Fußball: Junioren
Wohin geht die Reise für Noah Eggemann von GW Nottuln?

Nottuln -

Noah Eggemann steckt inmitten der Findungsphase. Dem U-19-Kicker von GW Nottuln liegt ein Angebot seines aktuellen Clubs vor. Westfalenliga-Coach Jens Niehues würde den 18-jährigen Stürmer gerne halten. Die Alternative: A-Ligist Westfalia Osterwick. Der Heimatverein Eggemanns, der künftig viel vor hat und auf junge Talente baut.

Dienstag, 10.03.2020, 18:00 Uhr
Unorthodox in der Spielweise, aber extrem torgefährlich: U-19-Kicker Noah Eggemann.
Unorthodox in der Spielweise, aber extrem torgefährlich: U-19-Kicker Noah Eggemann. Foto: Johannes Oetz

Sein Antlitz erinnert an den jungen Joshua Kimmich. Die unorthodoxe und torgefährliche Spielweise hat was von Thomas Müller. Und scheinbar ist er geboren auf Beton wie Straßenfußballer Ansgar Brinkmann – Noah Eggemann hat viele Facetten. Der U-19-Kicker von GW Nottuln wird ab Sommer nicht länger als Junior geführt, will sich seinen jugendlichen Leichtsinn aber bewahren. Nur wohin geht die Reise für das Talent aus der Region, das in Osterwick wohnt?

„Ehrlich? Ich weiß es nicht“, sagt der junge Mann. Gerade 18. Zumindest beruflich hat er Nägel mit Köpfen gemacht. Nach dem Fachabitur tritt er ab dem 1. August eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter beim Kreis Coesfeld an. Das ist alles geregelt. Gut so, wird der Papa sagen, der ihn nach seinem Wechsel zu GW Nottuln 2019 dreimal die Woche zum Training kutschierte. Sohnemann Noah hat erst seit November seinen Führerschein. Zu aufwendig? „Nein“, sagt der ambitionierte Fußballer, der bei GWN sensationell eingeschlagen ist. Für die A-Junioren traf er in der laufenden Bezirksliga-Saison bislang 19 Mal. Gar 52 Treffer waren ihm davor für Westfalia Osterwick gelungen – das Ticket für den Wechsel an den Niederstockumer Weg.

Aktuell steht der Youngster indes am Scheideweg. Westfalenliga-Trainer Jens Niehues und „Co“ Dirk Nottebaum haben ihm in Vorgesprächen die Tür geöffnet. Nottuln möchte den Burschen halten. Aber auch sein Heimatverein aus Osterwick hat die Fühler ausgestreckt. Dort in der Kreisliga kickt Bruder Leon, zwei Jahre älter. „Hätte was, wenn wir zusammen spielen“, sagt Noah – und zuckt mit den Achseln. Bei der Westfalia tut sich einiges. Mario Worms, B-Lizenz-Inhaber, wird in der neuen Saison als Spielertrainer an der Seite von Tobias Paschert fungieren. Und die Entwicklung mit jungen Leuten vorantreiben wollen. Kein Freibrief für Eggemann, aber zumindest die Garantie auf viele Spielminuten im ersten Seniorenjahr.

Zeitnah soll die Entscheidung fallen. Noah beruft dafür den Familienrat daheim ein. „Für mich ist wichtig, was sie denken.“ Und auch Freunde bindet er mit ein. Nur unter Druck setzen will er sich nicht.

Unabhängig davon erfüllt es ihn mit Stolz, dass Grün-Weiß-Coach Niehues ihm zutraut, den nächsten Schritt zu machen. „Immerhin habe ich vor einem Jahr noch in der Kreisliga gespielt“, weiß Eggemann nur zu gut, wo er herkommt. „Er hat einen tollen Abschluss, weiß, wo das Tor steht. Und er spielt sehr intuitiv“, lobt Niehues.

Egal, für wen er sich entscheidet: für die U 19 aus Nottuln wird er bis zum Ende der Spielzeit Feuer und Flamme sein. Nur für ganz oben wird es nicht mehr reichen. Durch das 0:5 am Wochenende im Topspiel bei der Warendorfer SU haben die Grün-Weißen nun acht Punkte Rückstand auf den Titelfavoriten und Aufstiegsanwärter. „Das haben wir uns selbst zuzuschreiben“, sagt Noah selbstkritisch. Bald wird er wissen, wohin die Reise geht.

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