Fußball: Westfalenliga
Zwei Hochkaräter für GW Nottuln

Nottuln -

Noch vor der durch die Corona-Pandemie bedingten Spielpause verpflichtete Fußball-Westfalenligist GW Nottuln für die neue Saison zwei weitere Spieler. Mario Dening ist ein Rückkehrer, Semih Daglar kommt vom SC Roland.

Freitag, 05.06.2020, 06:57 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 16:04 Uhr
Feierte mit den Fans: Mario Dening. 2013 stieg der Torhüter mit GW Nottuln in die Westfalenliga auf. Foto: Marco Steinbrenner
Feierte mit den Fans: Mario Dening. 2013 stieg der Torhüter mit GW Nottuln in die Westfalenliga auf. Foto: Marco Steinbrenner Foto: Marco Steinbrenner

Offiziell ist die Fußball-Saison 2019/20 der Amateure noch gar nicht beendet. Alles deutet jedoch darauf hin, dass dies am 8. Juni erfolgen wird, wenn auf dem außerordentlichen Verbandstag die Spielzeit wohl abgebrochen wird. Westfalenligist GW Nottuln sieht diesem Tag gelassen entgegen: Als Tabellenneunter befindet sich der Aufsteiger in sicheren Gefilden.

Doch bevor die Serie beendet wird, haben die Grün-Weißen schon den Kader für die kommende Saison 2020/21 komplett. Jetzt ließen die Verantwortlichen des Clubs aus dem Stiftsdorf noch einmal mit zwei spektakulären Verpflichtungen aufhorchen: Mario Dening kehrt zu GWN zurück. Und mit Semih Daglar ist den Nottulnern ein dicker Fisch ins Netz gegangen.

„Eigentlich sind die Verpflichtungen schon seit Ende Februar fix. Doch dann kam Corona dazwischen und keiner hatte mehr den Kopf frei für Fußball“, erklärte Nottulns Trainer Jens Niehues, der sich über beide Verstärkungen sehr freut.

Semih Daglar habe eigentlich seinen kompletten fußballerischen Werdegang an der Seite von Nottulns Spieler Daniel Feldkamp absolviert. Zuletzt kickten sie in der Saison 2018/19 Seite an Seite für den SC Roland Beckum. „Semih wollte eigentlich nach dieser Saison kürzertreten. Doch er ist ja erst 27. Daher haben wir ihm gesagt, dass er auch noch mit 30 kürzertreten könne“, erzählt Jens Niehues. Den neuen Mann verpflichtete der heimische Westfalenligist, weil er offensiv auf der linken Außenbahn noch Handlungsbedarf sahen.

Semih Daglar begann seine Karriere in der Jugend bei Preußen Münster und wechselte später in die A-Jugend von Borussia Dortmund. Als Senior kickte er zunächst für den Regionalligisten SC Wiedenbrück. Es folgte ein Gastspiel bei Westfalenligist Preußen Münster II, ehe er sich dem Oberligisten SC Roland Beckum anschloss. Daraufhin wechselte der Kicker, der die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, zum Regionalligisten Sportfreunde Lotte. Mit den Sportfreunden wurde er Meister und schaffte nach erfolgreich bewältigten Aufstiegsspielen gegen den SV Waldhof Mannheim den Aufstieg in die 3. Liga. Dort gab Daglar am 9. August 2016 sein Profidebüt bei der 1:3-Niederlage von Lotte bei Holstein Kiel. Nachdem er in 23 Drittligaspielen drei Tore erzielt hatte, zog es Daglar während der Winterpause zum Oberligisten Hammer SpVg. Bereits im Sommer 2017 wechselte Daglar erneut, diesmal zum Ligakonkurrenten RW Ahlen. Da der Stürmer in Ahlen nur selten zum Einsatz kam, kehrte er im Sommer 2018 zum zwischenzeitlich in die Westfalenliga abgestiegenen SC Roland Beckum zurück.

„Semih war auf dem Sprung in den Profifußball und hatte nach einigen nicht ganz so schönen Erlebnissen den Spaß verloren. Unsere Aufgabe sehe ich auch darin, ihm zu helfen, damit er wieder richtig Bock auf Fußball bekommt.“

Daglar, der in Münster wohnt, freut sich auf den Baumberge-Club: „Ich kenne Nottuln natürlich schon lange. Es soll sehr familiär zugehen und ein guter Zusammenhalt in der Mannschaft vorherrschen. Das ist mir wichtig“, sagt der verheiratete Kicker, der eine fünf Jahre alte Tochter hat. „Aus diesem Grund möchte ich auch nicht mehr so weit fahren. Wir wohnen in Kinderhaus, da ist Nottuln ganz in der Nähe.“

Viel weiter weg wohnt im Moment noch der andere Nottulner Neuzugang: Mario Dening ist Feldwebel bei der Deutsch-Französischen Brigade Müllheim. „Das liegt 30 Kilometer südlich von Freiburg. In fünf Minuten bin ich in Frankreich“, erzählt der 28-Jährige, der zufällig den Weg zurück zu den Grün-Weißen fand, mit denen er unter Trainer Marcus Feldkamp im Juni 2013 in die Westfalenliga aufstieg. „Im März hatte ich einen Bundeswehr-Lehrgang in Warendorf. Ich wollte mich fit halten und habe angefragt, ob ich bei den Nottulnern mittrainieren könne.“ Natürlich durfte er. Und da es so gut lief, ließen Niehues & Co Dirk Nottebaum den Schlussmann auch nicht mehr fort.

„Ich arbeite zwar noch in Müllheim, doch ich möchte zurück ins Münsterland. Ich bin eigentlich jedes Wochenende in Senden und lebe dann bei meinen Eltern.“

Da der Feldwebel häufig Schichtdienst hat, kann er auch mal mehrere Tage am Stück freimachen. „Dann kann ich auch häufiger mittrainieren, wäre konkurrenzfähig und könnte um einen Startelf-Patz kämpfen.“ Wichtig sei ihm aber vor allem, dass die beiden bisher auflaufenden Keeper – Marvin Kemmann und Malte Wilmsen – gesund blieben. „Ich bin ein Teamplayer. Daher wünsche ich ihnen nur das Beste“.

Diese Aussage untermauert er auch damit, dass er – sollte er nicht regelmäßig trainieren können – das Torwarttraining übernehmen wird. „Ich möchte irgendwann einmal in das Trainergeschäft einsteigen. So kann ich jetzt reinschnuppern und meinen Kollegen vielleicht etwas mit meiner Erfahrung helfen.“

Nieheues ist von dem Torhüter jedenfalls überzeugt. Der Coach schätzt an dem Neuen unter anderem, dass er viel mit seinen Vorderleuten spricht und von hinten coacht. „Außerdem ist Mario eine Erscheinung. Er schreckt einige Stürmer doch häufig ab. Einen solchen Typen können wir gut gebrauchen.“

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