhr suchte er seinen Startplatz auf und platzierte seine Ski, ehe er im Bus auf den Start um 8 Uhr wartete.

Dann ging es endlich los. „Das Wetter hatte sich inzwischen enorm verschlechtert, es schneite den ganzen Tag in einer Tour. Dadurch war die Spur natürlich kaum noch zu sehen. Ich musste mich 90 Kilometer durchkämpfen, ich bin ja nicht der top geübte Langläufer“, erzählte Enseling und zog einen Vergleich zu seiner Sportart. „Die Bedingungen waren etwa so, als ob man einem Triathleten sagen würde, er müsse seinen Wettkampf jetzt mit einem Hollandrad bestreiten, das außerdem nicht richtig aufgepumpt ist.“

Dennoch: Nach 90 Kilometern erreichte der Ausdauersportler aus den Baumbergen ausgepumpt, aber glücklich das Ziel in Mora. 9,44 Stunden hatte er für die Strapaze bei extremen Witterungsbedingungen benötigt.

Und jetzt, mit ein paar Tagen Abstand: Gibt es nicht doch irgendwann einmal eine erneute Teilnahme am Wasalauf? Michael Enseling winkt entschieden ab: „Nein, nein. Über uns Triathleten schütteln viele Leute ja häufig den Kopf. Diese Leute sollten einmal die Teilnehmer beim Wasalauf erleben. Nein, da starte ich nicht mehr. Ich freue mich jetztvielmehr wieder aufs Fahrradfahren.“

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