Fußball: Jugend-Landesliga
Nottulns U15-Trainer Darius Schwering im Interview

Nottuln -

Die U15-Jugendfußballer von GW Nottuln spielen in der nächsten Saison wieder in der Landesliga. Über diesen Erfolg äußerte sich Trainer Darius Schwering in einem Interview.

Samstag, 18.07.2020, 06:56 Uhr aktualisiert: 24.07.2020, 15:44 Uhr
Ob während des Spiels oder beim Training: Nottulns U15-Trainer Darius Schwering
Ob während des Spiels oder beim Training: Nottulns U15-Trainer Darius Schwering Foto: Marco Steinbrenner

In der coronabedingten Pause ging eine erfreuliche Nachricht etwas unter: Die U15-Jugendfußballer von GW Nottuln spielen in der kommenden Saison wieder in der Landesliga . Über diesen Erfolg freuten sich neben den Spielern natürlich auch die Eltern, Trainer Darius Schwering , Co-Trainer Robert Schwering und Betreuerin Diethild Schoppmann. Darius Schwering nahm sich jetzt etwas Zeit, um Berthold Hagedorn, Pressesprecher der GWN-Jugendfußballabteilung, Rede und Antwort zu stehen.

 

Hallo Darius, wie seid ihr durch die fußballfreie Zeit gekommen?

Schwering: Für uns war das – wie für alle – nicht besonders schön. Wir Trainer haben allerdings die neu gewonnene Freizeit genutzt. Mit Robert habe ich die vergangene Saison intensiv analysiert. Mit etwas Abstand haben wir noch ein paar Dinge gefunden, die wir zukünftig besser machen wollen. Außerdem haben wir die Chance genutzt, um uns fortzubilden. Die Solidarität in der Trainerszene war wirklich überragend. Ich bekam zum Beispiel die Chance, an einem Online-Seminar einer englischen Trainercommunity teilzunehmen. Das war extrem spannend. Robert hat sich außerdem für die B-Lizenz angemeldet. Unterm Strich haben wir das Gefühl, dass wir uns in der Corona-Pause als Trainer weiterentwickelt haben und besser geworden sind. Ob wir das aber wirklich sind, wird erst die nächste Saison zeigen.

Wie hat die Mannschaft die ungewohnte freie Zeit erlebt?

Schwering: Die Jungs haben zweimal pro Woche online trainiert. Wir fanden es wichtig, dass sie in dieser Altersstufe im wahrsten Sinne des Wortes am Ball bleiben. Am Wochenende stand dann immer noch ein Lauf an. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz. Wir haben ein paar Wettbewerbe ausgespielt, die die Jungs uns per Video geschickt haben. Dabei sind sehr kreative Lösungen entstanden. Einem Spieler haben wir empfohlen, dass er sein Video zum Sportstudio schickt. Der würde garantiert an die Torwand kommen. Das war absolut irre!

Als Aufsteiger ist der Durchmarsch gelungen. War das planbar?

Schwering: Planen kann man sowas ja nie, aber wir wussten natürlich schon, dass wir eine ganz gute Truppe hatten. Zum ersten Mal wurde uns klar, dass wir weiter oben mitspielen können, als wir in der Vorbereitung die U14 von Werder Bremen in 25 Minuten geschlagen haben. In den Herbstferien, als wir jeden Gegner einmal gesehen hatten, haben wir dann intern gesagt, dass wir aufsteigen wollen.

Wie zufrieden warst Du mit der Entwicklung der Mannschaft?

Schwering: Das ist schwierig zu sagen. Klar, auf der einen Seite sind wir zufrieden, denn wir sind aufgestiegen – und das aus unserer Sicht auch völlig verdient. Ich finde, dass wir die beste Mannschaft der Liga waren. Wenn ich jedoch ganz ehrlich bin, war ich nie länger als ein paar Tage zufrieden. Wenn die Trainingseinheit am Dienstag schlecht war, hatte ich den Sieg vom Samstag schon längst vergessen.

Wer war außer dem Trainerteam noch am Erfolg beteiligt?

Schwering: Der größte Dank geht natürlich an die Spieler, die viel Arbeit investiert haben. Gerade dem Altjahrgang bin ich unendlich dankbar. Nach dem Abstieg 2018 in die Kreisliga A war das nämlich eine überragende Antwort, die die Jungs gegeben haben. Bedanken möchte ich mich aber auch bei Diethild Schoppmann, denn sie war die beste Betreuerin der Liga – und das ist eine Riesenuntertreibung! Sie hat Robert und mir super viel Arbeit abgenommen und uns auch immer wieder mit wichtigen Tipps versorgt. Bei den Jungs kam sie sowieso super an. Und natürlich danken wir auch allen Eltern. Der Zusammenhalt unter ihnen war außergewöhnlich. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, in dem der Nottulner Anhang nicht in der Überzahl war.

Was erwartet deine Mannschaft in der kommenden Saison in der Landesliga?

Schwering: Da wir in der vergangenen Saison gegen viele Landesligisten Testspiele absolviert haben, können wir das Niveau etwas abschätzen. Aber letztlich läuft jede Saison anders. Wir haben auf jeden Fall wieder eine Mannschaft, in der viel Potenzial steckt. Die Spieler sind allerdings durch die Bank etwas kleiner gewachsen als die Jungs des Aufstiegsteams. Ein Ausspruch vieler C-Jugendtrainer ist, dass die Größe der Spieler am Ende die Spiele entscheidet. Ich denke das aber nicht. Wir wollen zeigen, dass diese Aussage Blödsinn ist. Wir wissen jedoch, dass wir deshalb mehr und besser arbeiten müssen als die anderen Teams. Wir empfinden es auf jeden Fall als ein Privileg, in der Landesliga spielen zu dürfen und wollen natürlich die Klasse auch halten.

Gibt es personelle Veränderungen?

Schwering: Die wichtigste Veränderung war sicher die Verpflichtung von Aaron Höing als Co-Trainer. Dass, das eine tolle Sache ist, zeigen schon die ersten Trainingswochen. Ansonsten geht ein großer Teil der Mannschaft in die U 17, von daher haben wir schon einen kleinen Umbruch zu bewerkstelligen – aber den haben wir ja fast immer. Auf uns warten viele spannende Talente aus der U13 und den Breitensportmannschaften der D- und C-Jugend. Da haben viele Trainer richtig gute Arbeit geleistet. Man hätte den ein oder anderen zwar noch einmal auf die Streckbank packen können, aber rein fußballerisch ist die Breite an guten Jungs in den 2006er- und 2007er-Jahrgängen schon stark.

Habt ihr eigentlich schon wieder mit dem Training begonnen?

Schwering: Ja, das haben wir. Am 15. Juni ging es los. Wir haben uns entschlossen, bis zum Saisonstart durchzutrainieren. Die coronabedingte Pause war lang genug. Außerdem können wir durch eine lange Vorbereitung die Spieler wieder Stück für Stück an die Belastung gewöhnen. Für viele Spieler steht schließlich der Schritt vom Kleinfeld auf das Großfeld an. So hat jeder genügend Eingewöhnungszeit. Und zu guter Letzt wissen wir, dass wir als kleinere Mannschaft in den anderen Bereichen so gut sein müssen, dass wir das ausgleichen können.

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