Verband informiert die Vereine
Auch der Fußball ruht jetzt auf westfälischer Ebene

Nottuln -

Am Donnerstag bremste der Verband den westfälischen Handball aus, am Freitag zogen die Fußballer nach: Bis zum 19. April ruht der Spielbetrieb im Seniorenbereich. „Die einzig richtige Entscheidung“, sagt Jens Niehues, Trainer von Westfalenligist GW Nottuln.

Freitag, 13.03.2020, 16:14 Uhr
Der Amateurfußball ist am Freitagmorgen bundesweit vorerst ausgesetzt worden.
Der Amateurfußball ist am Freitagmorgen bundesweit vorerst ausgesetzt worden. Foto: imago-images

Die Handball-Bundesliga pausiert bis Ostern – und auch für deren (lokale) Ableger ist die Saison seit Donnerstag wie im Jugendbereich beendet oder zunächst ausgebremst (Senioren). Vorerst bis zum 19. April. Diese Entscheidung wurde nach intensiver Absprache zwischen allen Handball-Landesverbänden, Sportfachverbänden und Spitzenverbänden getroffen. Das war es erstmal für SW Havixbeck , GW Nottuln und Co. ...

Am Freitag zogen die Fußballer wie erwartet nach. Nachdem innerhalb der Uefa über eine mögliche Verlegung der Multi-Gastgeber-Europameisterschaft 2020 diskutiert wird, die DFL den 26. Spieltag in der Bundesliga und 2. Liga verlegt, blieb auch den Landesverbänden kaum Handlungsspielraum in der Angelegenheit. Am Mittag tagte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW). Und zog wie erwartet die Notbremse. Vorerst bis zum Ende der Osterferien. „Es ist uns bewusst, dass es eine drastische Maßnahme ist. Wir sahen aber im Sinne der Verantwortung für unsere Aktiven und Fans keine andere Möglichkeit“, so FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski. Er hofft im Sinne der Solidarität vor allem mit älteren und gesundheitlich vorbelasteten Menschen auf das Verständnis der Vereine. GW Nottuln, Fortuna Schapdetten, SG Hohenholte und alle anderen – zum Nichtstun verdammt.

Die Gefühlslage unter den Betroffenen ist höchst unterschiedlich.Tom Langhoff, Trainer der Bezirksliga-Handballer von SW Havixbeck, geht davon aus, dass dieser Einschnitt das vorzeitige Saisonende einläutet. „Ich rechne sogar damit, dass es keine Auf- und Absteiger gibt.“ Besonders bitter: Die Schwarz-Weißen sind aktuell Spitze, könnten im schlimmsten Fall das Ticket für die Landesliga nicht buchen.

Nicht ganz so schwarz maltTine Hünteler-Hekman, verantwortlich für die Bezirksliga-Frauen von GW Nottuln, das Szenario: „Ich könnte mit vorstellen, dass die Saison verlängert wird. Unser letztes Spiel ist am 2. Mai. Danach bis zu den Sommerferien hätten wir Luft.“ Schließlich sei das eine Zeit, in der ohnehin die meisten Mannschaften den ersten Teil ihrer Vorbereitung auf die neue Serie absolvieren.

BeiStefan Göcke, Trainer der Kreisliga-Männer von GW Nottuln, klingelte am Donnerstag unentwegt das mobile Telefon. „Das ist eine Ausnahmesituation. Ich frage mich nur, wie wir all die Nachholspiele terminieren sollen?“ Wenn es nach ihm ginge, würde er gerne zweimal die Woche den Trainingsbetrieb aufrechterhalten.

Jens Niehues , Coach der Westfalenliga-Kicker Grün-Weiß Nottulns, will den zusätzlichen freien Tag mit der Familie daheim genießen. „Meist bleibt da nur der Samstag“, gibt er zu. Er steht hinter der Entscheidung des Verbandes. „In erster Linie geht es darum, Zeit zu gewinnen.“ Dass er nun sonntags daheim ist, ist vor allem für seine Angetraute ungewöhnlich. „Daran muss sie sich erst gewöhnen“, lacht Niehues.

Den Sport an sich und insbesondere des deutschen liebstes Kind lahm zu legen, ist fürWilly Westphal, Vorsitzender des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld, nur folgerichtig. „Es gibt keine andere Wahl“, sagt er. Und ergänzt: „Die Kreise Borken und Coesfeld haben sogar die politische Empfehlung gegeben, die Spiele bis zum 30. April ruhen zu lassen.“

Marcus Thies, Trainer von B-Ligist Arminia Appelhülsen, war wenig überrascht am Freitag. „Da ist nur logisch, hier geht es darum, seine Mitmenschen nicht zu gefährden.“ Denn Alltag künftig ohne Fußball zu gestalten, fällt ihm schwer. Aber: „Ich habe genug andere Dinge zu tun. Und wenn es mich überkommt, ziehe ich die Laufschuhe an und jogge ne Runde.“ In Appelhülsen ruht der Spiel und auch Trainingsbetrieb bis auf Weiteres. „Alles andere wäre inkonsequent.“

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