Handball: David Bischoff und Fabian Rotermund
Sehnsucht nach der Kugel wächst

Coesfeld/Nottuln -

Die Handballer David Bischoff und Fabian Rotermund haben vom Kreisligisten GW Nottuln zum Bezirksligisten DJK Coesfeld-VBRS gewechselt. Und sind dort angekommen.

Mittwoch, 20.05.2020, 19:31 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 13:56 Uhr
Die gegnerische Bude fest im Visier: David Bischoff wühlt sich am Kreis durch – und freut sich schon auf die nächste Bezirksliga-Saison mit der DJK Coesfeld-VBRS.
Die gegnerische Bude fest im Visier: David Bischoff wühlt sich am Kreis durch – und freut sich schon auf die nächste Bezirksliga-Saison mit der DJK Coesfeld-VBRS. Foto: Frank Wittenberg

Als die Sehnsucht immer größer wurde, musste gehandelt werden. „Vor ein paar Tagen habe ich mich mit Fabi getroffen“, erzählt David Bischoff . „Wir haben die Pille voll Harz geklatscht und geworfen.“ Im Garten, mit Sicherheitsabstand. Ein Gefühl, das der 24-jährige Kreisläufer kurz und knapp mit „endlich“ beschreibt. Denn für die beiden Nottulner Handballer im Trikot der DJK Coesfeld-VBRS war die erste Saison in Coesfeld plötzlich und ungeplant zu Ende. „Ich vermisse es total“, sagt Fabian Rotermund angesichts der Corona-Zwangspause, die seit mehr als acht Wochen andauert.

Für Rotermund kam die Unterbrechung, die schließlich in den Saisonabbruch mündete, zur Unzeit. „Jetzt war ich richtig drin“, blickt der Rückraumspieler auf eine kontinuierliche Leistungssteigerung zurück. Ein Tor war es zwar nur beim letzten Auftritt Anfang März in Recke, davor aber neun gegen HSG Hohne/Lengerich, acht bei der DJK Hiltrup und sechs gegen die SG Sendenhorst – am Aufschwung der DJK-VBRS hatte der 22-Jährige maßgeblichen Anteil. „Jetzt passten die Spielzüge“, verweist er auf den nötigen Gewöhnungsprozess. „Wir hatten den Dreh.“

Sich einfinden, das stand für die beiden Neuzugänge im ersten Halbjahr im Vordergrund. Denn der Sprung vom Kreisligisten GW Nottuln in die Bezirksliga , wohin Trainer Sven Holz sie gelotst hatte, war durchaus groß. „Aber wir sind super aufgenommen worden“, fühlte sich David Bischoff in der neuen Umgebung gleich wohl. „Trotzdem: Im Training und im Spiel war das schon eine andere Hausnummer.“ Die Schnelligkeit sei schon deutlich höher, ergänzt Fabian Rotermund: „Der Körper merkt das.“ Dass es Anlaufzeit benötigen würde, war den Neulingen und Sven Holz klar.

Immer besser in Schwung kam Fabian Rotermund vor dem Saisonabbruch im März: Regelmäßig traf er für die Kreisstädter aus dem Rückraum.

Immer besser in Schwung kam Fabian Rotermund vor dem Saisonabbruch im März: Regelmäßig traf er für die Kreisstädter aus dem Rückraum. Foto: Frank Wittenberg

Was die Sache allerdings erschwerte, war das Verletzungspech, das den Coesfeldern zu Saisonbeginn um die Ohren geflogen ist. „Die Ausfälle zu kompensieren, war verdammt schwer“, gibt David Bischoff zu. Schon der Auftakt mit der knappen Niederlage in Everswinkel sei unglücklich gewesen, danach habe das Unheil seinen Lauf genommen. „Trotzdem haben wir als Mannschaft immer an einem Strang gezogen.“

Zuletzt lief es deutlich besser. Drei Siege in Folge hatten die DJKler eingefahren, ehe die Corona-Pandemie sie ebenso wie alle anderen Sportler unsanft ausbremste. „Drei bis vier Wochen lang hatten wir noch gehofft, dass es weitergehen könnte“, erzählt Rotermund. Irgendwann sei aber klar gewesen, dass die Saison nicht beendet werden kann. Auf Platz sieben waren sie geklettert. Weiter nach oben wäre es angesichts eines deutlichen Rückstands auf die Top sechs wohl nicht gegangen, gibt der Rückraumspieler zu. „Aber wir hätten die ein oder andere Mannschaft von oben noch gerne geärgert.“

Wenn die in Aussicht gestellten Lockerungen greifen, dürften sie bald wieder aufs Parkett zurückkehren. Zumindest so zeitig, dass die neue Saison im September wie geplant starten kann, hoffen die beiden Nottulner. Denn dann wollen sie den eingeschlagenen Weg fortsetzen, weiterhin im Trikot der DJK-VBRS. Groß überlegen mussten sie nicht, denn sie fühlen sich wohl in der „Hölle 1“ am Schulzentrum. „Auf eine kurze Zeit hatte ich es sowieso nicht angelegt“, versichert Bischoff. Es dauere eben, sich einzuspielen – und was dann möglich sei, habe beispielsweise SW Havixbeck mit dem Aufstieg zuletzt bewiesen: „Die sind schon seit Jahren in einer sehr ähnlichen Konstellation unterwegs.“

Was geht in der neuen Saison? Abwarten, denn die Bezirksliga wird ordentlich durchgemischt. Aufgrund der Wildcard-Regelung dürften neben SW Havixbeck und Arminia Ochtrup auch der 1. HC Ibbenbüren, der SC Everswinkel, Sparta Münster und die Warendorfer SU in die Landesliga aufsteigen – „und dem Vernehmen nach wollen sie alle das wahrnehmen“, berichtet Fabian Ro­termund.

Dass die DJK-VBRS als „best of the rest“ somit der Topfavorit für die kommende Spielzeit ist, sieht er aber nicht. „Mit Till Schöttler und Andreas Hüppe hören zwei ganz wichtige Spieler auf.“ Zwei Typen, deren Positionen die beiden Nottulner aber exakt einnehmen können. „Wir werden unser Bestes geben“, versichert Fabian Rotermund. „Ich bin nach Coesfeld gekommen, um mich zum Führungsspieler zu entwickeln.“

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